Standard-Kolumnist Rauscher wünscht sich Van der Bellens Fans als "Fake-News"-Sittenwächter

Die Mainstream-Medien wehren sich mit Händen und Füßen gegen den Begriff "Lügenpresse" - aber die Leser wenden sich trotzdem immer mehr alternativen Medien zu. Foto:  Opposition24.de / Wikimedia (CC BY 2.0)
Die Mainstream-Medien wehren sich mit Händen und Füßen gegen den Begriff "Lügenpresse" - aber die Leser wenden sich trotzdem immer mehr alternativen Medien zu.
Foto: Opposition24.de / Wikimedia (CC BY 2.0)
2. Januar 2017 - 9:45

Die Journaille weiß anscheinend nicht so recht, wie sie mit der erfolgreichen Entwicklung von unzensuriert.at umgehen soll. Das als Wohlfühlmagazin gescheiterte News schreibt, dass das Problem nicht sei, dass diese Meldungen (auf unzensuriert.at) alle falsch sind, die Fakten würden stimmen. Der Kurier dagegen bezichtigt uns in einem elendslangen Geschwafel der Lügenpresse, und im Kommentar von Hans Rauscher im Standard, der ausgerechnet zu Silvester, als ganz Österreich und wohl auch die Standard-Redaktion in Feierlaune war, erschien, wird unzensuriert.at pauschal dafür an den Pranger gestellt, falsche Gerüchte zu verbreiten.

Pauschalverurteilung ist unseriöser Journalismus

Das Infame an Rauschers Pauschalverurteilung ist, dass er keinen einzigen Artikel nennt, in dem unzensuriert.at ein falsches Gerücht in die Welt gesetzt hätte. Das ist unseriöser Journalismus par exellence. Und trotzdem schließt ausgerechnet Hans Rauscher seinen Kommentar mit folgendem Satz:

Und die seriösen Medien, die über entsprechende Ressourcen zur Faktenprüfung verfügen, müssen sich sehr viel intensiver darum kümmern, die Fake-Pseudo-Konkurrenz auffliegen zu lassen.

Dass er mit diesem Kommentar selbst als Journalist aufgeflogen ist, der pauschal verurteilt, ohne Fakten zu nennen, soll die Leser weiter nicht tangieren. Die wissen ohnehin, woher der Wind weht. Dazu hätte es den Vorschlag Rauschers nicht gebraucht, dass ausgerechnet "die vielen Freiwilligen, die im Wahlkampf Vernetzungsarbeit für Van der Bellen leisteten" künftighin "Fakes" benennen sollen.

Kurier nennt Gründe, warum nicht alles berichtet werden kann

Für den Kurier macht unzensuriert.at sich zur "Lügenpresse", weil die Seite vorgebe, in die Lücken zu stoßen, in Wirklichkeit aber nur das eigene Weltbild bediene und bestätige. Zuvor wird den Lesern vorgegaukelt, warum der Kurier nicht die "ganze Wahrheit" schreibe, "wie sie von den Lügenpresse-Rufern eingefordert wird". Zur ganzen Wahrheit würde laut Kurier nämlich auch gehören, "dass nicht alles berichtet werden kann". Dafür gebe es gute Gründe.

Die Gründe kennen wir. Abhängigkeit von Inseratenschaltungen, Redakteure, die am Gängelband der Regierung hängen. Geschrieben wird, was der "Political Correctness" entspricht. So wäre der Kurier beispielsweise nie auf die Idee gekommen, SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder den Vorwurf zu machen, gegen das Grundgesetz zu verstoßen, als dieser die "Eindämmung" der Briefwahl forderte. Groß berichtet wurde dagegen, als Alexander Van der Bellen Norbert Hofer bezichtigte, das Grundgesetz verletzen zu wollen, als dieser die "Einschränkung" der Briefwahl verlangte. Unzensuriert.at hat darüber berichtet und die Lücke in der Medienwelt dadurch geschlossen.

News rudert zurück, um in schwarze Zahlen zu kommen

Den Kurier pauschal als Lügenpresse zu bezeichnen, wäre sicher falsch. Aber die Lücken in der Berichterstattung werden immer größer, weshalb sich Leser auch zunehmend alternativer Medien bedienen, um umfassend informiert zu werden.

Mit dem News-Vorwurf, beim Lesen von unzensuriert.at entstehe ein verzerrtes Weltbild, haben wir uns bereits in einem eigenen Artikel eingehend beschäftigt. News meinte, dass beim Lesen unserer Seite der Eindruck entstehe, "der dritte Weltkrieg stehe unmittelbar bevor". Dem Verfasser des Artikels, Yilmaz Gülüm, haben wir daraufhin geraten, einen Tag lang einmal vor dem österreichischen Leitmedium ORF zu verbringen. Wir fassten die ZIB-Meldungen zusammen und konfrontierten den Schreiber mit der Realität, dass in Österreich offensichtlich Mord und Totschlag herrschen.

Pikanterie am Rande: Ausgerechnet News kam Medienberichten zufolge in die Bredouille, weil das Magazin von heute auf morgen eine Wohlfühllektüre sein wollte. Jetzt soll zurückgerudert werden, um wieder in schwarze Zahlen zu kommen. Die beiden für's Wohlfühlen geholten Damen - Eva Weissenberger und Julia Ortner - verlassen die Redaktion nur zwei Jahre, nachdem sie geholt worden sind.

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