Der türkische Außenminister Cavusoglu (m.) rechtfertigt die Einführung der Todesstrafe damit, dass auch seine Frau dafür sei.

Foto: Bild: Estonian Foreign Ministry / wikimedia (CC BY 2.0)
Türkischer Außenminister stellt klar: „Das Volk will die Todesstrafe – und meine Frau auch“

Zu einem verbalen Schlagabtausch mit internationaler Beachtung kam es zwischen dem deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier und seinem türkischen Kollegen Mevlüt Cavusoglu bei einem Treffen in Ankara. Die Türkei warf Deutschland vor, tausenden Mitgliedern der verbotenen kurdischen PKK (Arbeiterpartei) Unterschlupf zu gewähren. Deutschland kritisierte im Gegenzug die Verhaftungswellen nach dem missglückten Putschversuch im Juli.

Todesstrafe gegen Putschisten und Gegner gewollt

Weil sich die Beitrittsverhandlungen der Türkei zur EU immer noch ohne Ergebnis in die Länge ziehen würden, schien es dem Außenminister zu reichen. Er forderte von seinem deutschen Amtskollegen Steinmeier eine gleichberechtigte Partnerschaft seines Landes, wie die Welt berichtet.

Europa winkt nur zögerlich ab

Weil jedoch viele europäische Staaten, insbesondere Österreich, die Beitrittsverhandlungen abbrechen wollen und Luxemburg zuletzt sogar Sanktionen für den Präsidenten Recep T. Erdogan und sein Regime forderten, winkte nun auch der deutsche Außenminister in Ankara ab. Er nannte als Begründung auch die türkischen Überlegungen zur Todesstrafe für Anhänger der vorgeblichen Putschisten.

"Gnadenfrist" für die EU

„Das Volk will die Todesstrafe und meine Frau auch“, entgegnete Mevlüt Cavusoglu daraufhin schlicht, aber bestimmt. Bis Ende des Jahres wolle sich die Türkei laut Erdogan aber noch geduldig zum Thema Beitrittsverhandlungen zeigen, danach solle sein Volk darüber entscheiden.

 

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