Die Mariahilferstraße wurde in eine Fußgängerzone umgewandelt. Seither geht es mit vielen Geschäften bergab.

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Seit Bestehen der Fußgängerzone: Mariahilfer Straße verliert namhafte Geschäftsketten

Das Geschäftesterben auf der Wiener Mariahilfer Straße (Rot-grün taufte sie vorausschauend in "Mahü" um) – DER Einkaufsstraße Österreichs – beschäftigt mittlerweile die Medienberichterstattung. Aktuell wird berichtet, dass die US-Modekette „Forever 21“ fünf Jahre nach der Eröffnung ihre Pforten schon wieder schließt. Schuld seien unter anderem die ständigen Demonstrationen, meint die Wirtschaftskammer mit dem Hinweis, dass allein im Advent letzten Jahres an drei Einkaufssamstagen demonstriert wurde.

Umsatzeinbußen bis zu 80 Prozent

Der Verein der Kaufleute der Mariahilfer Straße, der mittlerweile seit 15 Jahren regelmäßig ein Informationsmagazin herausgibt, beschäftigte sich im letzten Jahr damit, dass Geschäfte Umsatzeinbußen bis zu 80 Prozent gehabt hätten. Kommerzialrat Walter Bachofner schrieb in seinem Leitartikel, dass die ansässigen Kaufleute ein Lied davon singen könnten.

Legendäre Geschäfte wie der "'Slama" zogen weg

Viele Betriebe hätten zugesperrt oder seien woanders hin abgewandert, wo der Standort günstiger sei. Gezeigt werden Bilder betroffener Standorte wie etwa vom „Stiefelkönig“, „Johann Strauss“, „Mass Milano“ oder leerstehende Geschäfte, die auf neue Mieter warten – etwa das ehemalige Slama-Haus (oben im Bild rechts zu sehen) etwas unterhalb der Kreuzung Amerlingstraße. Der legendäre Geschirr-Spezialist, über Jahrzehnte ein glänzender Fixpunkt der unteren Mariahilfer Straße, ist nach Hennersdorf im Bezirk Mödling abgewandert.

Geschäftsleute haben kein Recht auf Parkpickerl

Ein seit den dreißiger Jahren hier ansässiges Modegeschäft wiederum beklagt, dass man seit der Einführung der Parkraumbewirtschaftung in den Seitengassen rundherum als Geschäftsbetreiber hier kaum noch stehen bleiben geschweige denn parken darf, da die Geschäftsleute kein Anrecht auf ein Parkpickerl haben.

Verkehrsfeindliche Fußgängerzone

Schuld wird vor allem der Fußgängerzone gegeben, wie man dem Magazin entnehmen kann. Geschrieben wird:

Seit unsere Mariahilferstraße in schier endloser Bauzeit ohne Rücksicht auf Verluste in eine sündteure, verkehrsfeindliche Fußgänger- und Begegnungszone wurde, herrschen andere Geschäftsbedingungen. Alles ist nun im Geschäftsleben unserer sogenannten Flaniermeile anders geworden. Die geschätzte Kundschaft, die Kaufgewohnheit, das Warenangebot, der exklusive Charakter. Und vom Nymbus einer gutbürgerlichen Gediegenheit ist auch schon einiges abhanden gekommen. Mondäne Firmen mit hochwertiger Luxusware sind ins Hintertreffen geraten, kleinere Billigläden oder Second Hand Shops sind dagegen beliebter geworden. Und selbst die gut betuchte Stammkundschaft dreht jetzt jeden Euro dreimal um, ehe sie ihn ausgibt.

Hauptschuldige Wassilakou lässt sich "Mahü" nicht "schlechtreden"

Federführend vorangetrieben hat die Fußgängerzone die grüne Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou. Aus ihrem Büro hieß es lediglich auf Anfrage der Kronen Zeitung: „Die Wirtschaftskammer erweist dem Wiener Handel keinen guten Dienst, wenn sie wichtige Einkaufsstraßen schlechtredet.“ Sicher dürfte aber auch sein, die "FuZo" erwies der "Mahü" einen Bärendienst.

 

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