Seniorenheimchefin über Strache: „So vertrottelt“

Gabriele Graumann, Chefin der Wiener Seniorenheime, teilt und kommentiert auf Facebook gern, wenn es gegen die FPÖ geht. Foto: Screenshot Facebook
Gabriele Graumann, Chefin der Wiener Seniorenheime, teilt und kommentiert auf Facebook gern, wenn es gegen die FPÖ geht.
Foto: Screenshot Facebook
27. September 2016 - 11:00

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Mehrere anonyme Beschwerden über den Internetauftritt der Geschäftsführerin der Wiener Seniorenheime, Gabriele Graumann, langten in der unzensuriert.at-Redaktion ein. Der Vorwurf: Graumann, die das KWP (Kuratorium Wiener Pensionistenwohnhäuser) nach außen vertritt und daher eigentlich überparteilich fungieren sollte, agiert auf ihrer Facebookseite im höchstem Maße parteipolitisch, in Form ihrer, oftmals beleidigenden, privaten Meinungen.

Seniorenheimchefin gegen FPÖ und HC Strache

Nun, ein Blick auf ihre Seite offenbart zumindest ein paar Ausreißer. Die durchwegs vernünftige Forderung von FPÖ-Obmann HC Strache nach einem Beitritt Österreichs zur Visegrad-Gruppe nannte sie „vertrottelt“. Zu einem Bild, das sich gegen höhere Zäune (gemeint sind Grenzzäune) richtet, formuliert sie den nicht ganz verständlichen Kommentar:  

Leider haben viele von uns das Gefühl wenig zu haben. Was für ein Jammer, dass wir in Österreich und nicht im Vergleich leben. Dann hätten HCS und Co weniger Zulauf.

Wahlaufruf gegen FPÖ

Am 10. September gab sie für ihren „Lieblingsbezirk“ Leopoldstadt einen Wahlaufruf gegen die FPÖ ab, da diese nur rund 30 Stimmen vom zweiten Platz trennten. Die FPÖ-Familienpolitik, die sich bekanntlich für die Förderung von einheimischen Kindern einsetzt, kommentiert sie wie folgt: „Es ist unerträglich, dass eine große Anzahl der Menschen, die in diesem Land leben kein Problem mit diesen Ansichten hat.“

Nicht passen dürfte Graumann die von der FPÖ thematisierte Kritik am möglichen Wahlbetrug in Seniorenheimen bei der Bestellung von Briefwahlkarten für demente Personen. In einem Beitrag kommentiert sie, dass die FPÖ „unaussprechliches salonfähig und denkbar“ mache.

Lob für SPÖ und Kanzler Kern

Im Gegenzug teilte Graumann eine Seite der SPÖ-Leopoldstadt und Sujets der SPÖ. Interviews des roten Bundeskanzler Christian Kern werden mit „Lesen lohnt sich“ kommentiert. Auch die rote SPÖ-Stadträtin und ebenfalls aus der Leopoldstadt stammende Sonja Wehsely – wegen ihr demonstrierten zuletzt tausende Ärzte auf der Straße – wird von Graumann mit Lob bedacht.

Den herben Wahlverlust der SPÖ-Leopoldstadt bei der jüngsten Wahlwiederholung kommentierte sie wie folgt:

Du brauchst kein Programm und als Mehrheitspartei bist du immer für den allgemeinen Frust hauptverantwortlich. Nein, ich bin nicht wehleidig. Ich finde nur es braucht mehr politische Bildung in diesem Land damit Menschen verstehen was Demokratie bedeutet.

Für Van der Bellen, gegen Hofer

Ansonsten wettert Graumann gegen „den Koalitionspartner“ ÖVP und bekennt sich - offenbar roten Wahlempfehlungen folgend - zum grünen Bundespräsidentschaftskandidaten Alexander Van der Bellen. „Erdogan, Putin, Trump, Le Pen, Hofer ... politische Hoffnungsträger heißen anders“, verkündete sie.

Richtiger Umgang mit sozialen Medien

Strafrechtlich relevant sind Graumanns Kommentare vermutlich nicht. Dennoch ist die Optik schief, wenn man bedenkt, dass im KWP es eigene Richtlinien im Umgang mit sozialen Medien gibt. „Respekt, Ehrlichkeit, Toleranz, Diversität sowie Solidarität und Gerechtigkeit sind Grundsätze des KWP. Sie gelten auch im Internet“, heißt es im Leitfaden. Nun, Respekt und Toleranz gegenüber FPÖ-Anhängern hat Graumann angesichts ihres Facebook-Auftritts bis dato wohl eher vermissen lassen.

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