Lügenpresse-Watch: Standard fordert "verbales Feuer" gegen die FPÖ

Ein Herz und eine Seele - wie hier mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon - sollen Kanzler Kern und Außenminister Kurz sein, wünscht sich "Der Standard" - und dafür Feuer Richtung FPÖ speien. Foto: Dragan Tatic / Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres / flickr (CC BY 2.0)
Ein Herz und eine Seele - wie hier mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon - sollen Kanzler Kern und Außenminister Kurz sein, wünscht sich "Der Standard" - und dafür Feuer Richtung FPÖ speien.
Foto: Dragan Tatic / Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres / flickr (CC BY 2.0)
25. September 2016 - 8:00

Der treue Unzensuriert-Leser „cfe“ deckt seit fast einem Jahr in unseren Kommentarspalten bewusste Falschberichten und -interpretationen, Unwahrheiten und Lügen der Mainstream-Presse auf und veröffentlicht seine pointierten Analysen unter dem Titel „Lügenpresse-Watch“ - eine Serie mit mittlerweile mehr als 30 Teilen. Hier sein neuer Beitrag über einen besonders „bemerkenswerten Artikel“.

Viel zu sanft zu Strache

„Viel zu sanft zu Strache“ lautet eine Schlagzeile im Standard vom 22.09. und weiter in der Überschrift: „Statt nur einander müssten SPÖ und ÖVP endlich den äußeren Gegner attackieren“. Der Wunsch kommt von Eric Frey, der bei der Zeitung als Chef vom Dienst“ eine inhaltlich einflussreiche Position bekleidet und journalistisch bisher vor allem als bedingungsloser EU-Fan aufgefallen ist.

Was uns bei weiterhin mangelnder großkoalitionärer Bissigkeit Richtung FPÖ droht, erfährt man dann im Artikel: „Wenn die FPÖ als Erste durchs Ziel geht, weil sich ihr vorher niemand in den Weg gestellt hat, dann ist es vielleicht zu spät.“ Zu spät für was? Etwa elitäre Vorgaben nicht weiter umzusetzen, die Österreich  seinen abendländischen Charakter rauben sollen?  

„Verbales Feuer rasch auf den äußeren Gegner umstellen“ wäre jetzt angesagt und man kann ohne weiteres  sagen, dass das sogar  irgendwie beruhigend klingt, denn das nonverbale Feuer auf Freunde der Partei der Freiheitsliebenden findet bereits ohnehin auf der Straße durch den gewalttätigen Arm der Superdemokraten, den Antifa-Schlägern, z.B. beim Akademikerball, oder mittels Aufrufe zur Kleinkriminalität durch eine Katharina Stemberger, statt.

„Verbales Feuer in traditionellen genauso wie in sozialen Medien“

Wo und wie dieses „verbale Feuer“ stattfinden soll erfährt man ebenfalls: „in traditionellen genauso wie in sozialen Medien“. Der Autor des Standard-Beitrages unterstellt somit, dass in den „traditionellen Medien“ ohnehin nicht genug gegen HC Strache gehetzt wird und dass es nur eines kleinen Ruckes bedürfte, in den sozialen Medien ebenfalls bissiger vorzugehen. Er verschweigt jedoch, dass das keine Sache des Wollens ist sondern des Könnens ist: 

Sämtliche Versuche in den sozialen Netzwerken, nur annähernd HC Strache das Wasser zu reichen, scheiterten kläglich. Wir erinnern uns: So versuchte ein ganzes Team (9 Personen, Kosten: 100.000 Euro Steuergeld!) seinerzeit, Faymann bei Facebook, Twitter und Flickr  aufzubauen und da nützze es auch nicht, dass viele "Freunde" des Accounts des damaligen Bundeskanzlers von der amerikanischen Bildagentur "iStockphoto" stammten. Und diesmal können wir dem Standard sogar Glauben schenken, als man dort lesen konnte, dass edle „Spender“  1000 „Freunde“ bereitstellten. Nur passierte bei der Auswahl der Claqueure ein Hoppala, denn da waren auch Namen wie "Crazybitch38" oder "LongDongAnalSurferUSA" mit von der Jubelpartie.  

Kern und Kurz duellieren sich als Strache-Imitatoren

Wie einfach, ja geradezu spielend leicht es wäre, die FPÖ zu entzaubern erfährt man dann ebenfalls im Artikel, denn „SPÖ und ÖVP sind vor allem damit beschäftigt, einander zu zerfleischen“ anstatt „tagtäglich darauf hinweisen, wie widersprüchlich, unglaubwürdig und oft unwahr die Aussagen der FP-Spitze sind“. Der Autor macht nur den Denkfehler, dass Kern und Kurz gerade wetteifern, wer der bessere Strache-Imitator ist, ein Hinweisen auf „Widersprüche“ wäre für die beiden Herrn ein Schuss ins eigene Knie, denn dann würden ihre eigenen Widersprüche zu Tage kommen, bei der geradlinigen Haltung der FPÖ z.B. in Sachen Einwanderung ist wohl kein Zickzackkurs à la SPÖVP zu erkennen. 

Ja, und „wenn beide Parteien einander Destruktivität in der Regierungsarbeit vorwerfen, dann tut die FPÖ alles, um die Demokratie an sich in Frage zu stellen“, kann man dort auch lesen. Unverschämter kann man wohl kaum lügen, als eine Partei als undemokratisch hinzustellen, die sich massiv für direkte Demokratie einsetzt, deren Präsidentschaftskandidat ein Garant sein wird, dass Gesetze (Nichtduldung und Nichtförderung illegaler Einwanderung, Neutralitätsgesetz)  und EU-Richtlinien (Schengen, Dublin) nicht weiter ignoriert werden. Wenn wer „die Demokratie an sich in Frage stellt“, dann trifft das wohl eher auf Leute wie Van der Bellen zu, die kaltschnäuzig erklären, sogar absolute Mehrheiten zu ignorieren, wenn ihnen der politische Mitbewerber nicht zu Gesicht steht!

Ohne rotschwarzen Kuschelkurs kommt der Faschismus zurück

Und zu guter Letzt erfahren wir noch, warum denn die beiden Parteien, die sich Österreich proporzmäßig aufgeteilt haben, sich angeblich jetzt „gegenseitig zerfleischen“: Es handelt sich nämlich dabei „weniger um Taktik“, sondern vielmehr um einen historisch bedingten „emotionalen Reflex, der auf die Erste Republik zurückgeht: Der Feind ist rot oder schwarz, das dritte Lager – sei es nun braun oder blau – wird weitgehend ignoriert“.  Und schlussfolgernd wird gewarnt, „wohin diese Einstellung in den 1930er-Jahren beigetragen hat, ist bekannt“. 

Fassen wir die Botschaft zusammen: Ohne rotschwarzen Kuschelkurs droht uns womöglich erneut wieder ein faschistisches Regime. Und das müssen wir ausgerechnet in einem Standard-Artikel lesen, der vor lauter gespickten Lügen nur so strotzt  und wo in der Onlineausgabe dieser Zeitung ein ganzer Stab von Zensoren sein Unwesen treibt, dessen Handlanger im Neuen Deutschland, der Prawda oder auch beim Völkischen Beobachter mit ihrer zensurwütigen Einstellung Karriere gemacht hätten. 

Gäbe es einen Lügenpresse-Award, dieses Standard-Elaborat hätte ihn mehr als verdient!

Zum Nachlesen: Lügenpresse-Watch, Teil 31: Standard-Schreiber attestiert Norbert Hofer Berufsunfähigkeit

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