Man holt sich mit den Sat-Schüsseln nichtdeutsche Programme aus der “Heimat” ins Wohnzimmer (Bild aus dem Berliner Einwandererbezirk Neukölln)

Foto: Bild: Georg Slickers / Wikimedia (CC BY-SA 2.0)
Gewaltige Sprachdefizite bei Jugendlichen durch immer mehr Kontakte in digitalen Medien

Erleben tun es Kindergärtner, Lehrer oder Arbeitgeber, die Lehrlinge einstellen wollen. Allerdings benötigt es in der heutigen Zeit stets Studien, die das nachweisen, was vielen Alltagsvertrauten schon längst aufgefallen ist.

Jedes achte Kind hat Störung in der Sprachentwicklung

So attestierte unlängst eine Studie in Deutschland, dass die Zahl der Kinder mit erheblichen Sprachproblemen deutlich zugenommen hat. Von Kinderärzten wurde im vergangenen Jahr bei jedem achten Kind im Alter von fünf bis vierzehn Jahren eine Störung der Sprachentwicklung diagnostiziert, wie die zweitgrößte Krankenkasse Deutschlands, die Barmer GEK, erhoben hat. Dieser Studie zufolge hatte vor vier Jahren nur jedes zehnte Kind in dieser untersuchten Gruppe von Kindern Defizite.

In Zahlen ausgedrückt ergibt das hochgerechnet auf alle gesetzlich versicherten Kinder Deutschlands zwischen fünf und vierzehn Jahren etwa 715.000, welche die deutsche Sprache nur mangelhaft beherrschen (2011 waren es noch etwa 70.000 weniger).

Geschlechterunterschiede, aber keine Regionalunterschiede

Burschen (14,4 Prozent) zeigen eher eklatante Sprachdefizite als Mädchen (9,4 Prozent), während deutschlandweit regionale Unterschiede kaum festgestellt werden können. Von Hamburg bis Bayern ist der gleiche Abwärtstrend zu bemerken, den ein Sprecher des Berufsverbandes für Kinder und Jugendärzte (BVKJ), Josef Kahl, bestätigte: „Wir beobachten seit Jahren, dass Sprachstörungen bei Kindern zunehmen. […] Viele Eltern fördern ihre Kinder nicht genug.“

Verantwortung an digitale Medien abgegeben

Josef Kahl erklärte weiter, dass viele Eltern „ihre Verantwortung an die digitalen Medien“ abgeben. Denn oft würde man bereits Säuglinge mit Filmchen aus Smartphones ruhig stellen, oder man setzt die Kinder stundenlang vor die "Glotze", damit diese einen in Ruhe lassen.

So nebenbei wird in der Studie auch noch erwähnt, dass der Anstieg bei Sprachdefiziten auch damit zusammenhängt, dass es immer mehr Kinder aus Einwandererfamilien gibt, die ebenfalls Sprachdefizite aufweisen. „Dabei ist es für die Ärzte oft schwer zu erkennen, ob das Kind Probleme beim Sprechenlernen hat, oder nur zu wenig Deutsch kann.“

Digitale Dominanz auch gegen deutsche Sprache gerichtet

Summa summarum sind diese augenscheinlichen Sprachdefizite bei Kindern in Deutschland (und mit Sicherheit ebenfalls in Österreich) auf mehrere Komponenten zurückzuführen, wobei die digitale Dominanz auch bei deutschsprachigen Familien ausschlaggebend ist.

Allerdings darf nicht vergessen werden, dass es gerade durch diese digitale Dominanz (fremdsprachige Fernsehprogramme etwa oder Internet auf Türkisch, Arabisch etc.) besonders Einwanderfamilien (aber auch bereits lange hier lebende Migranten) erleichtert wird, sich nicht um die deutsche (oder österreichische) Sprache bemühen zu müssen.

Lokale Dialekte werden ausgelöscht

Gerade durch Internet, deutsche TV-Werbung, Filme oder Serien entsteht vielfach ein grauslicher Mix aus lokalen Dialekten und bisher hierzulande nie gekannten Vokabeln, etwa aus dem "Einheitsdeutsch", wo plötzlich Wiener Buben zu "Jungen" werden, wo es selbst in "Qualitätszeitungen" nur noch "raus, rein, rüber, runter" heißt (statt her/hinüber, her/hinunter, her/hinaus, her/hinein) und wo selbst der Wiener Bürgermeister in öffentlichen Ansagen etwas "außen vor" lässt. Und Hallo und Tschüss statt Griaß Di, Serwas und Pfiatigod.

Wozu noch Deutsch lernen in Wien?

Und dass daher gerade Sprachdefizite von Kindern steigen werden, denen es gar nicht notwendig erscheint (weil es ihnen von ihren Eltern vorgelebt wird), gut Deutsch zu können, ist leider nicht von der Hand zu weisen. Wer im türkischen Süpermarkt (früher Greißler) am Eck oder im benachbarten "Handy Shop" (früher Fleischhauer) Arbeit findet, wo ohnehin nur Landsleute verkehren, der braucht doch gar kein Deutsch… zumindest nicht, so lange er sich nicht aus seinem Ghetto hinausbewegt.

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