Bundespräsident bis heute, heißt es auf einer Facebookseite von Heinz Fischer. Als Impressum wird die Österreichische Präsidentschaftskanzlei angeführt, die sich offiziell distanziert.

Foto: Bild: Screenshot Facebook
Heinz Fischer ist auf Facebook noch immer Bundespräsident

Heinz Fischer kann sich offenbar von seiner Rolle als Bundespräsident nicht trennen. Diesen Eindruck müssen Besucher der Facebook-Seite „Bundespräsident a.D. Heinz Fischer“ haben. Bei der Info (hier zum Screenshot) wird als aktueller Arbeitsplatz „Bundespräsident der Republik Österreich“ angeführt, obwohl er schon vor Monaten aus seinem Amt regelrecht weggelobt wurde. Es heißt sogar, er sei „bis heute“ Bundespräsident.

Präsidentschaftskanzlei weist Verantwortung von sich

Dem nicht genug führt der Link des Impressums seiner Facebookseite auf das offizielle Impressum der Österreichischen Präsidentschaftskanzlei. Dort heißt es derzeit in großen Buchstaben:

Die Funktionen des Bundespräsidenten werden zur Zeit gemäß Art. 64 Abs. 1 B-VG vom Nationalratspräsidium ausgeübt.

Die Präsidentschaftskanzlei will auch nicht für Fischers Internetaktivitäten verantwortlich sein, wie beteuert wurde. Anstalten, gegen die Falschinformation vorzugehen, machten die Hofburg-Mitarbeiter gegenüber der Austria Presse Agentur allerdings auch nicht.

FPÖ-General Kickl kritisiert Fischers Auftritt auf Steuerzahlerkosten

Aufmerksam wurde der freiheitliche Generalsekretär Hebert Kickl auf des Alt-Bundespräsidenten Facebook-Auftritt, weil Fischer aktiv das Wort für den grünen Bundespräsidentschaftskandidaten Alexander Van der Bellen ergriff und seine Wortmeldung“ auf Facebook intensiv abgefeiert wurde. „Mehr als zwei Monate lang war praktisch nichts los auf dieser Seite, aber jetzt, wo Heinz Fischer sich offen als Van-der-Bellen-Wähler geoutet hat, geht’s plötzlich drunter und drüber“, meint Kickl.

"Ich werde durch meine neuerliche Stimmabgabe für Alexander Van der Bellen jene (Mit-)Verantwortung übernehmen, die dem Gedanken der Demokratie zugrunde liegt, für die wir alle Verantwortung tragen."

Posted by Bundespräsident a.D. Heinz Fischer on Freitag, 23. September 2016

Brisant sei der Fall insofern, weil Fischers Internetauftritt möglicherweise nach wie vor mit Steuergeld bezahlt werde. „Ich halte das für rechtlich zweifelhaft, aber auf alle Fälle für moralisch verwerflich. Heinz Fischer lässt sich offenbar auf Steuerzahlerkosten als Privatmann eine Facebook-Seite weiter betreiben. Noch dazu eine, die jetzt sechs Jahre lang mit Steuergeld aufgebaut und betreut wurde. Ob sich die 94.000 Fans, die sich für den Bundespräsidenten Heinz Fischer interessiert haben, auch tatsächlich für den Pensionisten Heinz Fischer interessieren, wage ich zu bezweifeln.“

Sitzt Fischer selbst vor dem Laptop?

Nun, vielleicht ist es tatsächlich so, dass kein Mitarbeiter der Bundespräsidentschaftskanzlei Fischers Internetauftritt betreut. Vielleicht sitzt Fischer tatsächlich höchstpersönlich vorm Laptop, postet Fotos und lädt Videos hoch. Viel Zeit für die Betreuung seines Auftritts sollte er als Ex-Präsident ohnehin haben.

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