Spiegelbild des österreichischen Bildungssystems – Heinz Fischer lehrt nun in Innsbruck

Uni Innsbruck darf sich über Heinz Fischer als neuen Professor freuen. Endlich ein „Zivilberuf“ für den Ex-Präsidenten. Foto: Machno / Wikimedia (CC BY-SA 4.0)
Uni Innsbruck darf sich über Heinz Fischer als neuen Professor freuen. Endlich ein „Zivilberuf“ für den Ex-Präsidenten.
Foto: Machno / Wikimedia (CC BY-SA 4.0)
13. Oktober 2016 - 21:35

Was viele nicht wissen: Der ehemalige Bundespräsident Heinz Fischer ist auch Universitätsprofessor und in dieser Funktion derzeit tätig.

Kommentar von Unzensurix

Allerdings sorgte bereits 1976/77 seine Habilitation für inneruniversitäre Kritik, weil Fischer, wie eigentlich üblich, keine Forschungsarbeit abgegeben, sondern nur seine bisherigen Publikationen vorgelegt hatte. Doch diese wurden, wohl weil man dem damaligen Klubobmann der SPÖ keine Steine in den Weg legen wollte, als Habilitationsschrift einfach durchgewunken.

Fischer stets nur in der SPÖ „berufstätig“

So darf sich Heinz Fischer, der Zeit seines Lebens nie einen „Zivilberuf“ ausüben musste, weil er nach dem Jusstudium und dem Gerichtsjahr sofort als Sekretär im SPÖ-Parlamentsklub einen Versorgungsposten fand, eben Universitätsprofessor für Politikwissenschaft nennen. Und jene Uni, die ihn mit der Habilitation ausgestattetet hatte, die Universität Innsbruck, gibt ihm endlich die Möglichkeit, seine professoralen Ambitionen ausleben zu können.

Habilitationsarbeit nicht notwendig

Als Gastdozent kehrte Fischer an die Leopold-Franzens-Universität zurück, um vor 600 Hörern seine Antrittsvorlesung zu halten. „Die Rolle des Bundespräsidenten in der Zweiten Republik“ war das Thema seiner Ergüsse, für die sich sowohl seine Ehefrau Margit als auch zahlreiche Vertreter aus der Tiroler Landespolitik interessierten.

Weltbewegende Anekdoten

Etwa eine Stunde dauerte das Referat des präsidialen Fachmannes, welches er mit zahlreichen Anekdoten über die Geschichte des Amtes seit der Ersten Republik spickte. Er soll auch darüber erzählt haben, dass man seinen Vorgänger, den ersten Präsidenten der Zweiten Republik, Karl Renner, sogar „Ersatzkaiser“ genannt habe, was der Sozialist Fischer freilich dem Sozialisten Renner niemals zum Vorwurf gemacht haben will.

Norbert Leser kritisierte Fischer

Was er sonst noch über seine Vorgänger zu berichten hatte und wie er seine eigene Rolle als braver SPÖ-Parteisoldat im Amt des Präsidenten beurteilte, ist dem Autor dieser Zeilen leider nicht bekannt. Aber wie Fischers 2014 verstorbener Professorenkollege (der allerdings schriftlich habilitierte) und SPÖ-Parteigänger, Norbert Leser, einst schrieb, dass Heinz Fischer den völligen Absturz der Sozialdemokratie maßgeblich mitgestaltet und mitgemacht hatte, kann man auch annehmen, dass Fischers Professorenauftritt eine lebendes Eingeständnis dafür ist, dass das Bildungssystem, wie wir es bisher glaubten zu kennen, endgültig ausgedient hat und den Bach hinuntergegangen ist.

Der Begriff Qualifikation in seiner Relativität

Denn wenn sich ein eigentlich für das Professorenamt mäßig qualifizierter (siehe Habilitation) Mann mit universitären Weihen schmücken darf, braucht man sich ebenso nicht wundern, wenn andauernd von hochqualifizieren Asylwerbern gesprochen wird, bei denen freilich auch nicht näher nachgeforscht wird, was tatsächlich Sache ist.

Wollen Sie täglich per Mail über die neuesten Artikel informiert werden? Hier können Sie sich anmelden.
Gefällt Ihnen unsere Berichterstattung? Dann unterstützen Sie uns mit einer Spende:
IBAN: AT581420020010863865, BIC: EASYATW1, Unzensuriert.at
SPENDEN
Loading...
in

Die Kommentarfunktion ist deaktiviert.