Die Wahlmänner sprachen sich mit klarer Mehrheit für den 70-Jährigen als neuen US-Präsidenten aus.

Bild: commons.wikimedia.org / Gage (CC BY-SA 3.0)
Wahlmänner wählten Donald Trump zum Präsidenten der USA

Am Montag entschieden sich die 538 Wahlmänner (electors) des „Electoral College“ und kürten Donald Trump nun auch offiziell zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten.

Üblicherweise reine Formsache

Im Vorfeld wurde zwar darüber spekuliert, dass dieses Electoral College die theoretische Möglichkeit besitzt, gegen den Wählerwillen zu entscheiden, aber außer ein paar Unverbesserlichen, die sich mit einer demokratischen Wahlentscheidung nicht abfinden wollten, glaubte eigentlich niemand daran.

Denn normalerweise gilt die Zusammenkunft der Wahlmänner in ihren jeweiligen Bundesstaaten als reine Formsache, da die Wahlmänner grundsätzlich verpflichtet sind, dem Wählerwillen Folge zu leisten. Wenn sie dies allerdings nicht tun, ist ihre Stimme ebenfalls gültig.

Untreue Wahlmänner

Doch existieren Unterschiede je nach Bundesstaat. In manchen US-Bundesstaaten sind die Wahlmänner verpflichtet, für jenen Kandidaten zu stimmen, der in diesem Staat die Stimmenmehrheit erhalten hatte, in anderen dagegen haben die Wahlmänner tatsächlich die freie Wahl und könnten sich dem Wählerwillen entgegenstellen.

Daher werden in jedem Staat nur die Unterstützer eines Präsidentschaftskandidaten als Wahlmänner nominiert, um einen „faithless elector“ (untreuen Wahlmann) möglichst auszuschließen. Trotzdem gab es in der Geschichte der amerikanischen Wahlen mehrmals solche untreuen Wahlmänner, die allerdings noch nie das Endergebnis einer Präsidentschaftswahl beeinflusst haben.

Clinton mehr „faithless electors“ als Donald Trump

Auch diesmal gab es einige „Abweichler“, wobei interessanterweise fünf aus dem Clinton-Lager und nur zwei aus dem Trump-Lager stammten.

Gegen Clinton stimmten im Bundesstaat Washington sogar vier Wahlmänner. Drei entschieden sich für den ehemaligen US-Außenminister Collin Powell, eigentlich ein Republikaner, der allerdings Obama während dessen Präsidentschaftswahlkampfes unterstützt hatte. Ein weiterer Wahlmann aus Washington votierte für Faith Spotted Eagle, eine Sioux-Indianerin und bekannte Umweltaktivistin, die sich gegen den Bau einer Öl-Pipeline durch ihr Stammesgebiet einsetzt (Unzensuriert.at berichtete). Und in Hawaii bekam auch noch Clintons stärkster interner Gegner im Vorwahlkampf, Bernie Sanders, eine Wahlmann-Stimme.

Donald Trump hatte nur in Texas zwei faithless electors, die sich für die republikanischen Parteimitglieder John Kasich, der bereits im Vorwahlkampf Trump unterlegen war, und Ron Paul entschieden.

Ergebnis mehr als Eindeutig

Somit war das Ergebnis für Donald Trump mehr als souverän. Von 306 Wahlmännern, von denen man erwarten konnte, dass sie ihn wählen, erhielt er 304 Stimmen. Für Hillary Clinton haben 232 Wahlmänner gelobt, sie zu wählen. Geworden sind es dann 227.

Nach den im Sand verlaufenen Spekulationen um mögliche Ungereimtheiten bei der Stimmenauszählung in einigen Bundesstaaten und den grotesken Aufrufen an die Wahlmänner, sich gegen die demokratische Entscheidung des Wählers zu stellen (Unzensuriert.at berichtete), sollte nun Ruhe einkehren und man endlich akzeptieren, dass Donald Trump gewählt worden ist und am 20. Jänner im Rahmen einer feierlichen Zeremonie in Washington zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten vereidigt wird.

Proteste gegen Trump werden weitergehen

Allerdings wird berichtet, dass die Abstimmung der Wahlmänner von Anti-Trump Protesten in vielen Bundesstaaten begleitet worden ist. Daher muss man leider erwarten, dass auch am 20. Jänner die „lupenreinen Demokraten“, die weder Wählerwillen noch Wahlmänner-Entscheidung akzeptieren können, nichts Besseres vorhaben, als auf den Straßen zu randalieren.

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