Auch auf dem Weg in den Einsatz bleiben Berliner Polizisten sprachlich stets politisch-korrekt.

Foto: Bild: Sebastian Rittau / Wikimedia (CC0 1.0)
NordafrikanerInnen statt „Nafris“: In Berlin geht politische Korrektheit vor Tempo

Innerhalb der deutschen Polizei ist man uneins, ob Abkürzungen für bestimmte Klientengruppen zulässig sind. Während die Ordnungshüter in Nordrhein-Westfalen weiterhin den Begriff „Nafri“ für nordafrikanische Intensivtäter nutzen wollen, nehmen die Kollegen in der Hauptstadt Berlin davon Abstand und wollen diese Menschen „Nordafrikaner“ nennen. Inwiefern sich aus dieser Bezeichnung ein allfälliger Tatverdacht ableiten lässt, bleibt offen.

Warum nicht gleich NordafrikanerInnen?

Jedenfalls dürften die Berliner Polizisten schneller sprechen oder aber mehr Zeit haben als die Kölner Kollegen. Ihnen geht die politische Korrektheit ganz offensichtlich vor dem in Gefahrensituationen nicht unwesentlichen Tempo. Bei schriftlichen Berichten mag das nicht so entscheidend sein, sodass wohl – zumindest in Berlin – erwartet werden darf, dass der Personenkreis, wenngleich erfahrungsgemäß männlich dominiert, als „Nordafrikanerinnen und Nordafrikaner“, allenfalls als „NordafrikanerInnen“, beschrieben werde.

Rumänen und Bulgaren haben eigenes Kürzel „Rubu“

Wie es in Berlin um die Verwendung weiterer polizeilich verbreiteter Abkürzungen, welche von der Deutschen Presse Agentur dpa bekannt gemacht wurden, steht, ist vorerst nicht bekannt. Der Großteil – zB „Exi“ für Exhibitionist(In?) oder „Ladi“ für Ladendieb(In?) – dürfte politisch unverfänglich sein. Heikel erscheint nur „Rubu“ als Kürzel für Personen aus Rumänien oder Bulgarien, die sich – wie die "Nafris" – besondere Verdienste um die deutsche Kriminalität erworben haben dürften.

 

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