Schlechter Start: Schon beim Antritt von Christian Kern (im Bild mit Michael Häupl) war bekannt geworden, dass der Sturz von Faymann schon ein Jahr zuvor vorbereitet worden war. Gerhard Zeiler hatte sich in der ZIB 2 verplaudert.

Bild: SPÖ Presse und Kommunikation / Wikimedia (CC BY-SA 2.0)
Schwere „Spitzel“-Vorwürfe gegen Kern-SPÖ: Kurz Privatleben bis in Schulzeit durchleuchtet

SPÖ-Bundeskanzler Christian Kern gibt sich immer gern verbindend und verständnisvoll, aber hinter der gespielten weichen Schale steckt ein beinharter Politiker, der möglicherweise sogar vor der Bespitzelung politischer Konkurrenten nicht zurückschreckt. Jedenfalls übte Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter von der ÖVP am Sonntag heftige Kritik an Kern, weil dessen Berater das Privatleben von Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) durchleuchtet haben sollen.

Nachforschungen im Gymnasium

Anlass dieses neuen Konfliktes in der Koalitionsregierung war ein Presse-Bericht vom Samstag, in dem von "Dirty Campaigning" die Rede war. Erste Ansätze soll es demzufolge bereits geben – Die Presse schrieb:

Jeder Stein wird derzeit umgedreht. Sogar von Nachforschungen in jenem Meidlinger Gymnasium, das Sebastian Kurz besucht hat, ist die Rede. Jedenfalls in der ÖVP. Auch die Disco-Vergangenheit des JVP-Chefs soll anhand des Bildmaterials, das es von den Partyfotografen der Wiener Innenstadt-Diskotheken gibt, schon durchforstet worden sein.

SPÖ nennt es "Gegnerbeobachtung"

Namentlich für diese "Bespitzelung" verantwortlich sein sollen der höchst umstrittene "Spindoktor" von Christian Kern, Tal Silberstein, und eine ehemalige Neos-Mitarbeiterin. Silberstein arbeitet seit gut einem Jahr für die SPÖ von Christian Kern. Die Partei bestreitet in der Presse die Vorwürfe gar nicht, gibt vielmehr zu, "Gegnerbeobachtung" zu machen:

Sonst wären wir ja ganz schön blöd, wenn wir uns nicht vorbereiten würden.

Im Kurier am Sonntag hört sich das allerdings schon wieder anders an, denn da reagierte die SPÖ verärgert auf die "Dirty-Campaigning"-Vorwürfe:

Das ist eine völlig substanzlose Geschichte, die jeder Grundlage entbehrt.

Rupprechter: "Diese Art von 'New Deal' macht mich grantig"

Wirklich? ÖVP-Minister Rupprechter glaubt wohl nicht ganz daran. Er spricht im Kurier Klartext: Diese Art von "New Deal" mache ihn grantig und störe ihn unheimlich. Er nannte es eine "neue Stufe", wenn Spezialisten für "Dirty Campaigning" gezielt im Privatleben des politischen Gegners herumstöbern und nach alten Schulgeschichten oder Partyfotos suchen würden.

Gefälschte Leserbriefe aus der SPÖ-Zentrale

In dieser Hinsicht dürfte sich die SPÖ nach dem Wechsel von Werner Faymann zu Christian Kern nicht verändert haben. Noch gut in Erinnerung sind die gefälschten Leserbriefe aus der SPÖ-Zentrale in der Löwelstraße, die seinerzeit der Heute-Chefredakteur aufdeckte und – warum auch immer – wenige Wochen später seinen Hut nahm.

Nachdenklich macht bei diesen schmutzigen Methoden, dass die SPÖ schon mit ihrem Koalitionspartner so umgeht. Welche Mittel sind da erst "erlaubt", wenn es gegen den Hauptgegner im politischen Kampf, die Freiheitlichen, geht?

 

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