Reinhold Mitterlehner – das neue Bollwerk gegen die FPÖ.

Bild: Unzensuriert.at
ÖVP-Chef Mitterlehner will der wichtigste Hofer-Verhinderer sein

Erinnern Sie sich noch an Reinhold Mitterlehner? Er war Bundesparteiobmann der ÖVP, als – es muss Ende 2015 oder Anfang 2016 gewesen sein – ein überwiegender Teil der Bürger völlig vergaß, wer dieses Amt gerade ausübt. Doch er ist immer noch Bundesparteiobmann der ÖVP #mehrdennje sogar. Und jetzt kämpft er sich zurück ins Bewusstsein der Österreicher.

Mitterlehner fordert Judaslohn für Verrat an christlicher ÖVP

Zuletzt fiel der Mühlviertler auf, als er kein Hehl daraus machte, bei der Bundespräsidentenwahl für Alexander Van der Bellen stimmen zu wollen, um sich danach irrsinnig aufzupudeln, weil sein Klubobmann Lopatka eine Präferenz für den anderen Kandidaten erkennen ließ. Aus seiner Wahlempfehlung, die ja zunächst gar keine sein sollte, will Mitterlehner jetzt Kapital schlagen. Lautstark fordert er seinen Judaslohn für den Verrat an den ohnehin schon brüchigen christlichen Fundamenten der ÖVP.

Denn er habe mit seinem Bekenntnis zu Van der Bellen immerhin „wirklich ein hohes Risiko genommen“, ließ er erst am Freitag wissen und dadurch habe er (das glaubt er hoffentlich nicht wirklich) alle vier Bezirke in seinem Wahlkreis zu Gunsten Van der Bellens „gedreht“.

Was war seine Leistung?

Doch seine Verbündeten aus der Anti-Hofer-Allianz sehen das wohl nicht ganz so. Immerhin zahlten die Grünen den Großteil der Wahlkampf-Rechnung, die Roten borgten Plakatflächen, Aktivisten, des Kanzlers Jogginganzug und des Wiener Bürgermeisters Stimmgewalt und die Pinken liehen dem Van-der-Bellen-Team ihren milliardenschweren Oligarchen für eine sündteure Anti-Hofer-Kampagne. Mitterlehners zaghaftes Wahlbekenntnis nimmt sich da vergleichsweise bescheiden aus.

Also haut er selbst auf den Putz uns verspricht heute Samstag in der Kronen Zeitung, bei der nächsten Nationalratswahl „alles dafür zu tun, dass Strache nicht Bundeskanzler wird“. Die FPÖ, so Mitterlehner, sei nämlich der größte Konkurrent der Schwarzen.

FPÖ ist größter Konkurrent von allen

Diese Einsicht ist nicht allzu spektakulär, denn aufgrund der aktuellen Umfragewerte (bis zu 35 Prozent) ist die FPÖ der größte Konkurrent aller anderer Parteien. Dass diese sich nun – wie bei der Bundespräsidentenwahl – einhängen, könnte diesen Wert weiter nach oben treiben. Sollte es SPÖ, ÖVP, Grünen und Neos auch bei der Nationalratswahl gelingen, gemeinsam mehr Stimmen zu bekommen als die FPÖ, dann ist die liberale Demokratie wohl endgültig gerettet und Mitterlehner wird sich einmal mehr „in seinem Sensorium bestätigt“ fühlen.

Da fällt der Abschied von Partei- und Regierungsämtern gleich viel leichter.

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