Zeigt Sahra Wagenknecht wirklich AfD-Nähe - oder sucht sie nur verlorene Wähler?

Sind die Argumente Sahra Wagenknechts ehrlich, oder möchte sie nur wiedergewählt werden? Foto: Wolkenkratzer / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
Sind die Argumente Sahra Wagenknechts ehrlich, oder möchte sie nur wiedergewählt werden?
Foto: Wolkenkratzer / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
8. Januar 2017 - 14:33

Wenn man etwas Richtiges sagt, aber von den „falschen“ Leuten gelobt wird, passiert es in der Politik leicht, dass einem ein scharfer Gegenwind ins Gesicht bläst. Und da die AfD in Deutschland auf allen Linien und von allen Seiten verteufelt wird, gilt ein Lob aus dieser Partei als Stigma.

Und so eines trägt jetzt die Linke-Politikerin Sahra Wagenknecht, weil die AfD sie eine „kluge Frau“ nannte, zumal sie nicht in den Tenor der allgemeinen Beschwichtigungspolitik einstimmte, sondern die Bundeskanzlerin ob ihrer Flüchtlingspolitik scharf kritisiert hatte (unzensuriert.at berichtete).

Kein Linksbündnis mit Wagenknecht

Das aber gefiel keineswegs nur eigenen Parteifreunden nicht, sondern stieß auch Politikern in der SPD sauer auf. Nach ihren treffenden Einschätzungen zur Flüchtlings- und Sicherheitspolitik der Bundesregierung, in denen sie festhielt, dass die Bundesregierung für das Erstarken terroristischer Gruppen mitverantwortlich sei, schließt der SPDler Johannes Kahr ein mögliches Linksbündnis nach der Bundestagswahl 2017 mit ihr dezidiert aus. Auf seiner Facebook-Seite schrieb er, dass es Rot-Rot-Grün mit einer Wagenknecht nicht auf Bundesebene geben werde.

SPDler sieht Wagenknecht als potentielle "AfD-Spitzenkandidatin"

Weiters polemisierte Kahr, der als Sprecher des "Seeheimer Kreises" in der SPD zum eher rechten Flügel bei den Roten gezählt wird, dass er die Wagenknecht als Spitzenkandidatin der AfD verstehen würde, aber „als Spitzenkandidatin der Linken wäre sie peinlich“. Und zugleich verstieg er sich noch zu der Frage: „Wann tritt Wagenknecht als Spitzenkandidatin der Linken zurück? So viel AfD-Nähe ist unerträglich.“

Die Wahrheit zu sagen, ist bereits AfD-Nähe

Was aber ist diese „AfD-Nähe“, die einen Johannes Kahr so auf die Palme bringt?

Möglicherweise, dass Sahra Wagenknecht es gewagt hatte, obwohl sie als Linke natürlich ganz anders denken müsste, einfach die derzeitige Situation in Deutschland auf den Punkt zu bringen, nämlich dass die Politik der offenen Grenzen 2015 ein nicht wiedergutzumachender Fehler der Bundeskanzlerin Angela Merkel gewesen sei, weswegen diese Frau nun auch eine persönliche Mitverantwortung am Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt trage.

Auch eigene Partei übt Kritik

Dass natürlich auch die eigene Partei, Die Linke, Probleme mit einer Politikerin hat, die über den ideologischen Tellerrand hinausblicken kann, ist ebenfalls klar. So kam etwa der Außenexperte der Linksfraktion, Stefan Liebich, in einem Statement zur Berliner Zeitung mit einem Auszug aus dem Parteiprogramm der Linken, wo es heißt „Schutzsuchende dürfen nicht abgewiesen werden.“ Dies wäre Leitlinie des Handelns der Partei in der Gegenwart, was eine klare Mehrheit in der Partei und in der Fraktion unterstütze - was nichts anderes heißt, als dass man weitere Migranten ins Land holen möchte.

Bundestagswahlen 2017

Allerdings sollte man Sahra Wagenknechts Aussagen stets unter jenem Blickwinkel sehen, dass auch sie eine Politikerin ist, die 2017 wiedergewählt werden möchte. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk etwa erklärte sie, dass sie die AfD-Protestwähler für ihre Partei gewinnen möchte.

Und deswegen hoffe ich, dass wir auch viele von denen erreichen, die zurzeit aus Frust, aus Verärgerung über die bisherige Politik darüber nachdenken, AfD zu wählen, aber nicht, weil sie deren Parolen unbedingt gut finden, sondern wirklich nur, weil sie sagen: Ich will deutlich machen, dass sich was ändern muss.

Ob allerdings die Wähler es in Kauf nehmen, dass sie mit einer „klugen Frau“ gleich eine ganze Partei mitwählen, die für Deutschland keinen anderen Weg in der Flüchtlingspolitik gehen möchte als den bisherigen, ist eine Frage, die dann am Bundestagswahltag beantwortet wird - oder ob es vielleicht doch günstiger wäre, gleich das Original, die AfD, zu wählen…

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Kommentare

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Sahra Wagenknecht ist ganz OK , es gibt den Spruch Wahre Worte sind oft nicht schön und schöne Worte oft nicht wahr. Sie sagt oft die Wahrheit und des passt halt nicht einigen zumindest

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Sahra Wagenknecht ist eine hochintelligente Frau mit scharfen analytischem Verstand.Das manche ihrer Meinungen konträr der linken Logik und Ansichten sind, zeigt doch nur, wie wenig Hirn das übliche linke, grüne, asozialdemokratische Volk hat, um zu erkennen wie Recht sie hat. Was hat das mit der AfD zu tun,wenn die die gleiche Meinung haben??

