Sogenannte “Niqab-Shops” machen in Deutschland Furore, und es geht dabei nicht nur um islamische Kleidung (Symbolfoto).

Foto: Bild: AfghanistanMatters / wikimedia.org (CC-BY-2.0)
Islamexperten warnen vor “Niqab-Shops” als aktive Stützpunkte der radikalen Salafistenszene

Immer mehr prägen sehr eigentümliche Geschäfte das Stadtbild deutscher (aber auch österreichischer) Städte. Was es dort zu kaufen gibt, sieht man zum Beispiel in Frankfurt am Main, wo ein Laden mit der Aufschrift „My right, my choice“ offen für die Verschleierung der Frauen wirbt und dementsprechende Hidschabs, Tschadors, Niqabs usw. anbietet.

Salafisten machen nun in Mode

Inhaberin dieses Geschäftes ist die Tochter eines salafistischen Predigers, die mit ihrem Vater schon länger in dieser Hinsicht unternehmerisch tätig ist. Beide besaßen den in Frankfurt bekannten „Mekka-Shop“, für den auch der salafistische Hassprediger Pierre Vogel Werbung gemacht hatte.

Schleier für zweijährige Mädchen

Das ARD-Politikmagazin Report Mainz vom 13. September fand deutschlandweit diverse Geschäfte ("Niqab-Shops") dieser Art, die offen für die Vollverschleierung der Frauen werben und sogar Niqabs für zweijährige Mädchen im Sortiment haben. In einer Aufnahme mit versteckter Kamera, die dem Magazin zugespielt worden ist, sieht man, wie eine Verkäuferin in einem dieser Geschäfte einen starken Druck auf die Kundin ausübt, sich unbedingt zu verschleiern.

Geschäfte als "Teile einer salafistischen Infrastruktur"

Für die Ethnologin und Leiterin des Zentrums Globaler Islam der Universität Frankfurt, Susanne Schröter, sind solche Geschäfte in erster Linie „nicht nur Modeläden, sondern Teile einer salafistischen Infrastruktur…, in denen auch Informationen weitergegeben werden und die auch als Treffpunkte für Salafistinnen und Salafisten fungieren.“ Weiters meinte sie: „Die Szene ist klar extremistisch, sie ist beunruhigend und es erfordert Handlungsbedarf.“

Islam-Experten warnen vor "Niqab-Shops"

Auch der Islamwissenschaftler Abdel-Hakim Ourghi, der den Fachbereich Islamische Theologie/Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg leitet, hat für Report Mainz ebenfalls verschiedene derartige Geschäfte untersucht. Für ihn sind die dort angebotenen Produkte, im Besonderen die Schleier für Kinder und Kleinkinder, höchst bedenklich.

Mit klaren Worten kritisierte er diesen derzeitigen Ist-Zustand: „Dass diese Form bei uns in Deutschland Fuß fasst, ist total neu. Das ist schockierend. Diese Läden konkurrieren mit der westlichen Sozialisation hier bei uns. Besonders wenn es um die Indoktrination der Kinder geht. Wir brauchen nicht immer zu warten, bis etwas passiert. Solche Läden sind eine Gefahr für unsere Gesellschaft, und die müssen observiert werden.“

Leiberl wirbt gar für Islamischen Staat

In Wuppertal zum Beispiel gibt es ein, schon von der mohammedanischen Aufmachung her, sehr einschlägiges Geschäft, wo man Leiberln mit der Aufschrift „Tauhid“ und einem ausgestreckten Zeigefinger kaufen kann. Der ausgestreckte Zeigefinger ist eine typische IS-Geste und „Tauhid“ bedeutet, dass man nur Allah und sonst niemanden anderen akzeptieren darf.  

Für Abdel-Hakim Ourghi sind solche Verkaufsprodukte eindeutige Zeichen: „Wir sehen hier eine enge Verbindung durch Symbolik zum IS, und das betrachte ich als Propaganda, und es ist auch gefährlich für die hiesige Gesellschaft.“

Hassprediger wirbt für "Niqab-Shop" auf Facebook

Auch dieses Geschäft mit dem Tauhid-Leiberl  hat einen prominenten Unterstützer aus der Salafistenszene. Der gerade wegen Terrorismusverdacht vor Gericht stehende Hassprediger Sven Lau (ebenso wie Pierre Vogel ein Konvertit) macht für diesen Laden auf seiner Facebook-Seite Werbung.

Salafistische „Freundinnen“ betreiben Gehirnwäsche

Ebenso traf Report Mainz bei den Recherchen für die Sendung eine Mutter, die ihre Tochter an den Islam verloren hat. Für diese Mutter spielen gerade diese „Niqab-Shops“ eine entscheidende Rolle für die Radikalisierung ihrer Tochter, die sich immer mehr verschleiert hat. Im Interview berichtete sie: „Mädchen, die konvertieren, machen das nicht sofort zu 100 Prozent. Die lernen von ihren salafistischen Freundinnen. Die bereiten sie Schritt für Schritt vor, wie sie sich kleiden sollen. Das ist Gehirnwäsche, jeden Tag.“

Verfassungsschutz gibt sich bedeckt

Report Mainz fragte auch nach, ob das Bundesamt oder die Landesämter für Verfassungsschutz solche einschlägigen Geschäfte beobachten. Allerdings werden nur ausweichende Antworten gegeben, weil die Ämter sich nicht zu konkreten Geschäften äußern wollen.

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