Mit einem Lächeln quittiierten Hofer, Strache und Kickl (von links) das Wahlergebnis, wie auch so manche Journalistenfrage während der Pressekonferenz.

Bild: FPÖ
FPÖ kündigt Strafanzeige gegen Antifa wegen Herabwürdigung des Staates an

Die extremistische Gruppierung „Autonome Antifa“ war mit dem Wahlergebnis vom Sonntag trotz Van der Bellens Sieg nicht zufrieden. „Österreich, du Nazi“ und „Österreich, die mieses Stück Scheiße“ verlauteten die Staatsfeinde noch am Wahlabend. FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl kündigte eine Strafanzeige wegen Herabwürdigung des Staates und seiner Symbole an und bedauerte zugleich, dass Alexander Van der Bellen die erste Gelegenheit, Brücken zu bauen, ausgelassen habe, indem er sich bis heute nicht von diesen Sprüchen distanziert habe.

Alle gegen Norbert Hofer eingehängt

In einer Pressekonferenz analysierten FPÖ-Obmann HC Strache, Kandidat Norbert Hofer und Kickl heute das Wahlergebnis. Strache zählte dabei auf, wer sich aller gegen Hofer eingehängt habe: die Regierungsparteien SPÖ und ÖVP, die regierungstreue Opposition aus Grünen und Neos, Oligarchen wie Haselsteiner und nicht zuletzt die Mainstream-Presse. Dem Nachrichtenmagazin profil, das unter dem Titel „Es kann nur einen geben“ einen Wahlaufruf für Van der Bellen auf Seite gedruckt hatte, attestiert der FPÖ-Obmann, sich endgültig als „Propagandablatt“ entlarvt zu haben.

Hofer gratulierte dem Wahlsieger Van der Bellen ebenso wie Strache und bat die Wähler beider Kandidaten, als Österreicher zusammenzuhalten. Vor zahlreichen Vertretern ausländischer Medien stellt er einmal mehr fest: „Die FPÖ ist keine rechtsextreme Partei, sie ist eine Mitte-Rechts-Partei.“ In  Österreich sei – anders als in anderen europäischen Staaten – keine einzige extremistische Partei – weder links noch rechts – im Parlament vertreten.

Lächeln über herbeigeschriebene Obmanndebatte

Amüsiert zeigte sich die FPÖ-Spitze über die von manchen Medien  herbeigeschriebene Obmanndebatte. Hofer sagte diese ab. Er sei lange kein so guter Parteiobmann wie HC Strache uns sehe seine Aufgaben ganz woanders, etwa in einer neuerlichen Bundespräsidentschaftskandidatur oder weiterhin im Nationalratspräsidium, „künftig vielleicht als zweiter oder erster Präsident.“ Kickl ergänzte, dass viele Medien bisher das Problem der FPÖ in nur einer starken Persönlichkeit, nämlich HC Strache, erblickt hätten. Nun seien es dieselben Medien, die aus zwei starken Personen eine Krise zimmern würden. „Der FC Barcelona hat auch kein Problem damit, einen Neymar, einen Messi und einen Suarez in seiner Reihen zu haben“, zog Kickl einen Vergleich mit dem besten Fußballklub der Welt.

Kritik gab es auch an der ÖVP und insbesondere an Obmann Reinhold Mitterlehner, der – entgegen dem ursprünglichen Versprechen der Partei, keine Wahlempfehlung abgeben zu wollen – eine klare Präferenz für Van der Bellen gezeigt hatte. „Es wird Mitterlehners historisches Verdienst sein, dass ein atheistischer Linker Bundespräsident geworden ist. Er wird es in seiner Partei verantworten müssen, die eigene Gesinnung und Weltanschauung über Bord geworfen zu haben, nur damit es einige ÖVP-Landeschefs leichter haben.“

Die Pressekonferenz der FPÖ wurde live übertragen – hier die Aufzeichnung:

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