Schach leitet sich zwar von persisch „Schah“ (König) ab, doch ist eine Frauen-Weltmeisterschaft in einer mohammedanischen Diktatur wie dem Iran ein Skandal.

Foto: Bild: Bubba73 at English Wikipedia / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
Weltschachverband will seine Spielerinnen mit einem Hidschab vermummen

Seit 1927 werden unter der Schirmherrschaft des Weltschachverbandes FIDE (Fédération Internationale des Échecs) Schachweltmeisterschaften für Frauen ausgetragen. Die jüngste fand heuer in Lemberg (Ukraine) statt.

Spielerinnen müssen Schleier tragen

Doch der nächste Titelkampf im Februar 2017 soll ausgerechnet in Teheran (Iran) stattfinden, wogegen bereits protestiert wird. Denn im Iran hat jede Frau per Gesetz Kopftuch zu tragen. Daher müssen sich auch die 64 besten Schachspielerinnen der Welt mit einem Hidschab vermummen, wenn sie an diesen Weltmeisterschaften teilnehmen wollen.

Niemand soll gezwungen werden, Hidschab zu tragen

Allerdings regt sich bereits kräftiger Widerstand, denn einige der Spielerinnen sehen nicht ein, sich dieser mohammedanischen Selbstverständlichkeit der Unterwerfung der Frau unter den Mann zu beugen. Die amerikanische Schachmeisterin Carla Heredia etwa kann nicht verstehen, dass der Weltschachverband FIDE seine Spielerinnen in ein Land schickt, wo Frauen per (islamischem) Gesetz Schleier tragen müssen.

Großmeisterin Heredia erklärte, dass keine Frau gezwungen werden sollte, den Hidschab zu tragen, „und da denke ich nicht nur an uns 64 Schachspielerinnen, sondern auch an die Iranerinnen. Ich stehe ein für die Menschenrechte aller Frauen!“

Im iranischen Gesetz sind Frauen nicht mit den vollen Bürgerrechten ausgestattet und stehen, nach mohammedanischer Lehre, weit unter dem Mann.

Frauenunterdrückung nicht unterstützen

Ebenfalls erschüttert ob dieses fragwürdigen Austragungsortes zeigt sich die georgisch-amerikanische Großmeisterin der Frauen, Nazi Paikidze: „Frauen werden im Iran heute gezwungen, sich zu verschleiern. Das ist hart. Viele halten die Verschleierung der Frauen für eine kulturelle Frage. Aber ich weiß, dass viele Frauen dagegen protestieren, unter hohem Risiko. Ich werde also nicht den Schleier tragen. Ich will diese Frauenunterdrückung nicht auch noch unterstützen!“

Gefängnisstrafen für verrutschten Schleier

Allein im Jahre 2014 sind 3,6 Millionen Frauen in der Islamischen Republik Iran gesetzlich belangt worden, weil ihre Haare oder ihr Nacken „nicht ausreichend bedeckt“ waren. Vor kurzem stand sogar bei einem verrutschten Schleier die Todesstrafe im Raum. Derzeit (unter einem etwas „milderen“ Regime) sind es immerhin „nur“ Geldstrafen oder Gefängnis.

Zwar verurteilt der Weltschachverband FIDE in seinen Statuten jegliche Form von Diskriminierung und auch in den Satzungen des Deutschen Schachbundes findet sich eine Passage zur „allgemeinen Gleichbehandlung“.

Trotzdem eiert der Präsident des Deutschen Schachbundes, Herbert Bastian, herum und meint, der Schachsport wolle „den Dialog der Kulturen“ fördern. Daher meinte er zynisch (obwohl er es privat angeblich anders sieht), dass die Wettkämpfe auch in Ländern stattfinden können, „die für die westliche Welt mitunter fremde kulturelle Gewohnheiten vertreten“

Propaganda-Triumph für den Iran und den gesamten Islam

Die 1977 von der Journalistin Alice Schwarzer gegründete feministische Publikumszeitschrift EMMA meint dazu:

64 verschleierte Schachspielerinnen aus der ganzen Welt in Teheran. Das wären nicht nur 64 verhüllte besonders kluge Köpfe, es wäre nicht nur ein trauriges Zeichen für die Millionen zwangsverschleierten Frauen im Iran – es wäre ein Propaganda-Triumph für den Iran. Seht her, ihr schlauen Schachspielerinnen: Selbst euch zwingen wir unter den Schleier!

Darum ist zu hoffen, dass die Schachspielerinnen durchhalten und die Spiele im Iran boykottieren!

Bestechungsverdacht steht im Raum

Leider steht die Befürchtung im Raum, dass der Weltschachverband FIDE den renitenten Spielerinnen mit Sanktionen droht. Denn wenn man überhaupt auf die Idee kommt, eine Frauenveranstaltung in einem Land mit einer derart restriktiven (mohammedanischen) Einstellung Frauen gegenüber zu veranstalten, muss man entweder sehr empfängliche für hohe Bonitäten (Bestechung) sein, oder bereits akzeptiert haben, dass der Islam die Weltherrschaft antritt.

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