Bob Dylan neuer Literaturnobelpreisträger: Aus österreichischer Sicht eine schwere Enttäuschung

Foto: Bild: Francisco Antunes / Wikimedia (CC BY 2.0)
Songwriter Dylan erhält Literaturnobelpreis – Kapazunder wie Menasse gehen leer aus

Der Literaturnobelpreis, in Österreich auch manchen als "Elfriede-Jelinek-Preis" bekannt, ging dieses Jahr nicht an einen üblichen Vertreter hoher, durchgeistigter „Welt“-Literatur, welche sich richtigerweise in der Pflicht sieht, den Menschen entweder linksmoralisch- (2004: Jelinek) oder staatspolitisch- (2015: die Putin-Kritikerin Swetlana Alexijewitsch) literarisch zu erziehen, sondern an einen Song-Writer oder Liedermacher, der einen für Nobelpreisträger untypischen Bekanntheitsgrad hat, nämlich Bob Dylan.

Kommentar von Unzensurix

Natürlich kann und soll man vielleicht aus österreichischer Sicht diese Entscheidung anzweifeln, denn erstens ist Bob Dylan bei Gott kein richtiger Schriftsteller, denn Romane und Theaterstücke sucht man bei ihm vergeblich, und zweitens hat er auf seiner Wikipedia-Seite keine Rubrik Preise, Auszeichnungen und Stipendien, denn erst solche Anerkennungen zeichnen hierzulande den wahren Schriftsteller aus.

Menasse für Nobelpreis mehr als qualifiziert

Bei Robert Menasse etwa finden sich 31 derartige Eintragungen, vom Staatsstipendium des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst für Literatur (1987) bis zum Prix du Livre Europeen (2015), was eindeutig belegt, dass ein solcher Dichter mehr als überqualifiziert wäre, den Nobelpreis einzuheimsen, weil er dann zudem mit den 822.000 Euro Literaturnobelpreis-Preisgeld endlich keine typisch finanziellen Sorgen eines freischaffenden Schriftsteller mehr hätte.

Knausriger Umgang mit Staatskünstlern

Dass Österreich mit seinen Staatskünstlern tatsächlich mehr als knausrig umgeht, kann man in Andreas Unterbergers Tagebuch nachlesen, wo der Autor Dietmar Horst schreibt, dass Robert Menasse in den Jahren 2001 bis 2011 nur lächerliche 308.957 Euro vom österreichischen Kunstministerium zur Verfügung gestellt kommen hatte. Und davon soll ein Literat leben können…?

Zum Vergleich: Elfriede Jelinek (derzeit 30 Auszeichnungen und Preise) erhielt den Nobelpreis sogar schon, als sie erst 23 Preise zu Buche stehen hatte (der vierundzwanzigste war dann immerhin der Nobelpreis).

Skandalverdächtig: Ein Mann ohne Literaturpreise gewinnt den Nobelpreis

So kann man aus der Sicht des Literaten-Staates Österreich nicht umhin, die Schwedische Akademie zu kritiseren, die sich, aus welchen Gründen auch immer, für Bob Dylan entschieden hatte. Denn dieser Mensch hat neben seiner offensichtlichen Minderqualifikation (denn dass Songtexte hohe Literatur sein sollen, darf aus Jelinek-Menasse-Sicht angezweifelt werden), einen weiteren nicht unwesentlichen Fehler in seiner Biographie aufzuweisen, der in Österreich eher für Literaturpreise kontraproduktiv wäre.

Gebürtiger Jude Dylan ist auch noch bekennender Christ

Denn der als Robert Zimmerman geborene Bob Dylan war ursprünglich Jude, hat sich aber dann dem Christentum zugewendet, ist 1979 konvertiert und scheut sich nicht, sich als Christ zu bezeichnen. Außerdem gab Bob Dylan sogar ein Konzert während eines Internationalen Eucharistischen Kongresses in Bologna, wo sogar der damalige Papst Johannes Paul II. und Kardinal Joseph Ratzinger (der spätere Benedikt XVI.) anwesend waren.

Resümee: Krasse Fehlentscheidung

Zusammenfassend muss man also sagen, dass die heurige Entscheidung (bei aller Wertschätzung für Herrn Dylan) des Nobelpreiskomitees eine krasse Fehlentscheidung war. Denn wenn ein bekennender Christ, der mit seinen Werken den Menschen eher Freude bereitet und sie nicht vor den Kopf stößt, auf sie schimpft und sie als Ewiggestrige abstempelt, mit dem Literaturnobelpreis bedacht wird, dann muss man sich ernsthaft um die Bedeutung dieses Preises, der zuletzt ja primär wegen der (linken) "Haltung" der Bepreisten vergeben wurde, Sorgen machen.

Diese Fehlentscheidung kann nur wieder ins rechte Lot gerückt werden, wenn Robert Menasse wenigstens nächstes Jahr den Literaturnobelpreis zugesprochen bekommt. Die Österreichische Bundesregierung sollte dahingehend bei den Schweden intervenieren.

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