Manuel Ochsenreiter ist Gründer eines eurasischen Think Tanks und will damit zu einer Entamerikanisierung Europas beitragen.

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Manuel Ochsenreiter: Der andere Ansatz zur Geopolitik

In seinem Vortrag am Kongress der "Verteidiger Europas" erläuterte der deutsche Krisenberichterstatter Manuel Ochsenteiter seine Sichtweise und einen etwas anderen Zugang zum Thema Geopolitik europäischer Prägung.

Der 1976 im Allgäu geborene ehemalige Chefredakteur der Deutschen Militärzeitschrift (DMZ) und momentane Chefredakteur der Monatszeitschrift Zuerst hat dem Auditorium eine andere Sichtweise europäisch geprägter Geopolitik näher gebracht. Mit seiner Berichterstattung über Konflikte in Syrien, der Ukraine und in Bergkarabach trägt er wesentlich zur Verbreitung fundierter Positionen jenseits des journalistischen Mainstreams bei. Das von ihm 2007 veröffentlichte Buch „Staatsmord in Bagdad, Saddam Hussein am Galgen“ beschäftigt sich unter anderem mit, wie er es nennt, „politischer Siegerjustiz“.

Deutsches Zentrum für eurasische Studien

Dieses von Ochsenreiter als NGO im März dieses Jahres gegründete Institut, das er selbst als „Think and Active Tank“ bezeichnet, soll eine klaffende Lücke in den, am eigenen nationalen Interesse ausgerichteten geopolitischen Analysen und Aktivitäten Deutschlands schließen, so Ochsenreiter. Es sollen dabei Neubereiche geschaffen werden, in denen verstärkter Fokus auf innere Sicherheit des Staates sowie wirtschaftliche Interessen gelegt wird. Der deutsche Staat und damit auch Kanzlerin Merkel würden bei dem Thema nationale Interessen gänzlich versagen, erklärte Ochsenreiter weiter. Trotz der engen wirtschaftlichen Verflechtungen Deutschlands und Russlands werde in den bilateralen Beziehungen viel riskiert.

Gegen Amerikanisierung Europas

Ochsenreiter tritt in seinen Ausführungen auch vehement für eine „Entamerikanisierung“ Europas ein. Dies sei sehr wohl auch in einem militärischen Sinne zu sehen, amerikanische Militärbasen müssten aus ganz Europa entfernt werden und der Einladung europäischer Staaten zur Stationierung amerikanischer Truppen auf dem Kontinent Einhalt geboten werden.

Ausrichtung und Inhalte

Geplant sei vom Deutschen Zentrum für eurasische Studien hierbei eine ganze Palette an Aktivitäten, wobei die Netzwerkaktivitäten mit ähnlich orientierten Instituten vor allem im eurasischen Bereich einen Schwerpunkt bilden sollen. Weiters plane man sehr viele unterschiedliche Betätigungsfelder zu erschließen, darunter die Teilnahme und Organisation von Konferenzen, Wahlbeobachtung, Fact Finding Missions, Crisis Monitoring Missions sowie Publikationen von Studien der Experten des Zentrums. Die langfristige Planung sehe vor, einen Gegenpart, wenn nicht Ersatz für internationale Organisationen wie OSZE und UN zu etablieren, so Ochsenreiter in seinen Ausführungen.

Bislang seien die Beiträge auf der Webseite hauptsächlich auf Englisch abrufbar, das habe mit deren Internationalität zu tun. Eine eigene deutsche und russische Sektion seien jedoch geplant, erläuterte Ochsenreiter abschließend.                                          

Ganz zweifellos ist es aber lohnenswert,  den Werdegang des „deutschen Zentrums für eurasische Studien“, in Zukunft genauer zu beobachten.

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