Präsidentenwahl in Frankreich: Marine Le Pen mit guten Chancen auf den Sieg

Marine Le Pen will den Franzosen ihr Land zurückgeben - und hat das "Establishment" gegen sich, wie Norbert Hofer in Österreich. Foto: Blandine Le Cain / flickr (CC BY 2.0)
Marine Le Pen will den Franzosen ihr Land zurückgeben - und hat das "Establishment" gegen sich, wie Norbert Hofer in Österreich.
Foto: Blandine Le Cain / flickr (CC BY 2.0)

2017 wird für Frankreich ein Jahr der Entscheidung. Der Vorsitzenden des Front National, Marine Le Pen, werden bei der Präsidentenwahl gute Siegeschancen eingeräumt.

Le Pen in Umfragen vorne

Marine Le Pen ist es gelungen, aus dem zuvor eher rechtsextremen Front National eine breite Bürgerbewegung entstehen zu lassen. Niemand in Frankreich zweifelt daran, dass Le Pen im kommenden Jahr in die Stichwahl im Kampf um das Präsidentenamt einziehen wird.

Chancenlos scheint hingegen der amtierende Staatspräsident Francois Hollande zu sein. Die Umfragewerte des unbeliebten Sozialisten sind im Keller. Es gilt nicht einmal als sicher, dass er von seiner Partei ins Rennen geschickt wird.

Das Handtuch geworfen hat bereits der frühere Staatspräsident Nicolas Sarkozy, wie Unzensuriert.at Anfang dieser Woche berichtete. Er hat die parteiinterne Vorwahl der Konservativen gegen Francois Fillon und Alain Juppé verloren. Doch auch die verbliebenen Konservativen liegen in den Umfragen neun bzw. vier Prozentpunkte hinter Le Pen zurück.

Eine gegen alle - ähnlich wie in Österreich

Ähnlich wie im Dezember in Österreich wird entscheidend sein, ob eine Mehrheit der Franzosen den status quo beibehalten will und den Kandidaten des Establishments wählt, oder ob sie sich für Patriotismus und einen neuen Stil im Umgang mit den Bürgern entscheiden. Denn egal, gegen wen Le Pen in die Stichwahl einziehen wird, sie wird alle auf ihren Pfründen und ihrer Macht beharrenden Kräfte des Landes und Europas gegen sich haben.

Le Pen liest Angela Merkel und Francois Hollande die Leviten

Sollte Marine Le Pen zur Staatspräsidentin gewählt werden, werden es Angela Merkel und die EU mit einem selbstbewussten und starken Frankreich zu tun bekommen. Darüber, dass sie nicht die Absicht hat, sich der Politik der deutschen Kanzlerin oder eines Kommissionspräsidenten Jean Claude Juncker unterzuordnen, ließ die Französin 2015 in einer Rede im Europäischen Parlament keinen Zweifel. Vielmehr stellt sie einen Austritt Frankreichs aus dem Staatenbund und aus der Währungsunion in Aussicht.

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