Bischof Markus Dröge spricht sich gegen eine grundsätzliche Ausgrenzung der AfD aus.

Foto: Bild: C A.Savin / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)
Einige Bischöfe Deutschlands warnen vor Ausgrenzung von AfD-Politikern

Kaum sind die Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern geschlagen, wo die AfD mit nahezu 21% der Stimmen den 2. Platz hinter der SPD erreichte, wird natürlich sofort über mögliche Koalitionen in der Landesregierung nachgedacht.

Dass dabei die AfD nicht berücksichtigt wird und sich entweder die Wahlverlierer SPD und CDU oder die Wahlverlierer SPD und Linke zusammentun werden, hat ähnlich wie in Österreich Methode. Wichtig für die etablierten Parteien ist es, dass sich grundsätzlich nichts ändert, was man bei einer etwaigen Regierungsbeteiligung der AfD erwarten könnte. So lautet das klassische Prinzip „Ausgrenzung um jeden Preis“, was freilich ebenso Ausgrenzung des Wählers bedeutet.

Man darf AfD-Politiker nicht prinzipiell ausgrenzen

Nun aber meldet sich jemand zu Wort, der sich mit dieser politischen Handhabe nicht einverstanden zeigt. Markus Dröge, Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, spricht sich gegen die grundsätzliche Ausgrenzung der AfD aus. Zum Berliner Tagesspiegel meinte er dazu: „Man darf AfD-Politiker nicht prinzipiell ausgrenzen […] Wir müssen uns sachlich auseinandersetzen, auch wenn das schwer fällt mit Politikern, die stark auf Emotionen setzen.“

Nicht alle einer Meinung

Sein Amtskollege, Gerhard Ulrich, Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, ist hingegen anderer Meinung. Er hält manche Parolen der AfD für populistisch und fremdenfeindlich und urteilt, dass manche Plakatierungen den Eindruck erweckt hätten, dass sich das Land im Notstand befände.

Politik muss Wählerwillen respektieren

Auch die katholische Kirche Deutschland kommt nicht umhin, das Wahlergebnis in Mecklenburg-Vorpommern zu kommentieren. In einer gemeinsamen Erklärung betonten die Erzbischöfe der Diözesen Hamburg und Berlin, Stefan Heße und Heiner Koch, dass die Politik den Wählerwillen der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern zu respektieren hätte, weil das Wahlergebnis ein Abbild für die Stimmung in der Gesellschaft sei und somit ein Alarmsignal für die Politik wäre. Man müsse die in der vergangenen Zeit erkennbar gewordenen Ängste und Sorgen der Menschen ernst nehmen.

Altparteien polarisieren genauso

Deswegen müssen sich für die beiden Erzbischöfe die Lösungen dafür in Debatten und Kompromissen des politischen Alltags wiederfinden. Sie meinten daher, dass man weniger Polarisierungen und dafür mehr gesellschaftlichen Zusammenhang bräuchte.

Ihr Wort in Gottes Ohr. Ob allerdings die politischen Köpfe der Altparteien ihre Ausgrenzungspolitik ob der Worte der kirchlichen Repräsentanten ändern und die AfD in eine Regierungsverantwortung lassen werden, ist eine andere Frage. Denn dass die Altparteien selbst polarisieren, wenn sie der AfD jede politische Berechtigung absprechen, sehen diese natürlich nicht.

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