„Krone“ stimmt in Hetze gegen „Verteidiger Europas“ ein – und erntet Shitstorm ihrer Leser

Richard Schmitt bringt seinen Kommentar via Twitter dem Falter-Chefredakteur Klenk zur Kenntnis. Die Zahl der davon Begeisterten hält sich in Grenzen. Foto: Screenshot Richard Schmitt / Twitter
Richard Schmitt bringt seinen Kommentar via Twitter dem Falter-Chefredakteur Klenk zur Kenntnis. Die Zahl der davon Begeisterten hält sich in Grenzen.
Foto: Screenshot Richard Schmitt / Twitter
9. Oktober 2016 - 22:20

Krone.at-Chefredakteur Richard Schmitt sorgte zuletzt über den Leserkreis der eigenen Zeitung hinaus für Aufsehen. In einigen Kommentaren prangerte er schonungslos die Auswüchse der Massenzuwanderung an. In einem Interview erklärte er zudem offen, dass Medien wie Standard und Kurier rund um Flüchtlingsthemen für breite Teile der Öffentlichkeit ihre Glaubwürdigkeit schon längst verloren hätten. Unzensuriert.at sei das Medium, mit dem sich krone.at in einer Auseinandersetzung befände, also im Wettstreit um die Leser.

Soziale Ächtung auf Twitter

Die Wahrheit zu sagen oder sie gar in ein Mainstream-Medium zu schreiben, bleibt nicht folgenlos. Zumindest muss man mit sozialer Ächtung durch die Kollegenschaft rechnen und das dann auch aushalten. Etwa auf Twitter, wo einander die linken Schreiber gerne für ihre Artikel auf die Schulter klopfen und wo Schmitt naturgemäß in letzter Zeit eher schlecht wegkam.

Vielleicht auch, um sich wieder ein wenig in diese Parallelwelt zu integrieren, verfasste Schmitt heute auf krone.at einen Kommentar, in dem er in die seit Wochen anhaltende Hetze gegen den patriotischen Kongress „Verteidiger Europas“ in Linz am 29. Oktober einstimmt. Und damit das seine, ihn seit Wochen schmähenden Kollegen, auch merken, knüpft er darin an einen „Tweet“ des in diesen Kreisen besonders angesehenen Chefredakteurs der Wiener Lokalzeitung Falter, Florian Klenk, an. Der hatte mit Blick auf den Kongress nämlich gemeint.

Die Gebrüder Moped sind zwei ebenfalls in diesen Twitter-Kreisen sehr populäre Kabarettisten, die nach den besonders linksgedrillten Puls4-Nachrichten hin und wieder ihren Senf zur Tagespolitik abgeben.

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Schmitt stellt sich in seinem hochpolemischen Kommentar (der übrigens in der morgen, Montag, erscheinenden Print-Ausgabe als gewöhnlicher Bericht auf Seite 3 erscheint) die Frage: „FPÖ-Kickl und Identitäre als ‚Verteidiger Europas‘?“ und dockt beim Falter-Chefredakteur, nicht ganz korrekt zitierend, an:

"Ist das jetzt echt oder eine Satire-Nummer?", hinterfragt "Falter"-Chefredakteur Florian Klenk auf der Social-Media-Plattform Twitter dieses "Europäische Forum" in Linz. Und diese Frage ist nicht ganz unberechtigt: Denn neben Kickl und der Pro-Assad-Referentin Maram Susli aus Syrien wird auch Roland Hofbauer, der Chefredakteur des Magazins "alles roger", als Vortragender genannt. Den meisten ist Hofbauer noch als Ex-Ehemann der ORF-Talkerin Barbara Karlich bekannt.

Linke Gewalt als "Leistungsschau"?

Was den Ex-Ehemann einer ORF-Journalistin daran hindern soll, glaubwürdigen Journalismus abseits des Mainstreams zu betreiben, erklärt Schmitt nicht. Ebenso wenig, warum hierzulande den Syrien-Krieg nur kommentieren soll, wer pro IS oder zumindest pro USA eingestellt ist. Aber dafür legitimiert er zu erwartende Exzesse linker Gegendemonstranten bereits mit einem Augenzwinkern:

Die Linke wird dieses Treffen am 29. Oktober in der Linzer Innenstadt vermutlich ebenfalls für eine "Leistungsschau" nutzen.

