Forderungen wie jene nach einem Burkaverbot werden von radikalen Moslems genutzt, um gezielt Richtung Bürgerkrieg zu steuern.

Foto: Bild: Zaminamina / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
Islamwissenschaftler: Dschihadisten wollen Europa in einen Bürgerkrieg stürzen

Die Muslime sind gekommen, um zu bleiben. Wollen wir das ändern, kommt es zum Bürgerkrieg, lautet die Botschaft des französischen Islamwissenschaftlers Gilles Kepel in einem Interview mit dem Deutschlandfunk.

Dschihadisten wollen in Europa Klima des Schreckens verbreiten

Nach Meinung Kepels wollen die Dschihadisten mit ihren Anschlägen in Europa feindliche Reaktionen gegenüber allen Muslimen erzeugen. Ziel sei es, die europäischen Gesellschaften zu zerstören und auf den Ruinen des alten Kontinents eine Art "Kalifat" wie in Mossul oder Raqqa zu errichten.

Um das zu erreichen sollen in einem Klima der Islamfeindlichkeit jene Muslime, die ihnen noch nicht folgen, radikalisiert werden. Der Versuch, den Islam aus Europa zu eliminieren, würde den Islamisten in die Hände spielen und könnte zu einem Bürgerkrieg führen.

Soziale Frustriertheit als Motor der Radikalisierung

In den letzten 15 Jahren hat sich der Salafismus unter den muslimischen Jugendlichen stark ausgebreitet, stellt der Islamwissenschaftler fest. Die Salafisten würden einen kulturellen Bruch mit den westlichen Gesellschaften predigen, die als "ungläubig" gelten. Dies würde Leute anziehen, die in diesem Bruch ein Ventil für ihre soziale Frustriertheit finden und auf dieser Grundlage auf einen Kurs Richtung Gewalt einschwenken.

Viele junge Leute mit islamischem Hintergrund lebten in Frankreich in einem heruntergekommenen Wohnumfeld, mit dem Gefühl, dass ihnen der Arbeitsmarkt versperrt sei. In Deutschland käme noch die Lage mit den Flüchtlingen hinzu, so Kepel. Brüchen in der europäischen Gesellschaft könne man nur mit Polizeieinsätzen und Bildung begegnen.

Islamistischer Terror hat mit Religion sehr wohl zu tun

Dass der Terrorismus angeblich nichts mit der Religion zu habe, stellt Kepel in Abrede. Vielmehr würden die Terroristen die Religion für ihre Zwecke nutzen. Der Islamische Staat beziehe seine Inspiration und seine Verhaltensregeln aus einer radikalen, strengen, aus dem Zusammenhang gelösten und wörtlichen Lesart der heiligen Texte des Islam.

Das Problem bestehe darin, dass die Intellektuellen, die islamischen Gelehrten und die Führung der islamischen Verbände, diese (Fehl-)Interpretation zurückweisen müssten. Doch da bestünden "einige Schwierigkeiten".

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