Links und lernresistent

Nach der Wahl von Donald Trump zum nächsten US-Präsidenten und den daran geknüpften publizistischen wie auch politischen Possen im Vorfeld ist vor der nächsten Belehrungswelle durch die progressiv polternde Gesinnungsgruppe auch hierzulande. Nachdem sich die vereinigten Medienmacher und etablierten Parteigranden samt intellektuellem Echo daran gemacht haben, Hillary Clinton übereilt zur Siegerin zu küren, versuchen sich nun manche der falschen Propheten in beschämter Beschwichtigung. Andere allerdings, wie zum Beispiel der Grünen-Guru Alexander Van der Bellen, treten ungeniert vor die Mikrofone und begnügen sich mit der Wiederholung altbekannter Parolen.

Gastkommentar von Jürgen Pock

Man ist geneigt zu denken, dass der Wahlausgang in den USA die Aufmerksamkeit zumindest ein Stückchen weit in Richtung Motivanalyse bewegen würde und vor allem in linken Kreisen, wenn schon nicht zum Um- so doch zum Nachdenken, anregen würde. Weit gefehlt. Der ehemalige Obmann der Grünen meint die Gunst der Stunde dadurch nutzen zu können, dass er im typisch belehrend-alarmierenden Gestus vor seinem Gegenkandidaten Hofer warnt und für ein gemeinsames Super-Europa trommelt.

Van der Bellens Kampagnenteam, das ihm ja schon des Öfteren unfreiwillig die Maske vom grünen Gesicht gerissen hat – man erinnere sich nur an die patriotisch aufgeladenen Sujets, die den Professor ungemein unglaubwürdig als Heimatverliebten inszeniert haben – beweist mithin beharrlich eine absolute Lernresistenz. Anstatt sich von Vernunft geleitet über die Beweggründe des Stimmvolks Gedanken zu machen, gehen die Linken lieber daran, in dieselbe Misserfolg versprechende Kerbe zu schlagen, die Clinton und ihren Clan nur wenige Tage zuvor zu Fall gebracht haben.

Es fehlt an der nötigen Einsicht

Es fehlt, wie so oft, an der nötigen Einsicht und an selbstkritischer Reflexion. Überaus bemerkenswert ist jedoch, wie weit die Ignoranz und selbstgefällige Überheblichkeit in linken Köpfen fortgeschritten ist, um nach dem amerikanischen Negativbeispiel in dieselben verbalen Fußstapfen zu treten wie die Verlierer. Die Unfähigkeit, aus den politischen Fehlern anderer zu lernen, ist frappant.

Dennoch drängt Van der Bellen mit seinen unzulänglichen Zuschreibungen an die Öffentlichkeit. Stets die totale Toleranz predigend, bedient er sich deplatzierter Anschuldigungen, um Hofer als „Rechtsdemagogen“ zu denunzieren, der, im Falle eines Wahlsieges, eine unheilvolle blaue Republik und „die Machtübername durch die FPÖ“ einleiten würde. Einzig sein von Intellektualität und Klugheit überbordender Geist könne Europa vereinen und „wieder in die richtige Richtung“ bringen. Selbstredend wird Richtigkeit ausschließlich aus linker Logik abgeleitet, die allgemeingültige Wahrheit findet sich nur auf Seiten des grünen Kandidaten. Freilich.

Grüne sind Partei der Intoleranz und Verbote

Und seine Panikattacken, mit welchen er ungefragt seine potentielle Wählerschaft beglückt, seine politische Hetzjagd auf Andersdenkende antreibt, seinen Wunsch nach rhetorischen Tabuzonen, Sprechverboten und politischer Korrektheit bekräftigt, gelten als zwingende Maßnahmen, um den eigenen universellen Geltungsanspruch zu rechtfertigen.

Dieser megalomanischen Phantasmen nicht genug, mischt sich jetzt auch noch Vizekanzler Mitterlehner, wenn auch auf indirektem Wege mit Blick auf den Wirtschaftsstandort Österreich, in den Wahlkampf ein und lässt mal locker eine Empfehlung für den Kandidaten Van der Bellen vom Stapel. Laut ÖVP-Obmann bringe er „die internationale Reputation“ mit, die für die Ausübung des Präsidentschaftsamts unabdingbar sei. Nota-bene: Das hochnäsige, heimische Establishment verpasst folglich keine Chance, sich entschlossen noch weiter ins politische Abseits zu befördern.

Jürgen Pock beendete erfolgreich das Studium der Germanistik und Rechtswissenschaften an der Karl-Franzens-Universität in Graz. In der Vergangenheit war er unter anderem in der Redaktion der Kleine Zeitung Graz und der Grazer Woche tätig. Aktuell ist Pock PR-Manager.

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