Deutsche Medien diffamieren seit Jahren Ostdeutschland als Hort des Rechtsradikalismus

Das sächsische Bautzen ist bei Medien beliebt, wo ein ursprüngliches Ausländerproblem flugs zum Neonazi-Problem wurde. Foto: Stephan M. Höhne / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
Das sächsische Bautzen ist bei Medien beliebt, wo ein ursprüngliches Ausländerproblem flugs zum Neonazi-Problem wurde.
Foto: Stephan M. Höhne / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
22. September 2016 - 9:44

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Manuela Schwesig (SPD) ist deutsche Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Und weil es in Bautzen vor einigen Tagen eine Auseinandersetzung zwischen jugendlichen Asylwerbern und jugendlichen Deutschen (von der Systempresse als „Ausländerjagd in Bautzen“ bezeichnet) gab, fühlte sie sich bemüßigt, in einer ARD-Fernsehsendung zu sagen: „Wir haben ein Problem mit dem Rechtsextremismus – in ganz Deutschland.“

Kommentar von Unzensurix

Das Innenministerium unter der Leitung von Thomas de Maizière sieht ebenso ein derartiges Problem, fokussiert dieses allerdings im Speziellen auf den Osten Deutschlands, die ehemalige DDR. Begründet wird das auch damit, dass es gerade in der sächsischen Kleinstadt Bautzen immer wieder „rechte“ Umtriebe gegeben haben soll.

Noch dicker kam es in der ARD-Tagesschau am Mittwoch, wo nicht nur behauptet wurde, dass in den Alten Bundesländern jede Menge Ausländerhass und Rechte Gewalt herrschen würden, sondern auch, dass die Übergriffe gegen Fremde und das "fremdenfeindliche Klima" auch noch der Wirtschaft gewaltig schaden, weil sich Betriebe hier deshalb nicht ansiedeln würden. Auch das Handelsblatt bemüht "Top-Ökonomen" (die deutschen Haselsteiners?) zu diesem Thema.

"Tiefbrauner Osten" seit Jahren in deutschen Medien präsent

Und überhaupt sollen die ostdeutschen Bundesländer ein Sammelsurium für sogenannte rechtsextremistische Auswüchse sein. Jedenfalls wird dieser Gedanke seit Jahren in den deutschen Medien (wie eben in einem aktuellen Artikel im Handelsblatt) verbreitet und sogar immer wieder mit dem Begriff „tiefbrauner Osten“ tituliert.

"Rechtsextremismus-Experte" erfindet „Nachbarschaftsterroristen“

Weshalb nun in Ostdeutschland eine Zunahme von angeblich rechtsextremistischen Straftaten zu verzeichnen wäre (dass die Asylwerber in Bautzen die Auseinandersetzungen begonnen haben, sei hier einmal zu vernachlässigen), erklärt ein sogenannter "Rechtsextremismus-Experte" (von denen es in Österreich auch etliche gibt). Dieser Mann, Herr Toralf Staud, (Co-Autor der Bücher Das Buch gegen Nazis. Rechtsextremismus – was man wissen muss und wie man sich wehren kann und Neue Nazis: Jenseits der NPD: Populisten, Autonome Nationalisten und der Terror von rechts) hat einen neuen Tätertypus kreiert. Er nennt diesen den „Nachbarschaftsterroristen“.

Eh klar: Verarmte Ostdeutsche sind "neidig"

Im Deutschlandradio Kultur erklärte Herr Staud, dass viele Ostdeutsche sich immer noch abgehängt fühlen und deswegen neidisch auf Menschen wären, denen es besser ginge. Zwar wäre, nach Staud, die wirtschaftliche Lage in den Neuen Bundesländern besser als früher, doch viele Menschen vermeinen, vom Kuchen zu wenig abzubekommen, weswegen sie eben „Nachbarschaftsterroristen“ werden.

Das sollen Menschen sein, die nicht rechtsextrem in Erscheinung treten, aber plötzlich auf die Idee kommen sollen, ihre Städte und Dörfer gegen „Flüchtlinge“ verteidigen zu müssen und deswegen zum Molotowcocktail (?) greifen sollen.

Zu wenige Neonazis – nun müssen AfD und Pegida herhalten

Dummerweise dürfte es für Herrn Staud doch viel zu wenig echte Neonazis in den Alten Bundesländern geben, weil diese für ihn bei der AfD oder bei Pegida „andocken“ würden (und dort unterweisen diese womöglich den Nachbarschaftsterroristen im Molotowcocktail-Weitwerfen…).

Dass allerdings das Problem ganz woanders liegen könnte und die Menschen ernsthafte Angst um die Zukunft ihrer Heimat haben, wird völlig ausgeblendet. Da pauschaliert man eben und nennt Ostdeutschland einen Nährboden für Rechtsradikalismus. Und wenn es dann zu wenig wirkliche Rechtsradikale gibt, werden auch die AfD-Wähler dazugenommen und ein Problem mit dem „Rechtsextremismus“ konstruiert.

Medienstrategie: "Rechtsradikale Ostdeutsche"

Nur falls dann Asylwerber Gewalttätigkeiten beginnen, wird das lieber völlig ausgeklammert. Denn das passt nicht ins von den Medien geforderte Bild des traumatisierten, aber friedlichen Flüchtlings, der große Dankbarkeit zeigt, dass ihn Deutschland aufgenommen hat und vorn und hinten versorgt. Da malt man lieber das Bild des bösen, rechtsradikalen Ostdeutschen und lässt es durch die Medien geistern, bis alle daran glauben.

Und wenn dann noch im „tiefbraunen Osten“ (wie mittlerweile allerdings ebenso im … Westen) die AfD fulminante Erfolge feiert, können die Medien (mithilfe von "Rechtsradikalismus-Experten") nichts anderes, als ein lächerliches Trommelfeuer abzufeuern, welches sich sowieso selbst entlarvt.

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