Der Eisenstädter Diözesanbischof bei einem ökumenischen Gottesdienst in der evangelischen Pfarrkirche in Rust.

Foto: Bild: Evangelische Kirche in Österreich / wikimedia (CC BY-SA 2.0)
Warum Bischof Zsifkovics Vergleich Jesu Christi mit „Bootsflüchtling“ Unfug ist

In seiner Weihnachtspredigt versuchte der burgenländische Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics den Gläubigen mit Halbwahrheiten ins Gewissen zu reden.

Bischof betreibt mit Weihnachtsgeschichte Migrationspolitik

Die Weihnachtsgeschichte sei dort entstanden, von woher heute so viele Menschen zu uns kämen, so Zsifkovics. Wie Jesus, der aus dem Nahen Osten stamme, würden auch heute Menschen vor Unrecht fliehen. Wer als Christ den Zusammenhang zwischen der Menschwerdung Gottes in Gestalt eines Flüchtlings und der eigenen Lebensweise verdränge, der lebe an Weihnachten vorbei.

Jesus auf Flüchtlingsboot unterwegs?

In seiner Weihnachtspredigt verstieg sich der Kirchenfürst dazu, die Fluchtgeschichte der heiligen Familie mit der heutigen Massenmigrationsbewegung nach Europa zu vergleichen. „Auch die heilige Familie hat fliehen müssen“, verkündete der Bischof richtigerweise, um dann allerdings anzufügen, dass Jesus im Jahr 2016 auf einem Flüchtlingsboot unterwegs wäre.

Heilige Familie nicht unnotwendig tausende Kilometer geflohen

Nein Herr Bischof, Jesus wäre auch heute nicht auf einem „Flüchtlingsboot“ unterwegs. Niemals hätte Josef seine Familie aus finanziellen Gründen einer Bootsfahrt ins Ungewisse ausgesetzt, um sie dann weitere tausend Kilometer durch halb Europa zu treiben. Vielmehr hat er auf Geheiß eines Engels seine Familie ins Nachbarland Ägypten geführt. Dort sollte er weitere Nachrichten abwarten. Nach dem Tod des Herodes erschien der Engel abermals und befahl Josef, mit seiner Familie in die Heimat zurückzukehren.

Mag sein, dass der Bischof darauf vertraute, dass die braven Kirchgänger die Fluchtgeschichte nicht so gut im Gedächtnis haben, denn mit den heutigen Völkerwanderern und Bootsfahrern, die nach Europa kommen, um zu bleiben, hat die Fluchtgeschichte der heiligen Familie wenig bis gar nichts zu tun.

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