Bank Austria: 959 treue Mitarbeiter wurden beim AMS angemeldet

Die rigorose Bank Austria-Personalpolitik macht bisherige Mitarbeiter zu Kunden des AMS - das rote Wien schaut zu. Foto: Foto: AMS, Petra Spiola
Die rigorose Bank Austria-Personalpolitik macht bisherige Mitarbeiter zu Kunden des AMS - das rote Wien schaut zu.
Foto: Foto: AMS, Petra Spiola

Die rote Bankenpolitik der Stadt Wien trägt neue, negative Früchte: Um Bilanzen und Renditen zu stabilisieren, fährt die im Mehrheitseigentum der italienischen UniCredit stehende Bank Austria einen radikalen Personalabbau, der jetzt insgesamt 959 Mitarbeitern einen Vormerkschein im Frühwarnsystem des Arbeitsmarktservice (AMS) eingebracht hat.

"Unterschiedlich lange Kündigungsfristen"

Eine Anfragebeantwortung des zuständigen Sozialministers Alois Stöger (SPÖ) an die FPÖ-Abgeordnete Dagmar Belakowitsch-Jenewein lässt Rückschlüsse darüber zu, dass dies noch eine teure Angelegenheit für das AMS und damit für die österreichischen Steuerzahler werden könnte. Darin heißt es:

Der Beginn der Arbeitslosigkeit hängt von den jeweils getroffenen Vereinbarungen zwischen der Uni Credit Bank Austria AG und den betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den daraus resultierenden unterschiedlich langen Kündigungsfristen ab.

Knapp tausend Bank-Austria-Mitarbeiter zukünftige Arbeitslose

Jedenfalls wird das AMS bei knapp tausend arbeitslosen Bankmitarbeitern ordentlich zu tun bekommen, - das kann nicht einmal Stöger zum Schutze seiner Genossen in Wien kleinreden:

Den ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Uni Credit Bank Austria AG steht das gesamte Bündel an entsprechenden AMS-Fördermöglichkeiten zur Verfügung. Die im Einzelfall ausgewählten Maßnahmen hängen vom individuellen Qualifizierungsbedarf der arbeitslos gemeldeten Personen ab. Dieser wird im Rahmen von Beratungsgesprächen mit den betroffenen Personen gemeinsam festgestellt und die konkreten Maßnahmen vereinbart. (…)

Derzeit ist nicht bekannt, wie viele von den gemäß Frühwarnsystem gemeldeten Personen sich auch arbeitslos melden werden. Die daraus resultierenden künftigen Kosten können daher nicht beziffert werden.

Staat zahlt für Verkaufsfiasko der Stadt Wien

Die Bank Austria stand bis ins Jahr 2000 mehrheitlich im Eigentum der Stadt Wien, die das Institut jedoch an die Hypo Vereinsbank in Bayern und diese weiter an die italienische UniCredit verkaufte. Der mittels Aktientausch an die Stadt Wien bezahlte Preis hat durch Kursstürze vor allem im Zuge der Finanzlrise mittlerweile praktisch seinen gesamten Wert verloren. Das Verkaufsfiasko kostet die Bürger aber - wie sich aktuell zeigt - immer noch Geld, während Österreich jedes Mitspracherecht in der seinen Namen tragenden Bank verloren hat.

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