Lega-Nord-Chef Salvini: "Europa hat keinen Stolz mehr!"

Lega-Nord-Chef Matteo Salvini fordert ein Umdenken gegenüber Zuwanderung und Islamismus. Foto: Matteo Salvini /Twitter
Lega-Nord-Chef Matteo Salvini fordert ein Umdenken gegenüber Zuwanderung und Islamismus.
Foto: Matteo Salvini /Twitter
4. Januar 2017 - 8:00

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In einem Interview mit der Welt rechnet der Parteichef der Lega Nord, Matteo Salvini, mit der derzeitigen EU-Politik ab. Bezogen auf den Terroranschlag in Berlin kritisiert der Italiener Europas Einwanderungspolitik und spricht von einer Verweichlichung. Ins Visier nimmt er die „Kultur des Islam“ und warnt vor einem generellen Kulturkampf. Europa verliere seine Werte und habe keinen Stolz mehr, lautet sein Befund. Salvini fordert ein Umdenken: „Wenn jeder ankommen und machen kann, was er will, wird man mit dem Problem nicht mehr fertig.“

Illegale entschlossen abschieben

Es seien viele Fehler gemacht worden, die Ereignisse in Köln vor einem Jahr - gemeint sind die hunderten sexuellen Übergriffe von Flüchtlingen auf Frauen zu Silvester - seien eine Vorwarnung gewesen. Der Italiener fordert eine Entschlossenheit in Sachen Abschiebung für jene Personen, die keine Aufenthaltsberechtigung hätten. Auch spricht Salvini von einem „Kulturkampf“ und kritisiert, dass es in vielen Schulen Italiens keine Weihnachtsfeiern mehr gäbe. „Weihnachten ist Weihnachten, weil das Christkind zur Welt kommt. Warum sollen wir uns für unsere Traditionen schämen“, hinterfragt er.

Kultur des Islam ist rückständig

Was den Islam betrifft sagte er der Welt, dass zwar jeder einzelne Moslem nicht das Problem sei und Muslime die besten und friedlichsten Menschen sein könnten. Dennoch sei die Kultur des Islam rückständig und „nicht mit unserer Gesellschaft kompatibel“: „Es gilt das Gesetz Gottes, nicht die säkularen Gesetzbücher. Die Fanatiker heuern haufenweise junge Menschen an. Für diese Leute ist bei uns kein Platz.“

Fast alle Wirtschaftsflüchtlinge kommen aus Afrika

Auch der Migration aus Afrika hat Salvini den Kampf angesagt. Nach Italien seien nur rund tausend Menschen aus dem Bürgerkriegsland Syrien gekommen. 95 Prozent der Migranten, die ankämen, seien Wirtschaftsflüchtlinge aus Afrika. „Wir könnten das Geld, das wir hier aus dem Fenster werfen, um auch in diesem Jahr 170.000 von ihnen in Hotels unterzubringen, besser ausgeben“, sagte Salvini der Welt. Man könne stattdessen „Abkommen schließen mit den Regierungen von Mali, Nigeria, Gambia oder dem Senegal, um dort in die Infrastruktur zu investieren“.

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