Die Blattlinie des Standard, veröffentlicht auf seiner Homepage. „Liberal“ ist, wie sich in der Schreibpraxis des Unternehmens zeigt, nicht nur ein dehnbarer, sondern auch ein nach Belieben stauchbarer Begriff.

Bild: Screenshot derstandard.at
Vom Umgang mit dem „Standard“

Hans Rauscher schrieb sich im Standard wieder einmal in Rage. „Vom Umgang mit Rechten“ nennt er seine Kolumne, in der er – angeblich aufbauend auf einen nicht besonders bekannt gewordenen Text von Falter-Herausgeber Armin Thurnher – versucht, Handlungsanleitungen zu entwerfen, um die „Hilflosigkeit liberaler Demokraten gegenüber der FPÖ“ zu durchbrechen.

Rauscher nicht als Journalist anerkennen

Auf den Text näher einzugehen, würde bedeuten, Rauscher und viele seiner Kollegen als Journalisten anzuerkennen und ihnen die Fähigkeit zum politischen Diskurs zu attestieren. Beides wäre ein Fehler.

Das „Gefechtsfeld“ (ein letztes, aus Rauschers Pamphlet zitiertes Wort) des Standard ist keineswegs der Journalismus. Das seine Blattlinie als „liberal“ verbrämende Medium hat eine Agenda, für die es selbst zuviel der Ehre wäre, sie als „links“ zu bezeichnen. Das hinter der Berufsbezeichnung „Journalist“ versteckte Ziel vieler dort Schreibender ist die Verächtlichmachung aller politischer Bewegungen und ihrer Protagonisten, die sich im weitesten Sinne als konservativ oder patriotisch zu erkennen geben.

Standard-Agenda ist Einengung der Demokratie

Das Ziel ist somit eine strikte Einengung des zulässigen Meinungsraums, die mit einer Beschneidung der Grundrechte und schließlich mit einer Einengung der Demokratie einher geht, die deren Abschaffung gleichkommt. Der oben zitierte Halbsatz unterstreicht dies in seiner Einordnung der FPÖ als nicht zur „liberalen Demokratie“ gehörend bereits überdeutlich. Was Rauscher nachliefert, macht es nicht besser – im Gegenteil.

Die nächste „Recherche“ läuft schon

Unzensuriert.at gehört zu den Medien, die Rauscher und Co. außerhalb der liberalen Demokratie verorten. Dies wurde uns bereits über zahlreiche Standard-Artikel ausgerichtet. Aktuell läuft eine Recherche des Redakteurs Fabian Schmid – er ist einer der entschlossensten Vollstrecker der beschriebenen politischen Agenda. Schmid richtete unlängst folgende Fragen an uns, welche die Stoßrichtung des geplanten (noch nicht erschienenen) Artikels klar erahnen lassen.

  • Wer ist momentan Chefredakteur von unzensuriert.at?

  • Sie schreiben in einem Bericht über einen Profil-Artikel, dass rund 20-25 Personen bei unzensuriert.at tätig sind.  Warum werden diese auf der Seite nicht erwähnt, Artikel nicht gekennzeichnet? Erhalten Sie viele Hasspostings gegen eigene Redakteure?

  • In einem Artikel wird erwähnt, Ihre Mitarbeiter arbeiteten ehrenamtlich. Befinden sich darunter auch Mitarbeiter, die hauptberuflich für andere Medien tätig sind? Wie viele der Mitarbeiter arbeiten hauptberuflich für die FPÖ?

  • Wie wichtig sind Shares auf der Facebook-Seite von FPÖ-Chef Strache für Zugriffe bei „unzensuriert.at“?

  • Welchen Anteil an der Finanzierung von „Unzensuriert.at“ machen Inserate von FPÖ, FPÖ-Parteiorganisationen oder FPÖ-Politikern aus? (gering, mittel, Großteil)

  • Wie schätzen Sie Ihr weiteres Wachstumspotenzial ein? Waren Sie über die Zuwächse in den vergangenen Monaten überrascht?

  • Teilt sich unzensuriert.at Räumlichkeiten mit der Burschenschaft Gothia?

  • Wie würden Sie als unzensuriert.at-Chefredaktion das Verhältnis von FPÖ und unzensuriert.at bezeichnen? Auch angesichts der Tatsache dass Ihr Geschäftsführer bei der FPÖ tätig sind?

  • Arbeitet unzensuriert.at mit Richtigstellungen? Gibt es interne Qualitätskontrollen? (diese Geschichte https://www.unzensuriert.at/content/0021398-CDU-Politiker-schlaegt-Alarm-Polizei-verheimlicht-ausgehobene-Waffenlager-von  wurde mittlerweile etwa dementiert).

  • Was sagen Sie zu den Vorwürfen, „unzensuriert.at“ würde Kampagnen unter der Gürtellinie gegen Journalisten fahren, die kritisch über die FPÖ oder unzensuriert.at berichten?

  • Stimmt es, dass Hans Becker von Sothen bis zu seinem Tod 2014 Unzensuriert-Chefredakteur war, wie in einem Nachruf in „Zur Zeit“ berichtet wird?

Der Geschäftsführer des Herausgeberverlags von unzensuriert.at hat die Fragen beantwortet – freilich nicht in der Weise, wie sich Fabian Schmid das vielleicht gewünscht hätte. Für die Zukunft haben wir jedoch gelernt, Anfragen aus der Standard-Redaktion grundsätzlich unbeantwortet zu lassen. Hans Rauscher und seinem offenherzigen Kommentar sei Dank!

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