Ausrottung der Christen von Nordafrika bis Pakistan: Erzbischof fordert mehr Militärhilfe

Der irakisch-kurdische Erzbischof Bashar Warda befürchtet die völlige Auslöschung des orientalischen Christentums. Foto: HazteOir.org / Wikimedia (CC BY-SA 2.0)
Der irakisch-kurdische Erzbischof Bashar Warda befürchtet die völlige Auslöschung des orientalischen Christentums.
Foto: HazteOir.org / Wikimedia (CC BY-SA 2.0)
22. September 2016 - 12:23

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Bashar Warda (geboren 1969 in Bagdad/Irak) ist der chaldäisch-katholische Erzbischof von Erbil in der kurdischen Autonomen Region im Irak und derzeit zu Besuch in Deutschland.

Keine Zeit mehr für Worte

Auf der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda rief er dazu auf, die letzten im Mittleren Osten verbliebenen Christen zu unterstützen. „Bitte vergessen Sie uns nicht. Es ist keine Zeit mehr für Worte!“

Heute nur noch 300.000 Christen im Irak

Erzbischof Warda weiß, wovon er spricht. Lebten im Irak im Jahre 2003 (13. Dezember 2003 Festnahme des irakischen Staatspräsidenten Saddam Hussein durch US-Soldaten) noch mehr als eineinhalb Millionen Christen im Irak, sind es heute, 2016, gerade einmal 300.000.

Syrische Christan nur noch von Regierungstruppen geschützt

Ebenso dramatisch ist der Rückgang der christlichen Bevölkerung im benachbarten Syrien, wo sich zu Beginn des Bürgerkrieges etwa zehn bis zwölf Prozent der Menschen zum christlichen Glauben bekannten. Allerdings haben (neben den von dem IS massakrierten Christen) mittlerweile zwei Drittel das Land verlassen. Einzig in den von den Regierungstruppen Präsident Baschar al-Assads gehaltenen Gebieten existiert noch ein funktionierendes, christliches Gemeindeleben.

Militäreinsatz ist einzige Sprache, die IS versteht

So redete auch Erzbischof Warda in Fulda nicht salbungsvoll um den Brei herum, sondert verlangte im Kampf gegen Gewalt, Unterdrückung und Vertreibung starke Militäreinsätze gegen die Terrormiliz Islamischer Staat. Dann Militäreinsätze wären die einzige Sprache, die der IS überhaupt verstehe.

Stirbt orientalisches Christentum nach 2.000 Jahren aus?

Ebenso forderte der Erzbischof, dass man den Menschen Hilfe direkt in ihrer Heimat (also im Irak und Syrien) gibt, damit das orientalische Christentum, welches 2.000 Jahre in diesen Ländern existiert hat, nicht völlig ausstirbt. Notwendig wären Schulen, Wohnraum und Arbeitsplätze.

Erzbischof Warda bedankte sich zudem für die bisherige finanzielle Unterstützung aus Deutschland, welche so umfangreich sein soll, wie aus allen anderen Ländern zusammen. Die katholische Kirche Deutschland konnte 42 Millionen Euro für die Christen in ihrer Heimat aufbringen.

Auslöschung der Christen in der gesamten "islamischen Welt"

Allerdings droht den Christen nicht nur im Irak und Syrien nach Einschätzung der Deutschen Bischofskonferenz die „Auslöschung“. Ulrich Pöner, Leiter des Bereichs Weltkirche und Migration der Bischofskonferenz, meinte, dass die Zahl der Christen von Nordafrika bis Pakistan bedenklich sinke. Schuld daran seien (islamischer) Terror und Vertreibung, wie auch Unzensuriert-TV bereits ausführlich dokumentierte.

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