Bettina Kudla darf trotz „Umvolkungs“-Sager in der CDU bleiben – aus Angst, sie könnte zur AfD wechseln.

Foto: Bild: Sven Teschke / Wikimedia (CC BY-SA 3.0 DE)
Aus Angst vor Wechsel zur AfD: CDU schließt Abgeordnete Kudla trotz „Umvolkungs“-Sager nicht aus

Der Erfolg der AfD in Deutschland lähmt derzeit die CDU von Angela Merkel. Aus Angst, die Bundestagsabgeordnete Bettina Kudla könnte zur Partei von Frauke Petry wechseln, ließ man ihr jetzt sogar einen "Umvolkungs"-Sager durchgehen. Gegenüber dem Spiegel sagte ein nicht namentlich genanntes Führungsmitglied der CDU: "Eine AfD-Rednerin im Bundestag ist das Letzte, was wir jetzt brauchen." Dennoch hat die stellvertretende AfD-Europaabgeordnete Beatrix von Storch Kudla einen Wechsel in ihre Partei angeboten.

Harmlose Reaktion aus der CDU-Fraktion

Man stelle sich nur vor, eine AfD-Politikerin hätte auf Twitter oder Facebook zur Flüchtlingskrise die Diktion von der "Umvolkung Deutschlands" verwendet. Sie wäre von der politischen Konkurrenz und den Medien öffentlich hingerichtet worden – so lange, bis sie den Hut genommen hätte. CDU-Politikerin Bettina Kudla hat ihren Tweet – trotz dieser Diktion – überlebt. Sie schrieb:

BK #Merkel streitet es ab, #Tauber träumt. Die #Umvolkung #Deutschlands hat längst begonnen. Handlungsbedarf besteht!
— Bettina Kudla (@KudlaLeipzig) 24. September 2016

Die Reaktion der CDU auf diesen Tweet fiel relativ harmlos aus. Unionsfraktionschef Volker Kauder hatte die Wortwahl der Leipziger Bundestagsabgeordneten zwar als "völlig inakzeptabel" bezeichnet, doch sagte er dem Spiegel:

Wir sollten jetzt aber nichts überstürzen. Momentan gibt es keinen Grund, Frau Kudla aus der Fraktion auszuschließen.

Seit Jahren werden Politiker, die vor Umvolkung warnen, unter Nazi-Verdacht gestellt. Dabei wird jedoch übersehen, dass die Nationalsozialisten den Begriff offensiv einsetzen, während heute Zuwanderungskritiker vor einer Umvolkung warnen. Die "Umvolker" sind nicht sie selbst, die ihre Heimat bewahren wollen, sondern jene Politiker, die einer ungezügelten Masseneinwanderung nach wie vor das Wort reden – in Deutschland also beispielsweise Kanzlerin Merkel.

Türken als "Cansel Dünnschiss" bezeichnet

Dennoch: Wer weiß, wie Kauder reagiert hätte, würde die AfD der Partei nicht immer gefährlicher werden? Die Angst vor dem Machtverlust aufgrund der völlig verfehlten Flüchtlingspolitik der Kanzlerin Angela Merkel ist so groß, dass man frustrierte CDU-Politiker dulden muss. Kudla lässt sich den Mund nicht verbieten. Sie ist vor Wochen mit Äußerungen über den türkischen Journalisten Can Dündar in die Schlagzeilen geraten. In einem Tweet titulierte sie ihn als "Cansel Dünnschiss":

Cansel #Dünnschiss, pardon, Can #Dündar sagt, #Beitrittsverhandlungen mit #Türkei nicht abbrechen. Wissen wir selbst.
— Bettina Kudla (@KudlaLeipzig) 9. September 2016

 

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