Bild des Benutzers der faule Willi
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... ganz genau jene, die wir uns in Österreich auch stellen müssen!
Man soll lieber gleich "das Original", die FPÖ wählen, statt auf die Wortspenden der linken Lügner hereinzufallen!
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Man höre sich z.B. den ÖVP-Kurz an, der die FPÖ Linie, bzw. deren Parteiprogramm studiert und Auszüge davon öffentlich präsentiert.
.
Diesem Typen trau ich genau so weit wie einem rumänischen Autoschnalzer!
Vorne redet er wichtig und thematisch richtig, hintenrum aber verkauft er das Volk
"für'n Appel und'n Ei"

Erst wenn er wirklich Maßnahmen, die er großspurig ankündigt, auch nachhaltig durchführt oder durchführen lässt, beginne ich ihm zu glauben!
z.B. regelmäßige Abschiebungen (mehrere täglich!) von nicht Asylberechtigten,
die Einrichtung von Auffang-Lagern in Nordafrika oder seine berühmte "Asyl-Insel"!
.
Bis dahin ist jeder Kubikzentimeter heißer Luft wertvoller als alle Wortspenden seiner gesamten politischen Karriere!

dfW

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ist nun mal nicht so einfach in rechts-links zu unterteilen. Tatsächlich ist zu beobachten, dass die extremen Ränder dieses Spektrums sich in vielen Punkten näher stehen, als sie zugeben mögen.

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nichts anfangen. Sarah ist eine bekennende Marxistin und war Mitglied der SED, auch wenn sie die SED reformieren wollte. Das ist und bleibt die Mauermörderpartei!! Ich stelle mir gerade vor, es hätte jemand versucht die NSDAP zu "reformieren"! Ein absolutes Unding! Für die SED müsste eigentlich genau dasselbe gelten.Kommunisten haben noch nie eine positive Entwicklung einer Gesellschaft zustande gebracht. Im Gegenteil, es wurde immer noch alles zerstört!

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...hat bisher immer klaren Standpunkt bezogen und sich nicht verbogen/verbiegen lassen.. Das ganze grüne Geschwafel hat einen beängstigend ,,NeoFaschistischen''Beigeschmack. (Die Grünen in D lt.letzter Unmfrage nur noch bei 9%)

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Zur realen Haltung der Linken ein Bericht über eine Demonstration in Frankfurt:
http://www.fr-online.de/zuwanderung-in-rhein-main/demo-abschiebung-frank...

"Auch die Fraktionsvorsitzende der Linken im hessischen Landtag, Janine Wissler, forderte einen sofortigen Abschiebestopp und ein Bleiberecht für alle: „Afghanistan ist für niemanden sicher.“ Jemanden dorthin zu bringen sei „unverantwortlich“ und „unmenschlich“. Abschiebungen könnten keine Antwort sein auf Rassismus und Rechtspopulismus: „Kein Mensch ist illegal.“

Also traditionelle inländerfeindliche Parolen wie "Bleiberecht für alle" und "Kein Mensch ist illegal", mit dialektischer Vertauschung von Existenz an sich mit Aufenthalt in einem bestimmten Gebiet, ein bekanntes linkes Hütchen-Spiel.
Unter den Teilnehmern angeblich viele Hindus und Sikhs, die ja wesentlich näher in Indien unterkommen könnten.

Zu dieser Partei sollte sich kaum ein potentieller AfD-Wähler verirren.

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Queru - Die "Linken" haben Taqi'ye für sich entdeckt! Ob Bartsch immer noch Porsche fährt?

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... des NWO-Marionetten-Regimes!
Sie wollten doch tatsächlich jüdische, hinduistische etc. Afghanen abschieben?
Eh klar!
Man sucht Leute zusammen, die tatsächlich gefährdet sind und droht ihnen öffentlich die Abschiebung an!
Damit ruft man als Erstes die Medien auf den Plan, die natürlich sofort anklagen, dass diese Menschen dort wirklich gefährdet seien. Als nächstes gehen die Linken auf die Straße!
In den Nachrichten bringt man dann "Abschiebung nach Afghanistan, Menschen mit dem Tod bedroht"
... nun kann niemand mehr nach Afghanistan abgeschoben werden kann ...
... auch keine muslimischen Verbrecher ...
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Das ist auch in Österreich so, es werden gut integrierte Familien geschnappt, offizielle Gründe für eine Abschiebung vorgegeben und gewartet, bis sich eine Bürgerbewegung gegen die Abschiebung formiert.
Das wird dann medial ausgeschlachtet und damit jede(!) Abschiebung als unmenschlich dargestellt ...
echt perfide!!!

dfW

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