Schlafenden Sohn mit kochendem Wasser übergossen: 20 Jahre Haft für Ägypter

Vor einem Geschworenengericht im Wiener Landl musst sie ein 59-jähriger Ägypter verantworten. Foto: sss
Vor einem Geschworenengericht im Wiener Landl musst sie ein 59-jähriger Ägypter verantworten.
Foto: sss
24. November 2016 - 5:11

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Nichtsahnend schlief der 17-jährige Sohn eines Ägypters im Mai, als sein Vater ihn mit kochend heißem Wasser übergoß. Nachdem der 59 Jahre alte Migrant die Wohnung der Familie nach der Scheidung hatte verlassen sollen, reagierte er seinen Frust bei einem Besuch am eigenen Sohn ab. Im Anschluss griff er zu einem Küchenmesser und verletzte ihn schwer. Das Straflandesgericht Wien fällte nun ein ungewohnt hartes Urteil und schickte ihn für 20 Jahren hinter Gitter.

Dass Schüler überlebte, ist ein Wunder

Beim Prozess entschieden sich die Geschworenen mehrheitlich auf versuchten Mordversuch und werteten die Heimtücke, seinen schlafenden Sohn attackiert zu haben, als eine besondere Schwere. Zugetragen hatte sich die Tat bereits im Frühjahr, die vorangegangene Scheidung hätte den Mann obdachlos gemacht. Er fühlte sich von seiner Frau betrogen, welche ihm „das Haus unter Betrug genommen“ habe, berichtet die Presse.

Gewalt auch gegen "dämonische" Tochter

Auch seine Tochter beschuldigte er, eine „Dämonin“ zu sein, als die Richterin nach einer früheren angeblichen Gewalttat fragte. Die Polizei wurde zu einem Einsatz in der Wohnung der Familie gerufen, weil er sein Kind mit einem Messer bedroht haben sollte. Eine Verletzung habe sich das Mädchen seinen Angaben zu Folge aber selber zugefügt und ihn danach beschuldigt.

Vor dem Mordanschlag betrank sich der Vater

Weil sich sein Sohn nicht auf die Seite des gelernten Diplomingenieurs stellte und ihm nicht dabei half, die Wohnung wieder zurückzubekommen, ging er nach reichlichem Alkoholkonsum letztlich auf ihn los. Der erkältete junge Mann lag im Bett, als ihn der Vater mit kochendem Wasser aus dem Teekocher übergoß und schließlich am Boden liegend noch auf ihn einstach.

Flüchten konnte der 17-jährige nur mit einem Sprung durch das Fenster. Sein Vater verfolgte ihn aber und stach weitere 15 Mal (!) auf seinen Kopf sein.

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