Auf Trumps Sensationssieg und die damit verbundene historische Fehleinschätzung der Mainstream-Medien folgten plumpe Schmähreden und Rechtfertigungsversuche der Verlierer.

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Trump triumphiert, Clinton kollabiert

Bei einem für die Demokraten unheilverkündenden Wahlmänner-Zwischenstand von 245 zu 218 für Trump gestand sich Clinton ihr desaströses Abschneiden bei den US-Wahlen ein und schickte ihren Kampagnenleiter John Podesta kurzentschlossen auf die Bühne des Jacob Javits Centers in New York, um die pompös geplante Siegesfeier abzusagen und die geladenen Gäste wieder heimzuschicken. Die Anhänger Clintons mussten, gefangen in Schockstarre, von der vor Symbolik nur so strotzenden Wahlparty-Lokalität abziehen, die demokratische Kandidatin zog es indes vor, nicht vor die Öffentlichkeit zu treten und vorerst im Stillen ihre Wunden zu lecken.

Gastkommentar von Jürgen Pock

Entgegen der Leitmedien kam es nicht zu dem von ihnen erhofften Favoritensieg für Clinton. Die New York Times hat die die Demokratin noch zu Beginn des Wahltages als unbesiegbar präsentiert, nachdem sie im kleinen Dorf Dixville Notch, New Hampshire, vier von acht Wählerstimmen für sich verbuchen konnte und Trump nur mit zwei ins Rennen startete. Ebenso wenig gab es das in konservativen Kreisen angepeilte Kopf-an-Kopf-Rennen, die Wahl zur 45. Präsidentschaft der USA wurde stattdessen zu einem Fiasko für Clinton und die Demokraten, welche weder im Senat noch im Repräsentantenhaus reüssieren konnten und in beiden Kammern die Minderheit stellen.

Und es kam noch schlimmer. Nach drei Bundesstaaten verbuchte Trump 19 Wahlmännerstimmen, Clinton erst 3. Danach holte sich Clinton wie erwartet große Teile der Ostküste, Trump die republikanisch dominierten Südstaaten. Clintons demokratischer Unterstützer Bill de Blasio, New Yorks Bürgermeister, sprach kurz vor drei Uhr (MEZ) in einem überstürzt-überheblichen Anfall schon von einem historischen Sieg, als nur wenig später die heiß umkämpften Swing States Ohio, North Carolina und schließlich auch Florida auf Trumps Konto gingen. Nachdem sich allerdings auch noch der Blue State Pennsylvania und der traditionell demokratisch regierte Arbeiterstaat Michigan rot färbten, begann Clintons elitäres Netzwerk an Lobbyisten, Interessensvertretern, Geldzirkeln, gütig gestimmten Medien und anderen Adjutanten um ihren Anteil am Machtkuchen zu bangen. Kurz nach acht Uhr wurde die Elite, die 18 Monate lang für Clinton agitiert und annonciert hat, von der Gewissheit erschlagen, dass Clinton ein blamables Wahlergebnis für die Demokraten einfahren wird. Eine klare Mehrheit an Wahlmännerstimmen kürt Donald Trump zum neuen US-Präsidenten und setzt der Washingtoner Filzpolitik ein von der veröffentlichten Meinung nicht erwartetes Ende.

Das Volk hat sich nicht blenden lassen

Das Stimmvolk hat Clinton im Gegensatz zum FBI und anderen staatlichen Institutionen an ihren rechtswidrigen Taten gemessen, sich von ihrer bunten, von Promis und Stars aufgeblasenen Multimillionen-Kampagne, nicht blenden lassen und ihre sozialistischen Zukunftspläne zunichtegemacht. Der von Clintons Unterstützern vielfach beschworene Trumpf, ihre 30-jährige Polit-Erfahrung, kehrte sich in ihre größte Schwäche. Ihr Machtmissbrauch, ihre Heuchelei, Indiskretion, korruptionsfreundliche Mentalität und Collage aus Rechtsbrüchen taten ihr Übriges, um Clintons politischen Niedergang zu zementieren.

Prompt folgten auf Trumps Sensationssieg und die damit verbundenen historischen Fehleinschätzungen der Mainstream-Medien plumpe Schmähreden und Rechtfertigungsversuche der Verlierer. Erste linke, selbstgefällige Stimmen fantasieren absurderweise von einer zu objektiven Berichterstattung und erklären sich den Wahlausgang mit einer von niederen Instinkten geleiteten Wählerschaft, die einen gescheiterten Staat verkörpert. Die Propaganda geht also in die nächste Runde. Von Einsicht keine Spur.

Jürgen Pock beendete erfolgreich das Studium der Germanistik und Rechtswissenschaften an der Karl-Franzens-Universität in Graz. In der Vergangenheit war er unter anderem in der Redaktion der Kleine Zeitung Graz und der Grazer Woche tätig. Aktuell ist Pock PR-Manager.

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