Bis zu 9.000 illegale Einwanderer sollen in der Fetzenburg “Dschungel” hausen – Calais Bürger wollen nicht länger zusehen.

Foto: Bild: Michal Bělka / wikipedia.org (CC-BY-SA 4.0)
“Dschungel” von Calais: Bürger demonstrieren und fordern Räumung des Migranten-Lagers

Den Einwohnern und Geschäftsleuten der französischen Küstenstadt Calais reicht es: Unterstützt von zahlreichen im Schritt fahrenden Fernfahrern gingen hunderte von ihnen heute, Montag, auf die Straße um gegen das berüchtigte Migranten-Lager „Dschungel“ zu protestieren, in dem laut Behörden mittlerweile schon die Rekordzahl von rund 7.000 Menschen leben soll. Der Stau reichte einige Kilometer zurück. Die Demonstranten, angeführt von Calais konservativer Bürgermeisterin Natacha Bouchard, fordern laut Spiegel online den raschen Abbruch der illegalen Zeltstadt, in der Drogen, Gewalt und sanitäre Übelstände vorherrschen.

Bürgermeisterin führt Demonstranten an

Vor allem Geschäftsleute befürchten Umsatzrückgänge durch ausbleibende Touristen und Ladendiebstähle. Unter den Demonstranten fanden sich aber auch Hafenarbeiter, denn die Migranten versuchen auch mit allen Mitteln, sich auf Schiffe oder Fähren zu schleichen, um über den Ärmelkanal zu gelangen. Immer mehr wollen aber auch in Calais bleiben, wo sie sich eine bessere Betreuung als etwa in Paris erwarten. Die Zustände im Lager sind explosiv, immer wieder gibt es Schlägereien oder Schießereien zwischen rivalisierenden Gruppen, wie etwa die Zeit online bereits im Mai schilderte.

Lkw-Fahrer leiden unter Migranten-Attacken besonders

Als besonders gefährdet sehen sich Frächter und Lkw-Chauffeure: Laut einer ARD-Reportage versuchen Migranten nämlich, die Sattelschlepper durch abenteuerliche Aktionen – etwa indem brennende Autoreifen oder Baumstämme auf die Fahrbahn geworfen werden – aufzuhalten. Während die Fahrer die Trümmer beseitigen, verstecken sich die Migranten an oder in den Fahrzeugen oder bedrohen sogar die Lenker, um illegal nach England zu gelangen. Dabei gibt es immer wieder Verletzte oder sogar Tote.

Innenminister sagt Räumung zu – aber ohne Termin

Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve sagte zwar eine Räumung des Lagers zu, nannte aber keinen Zeitplan. Die seit Frühjahr 2015 entstandene Ansiedlung unweit der Einfahrt zum Ärmelkanal-Eurotunnel besteht aus Zelten, Holzverschlägen und Plastikplanen ohne Strom- oder Kanalanschluss. Diverse Räumungsversuche – darunter sogar ein Teilabriss mit Baggern im heurigen Frühjahr – waren im Endeffekt immer erfolglos.

Container-Wohnplätze reichen nur für ein Drittel der Migranten

Laut Hilfsorganisationen sollen sogar bereits an die 9.000 Menschen in dem Lager hausen. In die vom Staat aufgestellten Wohncontainer passen gerade einmal 1.900 Menschen hinein. Täglich kommen an die 100 Neuankömmlinge nach Calais und verschärfen die Lage noch mehr.

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