AfD -Vize Alexander Gauland sieht inhaltliche Nähe zu französischer Systempartei – als einziger in der AfD..

Foto: Bild: Metropolico.org / flickr (CC BY-SA 2.0)
AfD-Vize Gauland geht „liberaler Version von Le Pen“, François Fillon, auf den Leim

Mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit hatten die Delegierten der französischen konservativen Partei UMP am 27. November den vormaligen Premierminister François Fillon zu ihrem Kandidaten für das höchste politische Amt Frankreichs gewählt. Mit dem stellvertretenden AfD-Vorsitzenden Alexander Gauland hat er in Deutschland bereits einen Anhänger gefunden.

Fillon gibt sich als „liberale“ Version von Marine Le Pen

Um Marine Le Pen den Wind aus den Segeln zu nehmen, gibt Fillon vor, eine europäische Friedensordnung in Kooperation mit Russland anzustreben und die Abhängigkeit von den USA verringern zu wollen. Die EU will er nach Grundsätzen General Charles de Gaulles als Zusammenarbeit von souveränen Nationalstaaten ausgerichtet sehen. Mit scharfen Äußerungen über die Migrationskrise und die Probleme des Islams sowie mit traditionellen Ansichten zu familiären Werten versucht er, Le Pen einen Teil ihrer potentiellen Wähler abspenstig zu machen.

Von all dem war allerdings in seiner Amtszeit als Premierminister Frankreichs unter seinem vormaligen Chef Nikolas Sarkozy nichts zu sehen. Damals verfolgte er vielmehr eine Linie, die vom französischen Volk abgestraft wurde.

Gauland glaubt den Versprechungen

Keinen Zweifel an der Glaubwürdigkeit des französischen Systempolitikers scheint Alexander Gauland zu haben. Neben den völlig neuen weltanschaulichen Tönen Fillons hat es ihm besonders dessen liberales Wirtschaftprogramm angetan. Und somit will Gauland festgestellt haben, dass Fillons Programm dem der AfD „mindestens so nahe sei, wie das des Front National". Daher sollte sich die AfD beim Blick auf die französischen Präsidentschaftswahlen nicht einseitig mit Marine Le Pen solidarisieren, zitiert ihn die Welt am Sonntag.

Damit steht er allerdings in Widerspruch mit AfD-Spitzenpolitikern wie Parteichefin Frauke Petry, dem Europaabgeordneten Marcus Pretzell oder dem thüringischen AfD-Vorsitzenden Björn Höcke, die sich für eine enge Kooperation mit dem „Front National“ ausgesprochen haben.

Le Pen bleibt bei ihrer Linie

Klare Worte zu ihren Konkurrenten um das Präsidentenamt und zum Rückzug des amtierenden Präsidenten Francois Hollande fand letzte Woche die Präsidentin des Front National, Marine Le Pen. Sie habe keinen Grund, ihre Strategie zu ändern, denn sie glaube nicht an das politische Schema von „links“ und „rechts“. Vielmehr gäbe es auf der einen Seite die national Gesinnten und die Patrioten und auf der anderen Seite die Globalisierer, Eurokraten und  „Immigrationisten“.

Der Anflug von Ultraliberalität, der bei den Parteien UMP (Konservative) und PS (Sozialisten) modern zu sein scheint, bestärke sie, an ihrer Position der nationalen Solidarität festzuhalten. „Niemals ist ein Kandidat in seiner Unterwerfung unter die ultraliberalen Forderungen der EU so weit gegangen wie Fillon“, zitiert sie die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Sie führe dies auf den Druck der Europäischen Union zurück.

"Ersatzleute minderer Qualität"

Ironisch bezeichnete sie ihre nunmehrigen Konkurrenten als Ersatzleute minderer Qualität, die mit den alten Fehlern behaftet sind. Ihrer Meinung nach werden Manuel Valls (derzeitiger sozialistischer Premierminister) und Francois Fillon (vormaliger konservativer Premierminister) versuchen, die Leute glauben zu machen, dass sie keinerlei Verantwortung für die negativen Bilanzen der Amtszeiten Sarkozys und Hollandes tragen.

 

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