Die Türkin besteht auf Zurschaustellung des islamischen Symbols – und wundert sich, dass sie keine Arbeit findet.

Foto: Bild: Metropolico.org / flickr (CC BY-SA 2.0)
Türkin zeigt Arzt an, weil er keine Angestellte will, die radikale religiöse Symbole trägt

Der Bregenzer Kardiologe Dr. G. lehnte eine türkische Stellenbewerberin ab, weil sie Kopftuch trägt. Jetzt will sie ihn verklagen.

Bewerbungsschreiben mit Kopftuch

Die 32-jährige Türkin Birgül Yücel bewarb sich in Vorarlberg nach eigenen Angaben bei zahlreichen Ärzten als Arzthelferin und erhielt genauso viele Absagen. Sie führt dies darauf zurück, dass sie auf ihrem Bewerbungsfoto Kopftuch trug. Weil einer der Ärzte die Absage ehrlich begründete, fühlt sie sich von ihm beleidigt.

Arzt antwortete offen und ehrlich

Unter anderen bewarb sich Frau Yücel beim Kardiologen Dr. G., der sie per E-Mail wissen ließ, dass er keine Angestellte beschäftigen wolle, die radikale religiöse Symbole zur Schau stelle:

Sehr geehrte Frau Yücel,
Ich muss Ihnen leider absagen. Sie werden doch nicht erwarten, dass ich eine Mitarbeiterin haben will, die ein fundamentalistisches religiöses Symbol weithin sichtbar trägt? Das islamistische Kopftuch passt nicht zur europäischen Kultur und damit werden Sie nie zu einem ordentlichen Job kommen!
Mit freundlichem Gruß
Dr. …….

Türkin fühlt sich beleidigt

Obwohl ich meine Bewerbung an viele Ärzte versendet habe, bekam ich immer eine Absage, weil mein Bewerbungsfoto mit einem Kopftuch war. „Aber die Diskriminierung und die beleidigende Antwort auf meine Bewerbung am Montag war für mich eine sehr große Enttäuschung“, beklagt sich Yücel gegenüber der Agentur Anadolu. Und sie kündigt an, gegen den Arzt Anzeige erstatten zu wollen. „Ich werde meine Rechte verteidigen. Der Arzt ist natürlich frei bei seiner Entscheidung, wen er einstellt und wen nicht. Jedoch hat er nicht das Recht, Menschen derart zu beleidigen“.

Kopftuch ist islamisches Symbol

Er betrachte das Kopftuch als ein islamisches Symbol und möchte so eine Angestellte nicht haben, bekräftigte Dr. G. seine Entscheidung auf Anfrage der Agentur. Er würde aber auch keine Nonne mit einem Kruzifix einstellen. Die Trennung von Kirche und Staat entspreche der europäischen Kultur. Menschen, die Kirche und Staat nicht trennen könnten, möge er nicht.
 

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