Und schließlich fordert Schmitt recht unverhohlen eine Reaktion des Linzer Bürgermeisters auf die „Aufmarschpläne der Rechten“, weil der Ruf der oberösterreichischen Landeshauptstadt „historisch nicht unbelastet“ sei (das sind Graz, die "Stadt der Erhebung", oder Wien mit hunderttausend Führer-Jublern am Heldenplatz übrigens auch nicht).

Krone-Leser weisen Schmitt zurecht

Für unzensuriert.at – einen der Medienpartner des Kongresses – ist es nicht nötig, Schmitt auf die Expertise des Verfassungsschutzes hinzuweisen, der die Gefahr (ausschließlich) von angekündigten linken Gegendemonstranten auszugehen sieht (die übrigens auch die einzigen sein werden, die in Linz „aufmarschieren“). Denn das erledigen die Krone-Leser in einem ziemlich heftigen "Shitstorm" gegen Schmitts Pamphlet selbst. Hier einige von (Stand Sonntag., 22.00 Uhr) 123 Kommentaren:

Wieso "Aufmarschpläne der Rechten" ich dachte, da gehts um einen Kongress mit Referenten? Und wenn die Identitären tatsächlich "ultrarechts" sind, wie nennt man dann erst bewaffnete, gewaltausübende Neonazis?

Ultralinke sind gefährlicher, da gewaltbereit. Es wurden schon einige wegen Mordversuches bei einer Demo in Wien europaweit gesucht.

Als Linzerin finde ich es in Ordnung ,ich hoffe nur die Linken geben ruhe !!

Wie theatralisch,ein Aufmarsch und Treffen der Ultrarechten. Bei denn Linken heißt heißt das,Aktivisten aber mit dem feinen Unterschied die sind sehr Gewalt bereit. Auch wenn manche es nicht wahrhaben wollen es ist die Wahrheit. Wie Herr Hofer gesagt hat. Es wird hart und er hält das aus. Ich auch Hofer X

Leider bin ich zu diesem Zeitpunkt in Ungarn, ich würde mir die Veranstaltung gerne anhören. Ich hoffe nur, dass die Polizei den linken Versagermob unter Kontrolle hat, sonst werden wieder Scheiben eingeschlagen, Autos zerstört, Menschen mit Steinen beworfen usw.

Die linken Grünen werden wieder Hass und Hetze verbreiten , und passt auf das euch keine Pflastersteine treffen von den Linksradikalen

Von Demokratie und Grundrechten

Und auch ganz allgemein geben die Leser dem Autor einige Hinweise zum besseren Verständnis von Demokratie und Grundrechten.

Das ist nun mal so in einer Demokratie mit freier Meinungsäußerung, über die Verteidigung Europas zu diskutieren ist nicht verboten...

Wenn etwas gefährlich ist, dann die Politik, die zur Zeit gemacht wird. Aber wer nicht die Meinung unserer Regierung vertritt ist ein N..., ein Hetzer usw.

Dummheit ist doch überbietbar. Die FPÖ ist derzeit die einzige Partei, die glaubwürdig die direkte Demokratie nach Schweizer Muster anstrebt. Also nazistisches oder diktatorisches Ziel der FPÖ vorzuwerfen gehört in das Fach Dummheit.

Anbiederung an Falter kommt schlecht an

Nicht besonders gut bekam Schmitt auch seine Anbiederung an den Falter. Das sehen seine Leser etwa so:

Hab genau bis zu dem Wort FALTER gelesen, der Rest hat sich somit erübrigt!!!

Am Falter seiner Stelle würde ich mir mehr Sorgen um die radikalen, linken Steinewerfer machen!

Jessas, da hat der Falter wieder die Finger im Spiel ... Da weiß man ja schon was man davon zu halten hat ... Im absoluten Glauben das Richtige zu tun, scheuen die Linken eben vor Lüge, Verrat, Fälschung und Denunziantentum nicht zurück - Das sind genau die Eigenschaften, welche sie bei ihrem vermeintlichen ideologischen Feind so sehr verurteilen ... traurig eigentlich ...

Abzuwarten bleibt, ob die linke Twitter-Journaille Richard Schmitt nun wieder als einer der Ihren anerkennt…

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