So ein Zufall: Die „amtliche“ Parkpickerl-Postwurfsendung der Stadt Wien (bezahlt durch den Steuerzahler) wird von der gleichen Werbefirma ausgearbeitet wie die Monatszeitung der SPÖ-Favoriten.

Bild: Fotomontage FPÖ-Favoriten
Werbefirma entwirft „Amtliche Mitteilung“ der Stadt Wien – im gleichen Design wie SPÖ-Bezirkszeitung

Im Medienbereich verfügt die SPÖ in Wien über mehrere Netzwerke, welche einerseits die Werbetrommel rühren, andererseits unangenehme Berichterstattungen verhindern sollen. Ein Umstand, der bereits vor rund einem Jahr bei Unzensuriert-TV näher durchleuchtet wurde. Seit damals hat sich nicht viel verändert – dies zeigt auch ein aktueller Fall aus Wiens einwohnerstärkstem Bezirk Favoriten.

„Amtliche Mitteilung“ um 13.420 Euro

Im Zuge der Parkpickerl-Einführung in Favoriten entschloss sich SPÖ-Bezirksvorsteherin Hermine Mospointner, die Bürger mittels einer Postwurfsendung über die neue Parkraumbewirtschaftung zu informieren. Diese Aussendung, die über weite Strecken an ein rotes Parkpickerl-Propagandablatt erinnert, wurde 110.000-mal gedruckt und an alle Favoritner Haushalte versendet. Kostenpunkt: 13.420 Euro. Die Broschüre wurde als sogenannte „Amtliche Mitteilung“ von der roten Bezirksvorstehung herausgeben und von der zuständigen Magistratsabteilung auch als solche genehmigt. Bezahlen durfte das alles selbstverständlich der Steuerzahler.

SPÖ-nahe Firma „aktuell PR“ durfte Postwurfsendung ausarbeiten

Besonders interessant: Die sogenannte „Amtliche Mitteilung“ wurde „zufällig“ von der gleichen Werbefirma ausgearbeitet, welche auch die Monatszeitung der Favoritener Sozialdemokraten redaktionell aufbereitet. Bei der Firma handelt es sich um die „aktuell PR“. Bei näherer Betrachtung der Webseite lässt sich unschwer feststellen, dass das Unternehmen fast ausschließlich Kunden im SPÖ-nahen Umfeld bedient. Neben zahlreichen roten Bezirksgruppen werden auch das Echo-Medienhaus oder der Bohmann Verlag als Referenzen genannt.  

MA 53 segnete Angebot ab

Bei der Postwurfsendung aus Favoriten hat man sich offensichtlich nicht einmal die Mühe gemacht, dem Layout ein neutrales und amtliches Design zu verpassen. Die „Amtliche Mitteilung“ und die SPÖ-Favoriten-Monatszeitung gleichen einander nahezu wie ein Ei dem anderen. Laut einer Anfragebeantwortung von Bezirksvorsteherin Mospointner an die FPÖ hat die zuständige Magistratsabteilung 53 zwar das Angebot der Firma „aktuell PR“ sehr wohl überprüft und anschließend genehmigt. Ob auch Angebote anderer Werbeunternehmen zur Überprüfung vorgelegt wurden, ist jedoch nicht bekannt.

„aktuell PR“ auch in Wien-Wieden tätig

Eine ähnliche Affäre ereignete sich übrigens im Jahr 2012 im 4. Wiener Gemeindebezirk Wieden. Auch dort zeichnete „aktuell PR“ für eine offizielle Information der Bezirksvorstehung verantwortlich. Auch dort gestaltete das Unternehmen gleichzeitig die SPÖ-Bezirkszeitung.

Die Causa rund um die Favoritener Postwurfsendung zeigt, wie gut das rote Netzwerk in der Bundeshauptstadt funktioniert. Faktum ist, dass das rote Wien die Machtzentrale der gesamten SPÖ ist und bleibt. Erst wenn die Sozialdemokratie den Bürgermeistersessel in der Stadt Wien verlieren sollte, dann bricht dieses jahrzehntelang eingespielte „System SPÖ“ wohl zusammen. Bis dahin wird die Informationspolitik von SPÖ und Stadt Wien weiterhin fließend ineinander übergehen.

Unzensuriert-TV: Das System SPÖ

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