Umfrage bestätigt Angst vor Übergriffen: Frauen meiden zunehmend öffentliche Orte

Mehr als die Hälfte aller befragten deutschen Frauen fühlt sich an öffentlichen Orten unsicher. Foto: amayaeguizabal / pixabay.com
Mehr als die Hälfte aller befragten deutschen Frauen fühlt sich an öffentlichen Orten unsicher.
Foto: amayaeguizabal / pixabay.com
10. Januar 2017 - 11:00

Die Bild am Sonntag zeigte mit einer Umfrage auf, wie unsicher sich Frauen mittlerweile in Deutschland fühlen. In einer Emnid-Umfrage gaben 58 Prozent der Befragten an, dass öffentliche Orte für sie unsicher geworden seien. 48 Prozent der Frauen meiden bereits bestimmte Gebiete in ihrem Wohnort. 16 Prozent tragen Pfefferspray nach Einbruch der Dunkelheit bei sich, noch mehr überlegen, sich selbiges zuzulegen.

Sicherheitsgefühl verschwunden

Focus Online weiß aufgrund einer eigenen Befragung ähnliches zu berichten. Unzensuriert.at führt einige der Eindrücke der Frauen an:

Schon lange fühle ich mich als Frau nicht mehr sicher. Überall passieren Belästigungen, Vergewaltigungen und Überfälle.

Gelegentlich kommen Rufe auf der Straße, was ich vorher nicht kannte und sehr unangenehm finde, wenn ich alleine unterwegs bin. Um ein Haar wäre ich an Silvester 2015/2016 nach Köln gefahren. Ich habe mich glücklicherweise dagegen entschieden, habe seitdem aber Menschenmassen in der Dunkelheit gemieden.

Nachts, wenn ich von Freunden alleine nach Hause laufe, habe ich die Schlüssel zwischen den Handknöcheln, bereit um zuzuschlagen. Das Handy am Ohr, in der Hoffnung, dass mein Freund, dem ich zu jeder Minute sage, wo ich gerade bin, mitbekommt, wenn mir was passiert und die Polizei alarmiert.

Mein Verhalten im öffentlichen Raum hat sich drastisch verändert: Ich gehe in kein Schwimmbad mehr, mache keine Abendspaziergänge im Wald, meide gewisse Haltestellen komplett, meide den Hauptbahnhof in den Abendstunde, trage abends keine kurzen Röcke.

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