Schweiz: Angebliche Mitschuld von Frauen an Vergewaltigungen löst "Shitstorm" aus

SVP-Politikerin Andrea Geissbühler hat sich mit ihrer Aussage zu Sex-Tätern eine Menge Ärger eingehandelt. Foto: snaphot (SichereSchweiz) / YouTube
SVP-Politikerin Andrea Geissbühler hat sich mit ihrer Aussage zu Sex-Tätern eine Menge Ärger eingehandelt.
Foto: snaphot (SichereSchweiz) / YouTube
13. Oktober 2016 - 11:35

Andrea Geissbühler ist eine 40-jährige, schweizerische Nationalrätin der SVP für den Kanton Bern und gehört dort der Sicherheitspolitischen Kommission (SiK) an. Landesweit, ja sogar über die Landesgrenzen hinaus, ist sie mit einer grenzenlos dummen Aussage aufgefallen: Bei einem Fernsehinterauftritt meinte die ehemalige Polizistin, dass bedingte Strafen (die in ihren Augen eigentlich „keine richtigen Strafen“ sind) dann gerechtfertigt wären, wenn Frauen an ihrer Vergewaltigung mitschuldig seien, denn „naive Frauen“ würden eine Mitschuld an Vergewaltigungen tragen.

"Naive Frauen, die fremde Männer mit nach Hause nehmen"

Wörtlich hörte sich ihre Fernsehaussage so an: „Naive Frauen, die fremde Männer nach dem Ausgang mit nach Hause nehmen und dann ein bisschen mitmachen, aber dann plötzlich dennoch nicht wollen, tragen ja auch ein wenig eine Mitschuld. Da sind die bedingten Strafen vielleicht gerechtfertigt.“

Gigantischer Aufschrei wegen Aussage

Der Aufschrei in der Schweiz war gigantisch. Die bisher als Hardlinerin geltende SVP-Politikerin schien sich auf die Seite perverser Vergewaltiger zu schlagen. Viele Vergewaltigungsopfer fühlen sich nun vor den Kopf gestoßen und sind völlig entsetzt, dass eine Politikerin ein so grauenhaftes Verbrechen durch eine angebliche Mitschuld der Opfer verharmlost.

Kehrtwende: "Kuscheljustiz nervt mich"

Am Donnerstag freilich ruderte Geissbühler zurück und gab bekannt, dass sie eine derartige Aussage nicht mehr machen würde: „Viele Leute bekamen den Satz in den falschen Hals.“ Weiters sagte sie: „Die Missverständnisse sind zu groß, wenn man die Aussage nicht begründen kann, ich habe die Seite in keiner Hinsicht gewechselt. Die Kuscheljustiz nervt mich.“

"Korrekturen, damit die Richter weniger Spielraum haben"

Außerdem ist sie entschieden dafür, Vergewaltiger hart zu bestrafen. Denn es dürfe nicht sein, dass man zwei Drittel der Sex-Täter mit einer bedingten Gefängnisstrafe davonkommen lässt. Und über die Justiz meinte Andrea Geissbühler dann auch noch: „Hier braucht es Korrekturen, damit die Richter weniger Spielraum haben.“

Gute Kommunikation könnte Leid ersparen

Auch betonte sie ebenfalls, dass ihre missverständlich gemachte Aussage vom eigentlichen Problem ablenken würde, indem man sich auf ihre Person fokussiere. Denn für Andrea Geissbühler ist es eindeutig. „Opfer bleibt Opfer, Täter bleibt Täter und ein Nein bleibt ein Nein.“

Und außerdem ginge es in ihrer Aussage nur um jene Fälle, wo Frauen in ihrer Naivität nicht klar ein Nein kommunizieren würden, wenn sie jemanden mit nach Hause nähmen. So appellierte sie nocheinmal an die Frauen, deutlich zu sagen, was sie wollten und was nicht. Denn andernfalls hätten die Männer falsche Erwartungen, und die Frauen würden sich einer ernsthaften Gefahr aussetzen.  

Daher zeigt sich Andrea Geissbühler überzeugt, dass eine gute Kommunikation viel Leid ersparen könnte. Und übrigens, fügte sie in ihrer Verteidigungsrede zum Fernsehauftritt an, nicht alle Zuseher hätten ihre Aussage falsch verstanden. Sie hätte auch viele Reaktionen von Leuten erhalten, die sofort wussten, was sie gemeint hatte.

Kommunikation mit mohammedanischen Sextätern?

Womöglich tat man Andrea Geissbühler tatsächlich Unrecht, indem man sie verdächtigt hat, Vergewaltiger zu pardonieren. Allerdings sollte sie sich gefallen lassen, dass man ihr selbst eine gehörige Portion Naivität vorwerfen muss, wenn sie tatsächlich glaubt, dass man mit mohammedanisch sozialisierten Männern, die in den Frauen Koran-bedingt nur Sexualobjekte sehen, normal kommunizieren kann, wenn diese ihre Triebe ausleben möchten.

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