Als Türke fühlt man sich nur bei seinem Präsidenten in der Türkei heimisch – am besten mit Geld aus Österreich.

Bild: Randam / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
Türken in Österreich würden das Land gerne verlassen – wollen dafür aber eine Art „Prämie“

Die Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD) ist eine Organisation, die der türkischen Regierungspartei AKP nahe steht und als verlängerter Arm Recep Tayyip Erdogans in der EU gilt. Sie übt seit Jahren großen Einfluss auf die aus islamisch-konservativen Schichten stammenden Gastarbeiter aus und ist deswegen auch verantwortlich für die vielen Pro-Erdogan-Demonstrationen in den diversen europäischen Gastgeberländern sowie auch für jene in Wien, wo es zuletzt zu gewalttätigen Ausschreitungen kam.

Auch die zweite Generation nicht integriert

Diese UETD befragte nun 1.270 sogenannte Austrotürken, also Menschen mit türkischen Wurzeln (und österreichischer Staatsbürgerschaft), zu ihrem Verhältnis zu Österreich.

In Österreich leben etwas mehr als 273.000 Personen türkischer Herkunft, davon werden rund 156.000 der ersten Generation (in der Türkei geboren und dort sozialisiert) zugerechnet, aber bereits 117.000 Menschen werden zur zweiten Generation gezählt. Das sollten eigentlich Menschen sein, die ein gewisses Zugehörigkeitsgefühl zu Österreich haben, weil sie ja hier aufgewachsen sind.

Ausreise-Prämie: 10.000 bis 100.000 Euro pro Person

Die Ergebnisse dieser Umfrage: 53,5 Prozent der Befragten würden sofort Österreich verlassen und weitere 39,8 Prozent wollen eine finanzielle Abfindung, wenn sie sich zurück in die Türkei begeben.

Und diese Abfindung sollte sich in folgender Höhe bewegen: Für 100.000 Euro würden 43,8 Prozent der Türken Österreich den Rücken kehren. 16,6 Prozent geben es etwas billiger und wären schon für 50.000 Euro bereit, die Koffer zu packen und 27,6 Prozent würden bereits für eine Summe von 10.000 bis 20.000 Euro fahren. Das restliche Drittel der für Bargeld Ausreisewilligen präferiert ein individuelles Angebot.

Nur 2,4 Prozent der Türken völlig zufrieden

Als Hauptgrund für die Österreich-Antipathie nennen 84,5 Prozent der Befragten eine angeblich zunehmende Islamophobie im Land. Und für 42,7 Prozent dürfte die Situation in Österreich bereits so unerträglich sein, dass sie überhaupt nicht mehr hier leben wollen. Lediglich sehr wenige Austrotürken (ganze 2,4 Prozent) beschreiben ihre Situation als „sehr gut“.  

Und auf die Frage, wo die Türken nunmehr leben wollen, meinen 88,8 Prozent: in der Türkei.

Auch aus Vorarlberg ähnliche Töne

Die UETD ist nicht die erste türkische Organisation, die feststellt, dass die meisten Austrotürken Österreich verlassen wollen, weil sie wahrscheinlich niemals hier wirklich angekommen sind. Auch die türkisch dominierte Arbeiterkammerfraktion „Neue Bewegung für die Zukunft“ (NBZ) erklärte dem Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) in einem offenen Brief, dass zig türkische Arbeiter bereit wären, sofort in die Türkei rückzusiedeln, wenn man ihnen die bisher einbezahlten Sozialversicherungs- und Pensionsversicherungsbeiträge zurückzahlen würde.

Vorschlag ernst nehmen und aktiver handeln

Dazu meinte der FPÖ-Landesparteiobmann von Vorarlberg, Reinhard Bösch, dass die österreichische Bundesregierung diesen Vorschlag ernst nehmen und sofort Verhandlungen führen solle, ob und wie die finanziellen Forderungen erfüllt werden können.

Nach der neuesten Umfrage der UETD sollte man vielleicht in dieser Angelegenheit aktiver handeln, weil sich durch sie zeigt, dass die Integration von Menschen türkischer Herkunft mehrheitlich ein völliger Fehlschlag gewesen sein muss, wenn so viele wegwollen.

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