Dank für deutsche „Subventionen“ an Afghanistan: Taliban zünden Autobombe in deutschem Honorarkonsulat in Nord-Afghanistan

Bild: newsonline / flickr (CC BY 2.0)
Afghanistans Dank an deutsche Spendenfreudigkeit: Bombenangriff auf deutsches Konsulat

Seit nunmehr fast 14 Jahren müht sich die internationale Gemeinschaft, die Situation im Land am Hindukusch zu verbessern und zu stabilisieren. Mit mäßigem, bis gar keinem Erfolg, wie man wohl nüchtern eingestehen muss. Rund 500 Milliarden Dollar flossen nach internationalen Schätzungen bis dato nach Afghanistan. Enorme Korruption und der noch immer größte Wirtschaftsfaktor des Opiumanbaues sind unter anderem der größte Hemmschuh der islamischen Republik. All dies begünstigt naturgemäß das Treiben der radikalislamischen Taliban.

Enorme Geldflüsse trotz stagnierender Reformen

Erst Anfang Oktober diesen Jahres wurden auf einer Konferenz in Brüssel neue Geldflüsse in Milliardenhöhe an Afghanistan beschlossen. An dieser „Geberkonferenz“ nahmen neben 70 internationalen Staaten, darunter Deutschland, auch 20 internationale Organisationen teil.

Deutschland gibt 1,7 Milliarden Euro für “schwammige Bedingungen“

Nach Informationen des Spiegel, soll alleine Deutschland im Zeitraum von vier Jahren, 1,7 Milliarden Euro nach Kabul überweisen. Die Bedingungen dieses Deals umfassen nicht etwa, wie zu vermuten wäre, die vertragliche Bindung der Abschiebung straffällig gewordener afghanischer Asylwerber hierzulande, nein das wäre wohl angesichts der stolzen Summe der deutschen „Spende“ dann doch zu viel verlangt. Vielmehr gibt es da den äußerst schwammig formulierten Passus „der engeren Kooperation mit der afghanischen Regierung in allen Fragen der Migration“.

Dies lässt einigen Spielraum für Interpretation seitens der Afghanen und ist nur einer von drei Punkten dieser „informellen Vereinbarung“, um nicht zu sagen Empfehlung. Die beiden weiteren ebenso „lasch“ formulierten Punkte sind die Erwartung von “verantwortlichem und effektiven Handeln seitens der afghanischen Regierung“ sowie „die Bekämpfung von lähmender Korruption“ im Land der Stammesfehden und des Opiumhandels.

Denkzettel für Deutschland

Heute Nacht hat dann Deutschland wohl den Denk-oder Dankzettel für sein eifriges Engagement in der islamischen Republik am Hindukusch bekommen. Das deutsche Konsulat in der viertgrößten afghanischen Stadt Masar-i-Scharif, im Norden des Landes wurde zum erklärten Angriffsziel radikal islamischer Taliban Milizen. Dabei wurden acht Menschen getötet und über 100 teils schwer verletzt, wie auch die Welt berichtet.

Bundesaußenminister Frank Walter Steinmeier bestätigte in seiner Pressekonferenz kurz vor Mittag, dass sich keine Deutschen unter den Opfern befänden.

Deutsches Konsulat als Anschlagsziel des Racheaktes der Taliban

Das erst 2013 eröffnete Generalkonsulat im Zentrum der Stadt Masar-i-Scharif, unweit der Blauen Moschee, wird durch besonders hohes Sicherheitsaufkommen und einer fünf Meter hohe Mauer gesichert. Wie der mit Sprengstoff beladene Kohletransporter an das Gelände heran kommen konnte, ist bis dato noch nicht bekannt. Die Detonation soll einen metertiefen Krater in die umliegende Straße gerissen haben, die gesamte Stromversorgung der Umgebung fiel aus.

Vom Sprecher des Auswärtigen Amtes wurde bestätigt, dass es unmittelbar nach dem Angriff um 23:00 Uhr Ortszeit, zu Kampfhandlungen auf dem Konsulats Gelände gekommen sei.

Bundeswehr Eingreiftruppe am Anschlagsort im Einsatz

Aus dem, ca. zehn Kilometer entfernten Bundeswehrlager „Camp Marmal“ wurden sofort Kräfte auf das Konsulatsgelände entsandt. Das, derzeit rund 1.000 deutsche Soldaten beherbergende Camp, verfügt auch über eine sogenannte „schnelle Eingreiftruppe“.

Nach Angaben des Polizeisprechers der Provinz Balch, Saied Sadat, handelte es sich nur um einen Einzeltäter, was allerdings den Kampfhandlungen auf dem Konsulats Gelände widersprechen würde.

Taliban Bekennerschreiben im Internet

In der von der Taliban Miliz veröffentlichten Stellungnahme im Internet heißt es, „die Märtyrer Attacke habe gegen 23:00 Uhr begonnen und sei von heiligen Kriegern (Mudschahedin) des islamischen Emirates durchgeführt worden“. Dies sei eine Vergeltungsmaßnahme für einen Luftangriff in der Nord-Afghanischen Provinz Kundus gewesen.

Am 3.November des Jahres waren afghanische Streitkräfte in Kundus unter schweren Beschuss der Taliban geraten. Daraufhin bekamen sie amerikanische Luftunterstützung, wobei 30 Zivilisten getötet wurden. Dies wurde daraufhin von der internationalen Gemeinschaft als „nicht hinnehmbar“ verurteilt.

Seit März dieses Jahres befindet sich auch ein kleines Kontingent deutscher Soldaten in Kundus. Allerdings gab es an dem „missglückten“ Luftschlag keinerlei Beteiligung deutscher Soldaten.

Also ist der Angriff auf das deutsche Honorarkonsulat möglicher Weise doch als „verfehltes Dankeschön“ an das spendenfreudige, noch immer nicht desillusionierte, „wir schaffen das“ Deutschland zu sehen?

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, unterstützen Sie bitte das Projekt unzensuriert mit einer Spende. Per paypal (Kreditkarte) oder mit einer Überweisung auf AT58 1420 0200 1086 3865 (BIC: EASYATW1), ltd. Unzensuriert

  Dieses Video könnte Sie auch interessieren:
Copy link