Hofer oder doch Van der Bellen? Bundespräsidentschaftswahl spaltet die ÖVP

Klaus Schneeberger ist einer von vielen, die Mitterlehners ÖVP-Linie nicht nachvollziehen können. Foto: Unzensuriert.at
Klaus Schneeberger ist einer von vielen, die Mitterlehners ÖVP-Linie nicht nachvollziehen können.
Foto: Unzensuriert.at
30. November 2016 - 14:05

Der parteiinterne Streit bei der ÖVP anlässlich der Bundespräsidentschaftswahl ist perfekt! Bekanntlich hat ÖVP-Obmann Reinhold Mitterlehner seinen Klubobmann Reinhold Lopatka gerügt, weil dieser sich für den freiheitlichen Bundespräsidentschaftskandidaten Norbert Hofer ausgesprochen hatte, während Mitterlehner den grünen Kandidaten Van der Bellen präferiert.

ÖVP-NÖ grenzt sich von VdB ab

Nicht nur, dass Mitterlehner medial abgewatscht wird – der Krone-Kolumnist Michael Jeanée hinterfragte in seiner „Post“, warum der „Ex-Django“, der Chef einer christlichen Partei, einen linken und bekennenden Gottlosen als Präsidenten wünscht. Es grenzt sich auch die größte Machtbasis der Schwarzen – die ÖVP Niederösterreich – von Van der Bellen bzw. von Mitterlehners Linie, ab.

Kritik an Lopatka nicht nachvollziehbar

Zum einen preschte Niederösterreichs ÖVP-Klubobmann im Landtag, der Wiener Neustädter Bürgermeister Klaus Schneeberger vor, der Norbert Hofer für wählbar hält. "Ich kann die Kritik an den Aussagen von Reinhold Lopatka nicht nachvollziehen. Genauso wenig den Kurs der SP. Wenn sich der Kanzler wenige Tage vor der Wahl freundschaftlich mit Strache inszeniert, frage ich mich, ob nicht dort eine Linie gebrochen wird“, wird Schneeberger in der Gratiszeitung Heute zitiert. Schneeberger ist übrigens in einer Koalition mit der FPÖ, mit der er gut arbeiten könne.

Mitterlehner befeuerte Debatte selbst

Und ein weiterer mächtiger Niederösterreicher attackiert Mitterlehner frontal. Johann Rädler, der Sprecher der niederösterreichischen ÖVP-Nationalratsabgeordneten, kritisierte gegenüber dem Kurier, dass  Mitterlehner selbst die Debatte befeuert habe. Mitterlehner habe die Parole ausgegeben, weder den Grünen Alexander Van der Bellen noch Hofer zur Wahl zu empfehlen. 

Und dann habe der Parteichef selber Vorliebe für Van der Bellen bekundet. Außerdem missfällt Rädler, dass prominente Ex-ÖVP-Granden für Van der Bellen werben. Das sei zum Fremdschämen. Die niederösterreischischen Abgeordneten stünden jedenfalls geschlossen hinter Lopatka. Ein ÖVP-Minister, der nicht namentlich genannt wird, legt Mittlerlehner seinen Rücktritt nahe: "Es ist Zeit für einen Wechsel an der Parteispitze."

ÖVP-Basis mehrheitlich gegen Van der Bellen

Übrigens: Das Magazin Wochenblick betont nach Recherchen, dass die Mehrheit der ÖVP-Basis gegen Van der Bellen sei. Zitiert wird außerdem der ehemalige ÖVP-Generalsekretär Peter McDonald, der Van der Bellen als Sicherheitsrisiko für Österreich bezeichnete.

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