Mainstream-Medien schweigen zu Krieg und humanitärer Katastrophe im Jemen | Unzensuriert.at

Mainstream-Medien schweigen zu Krieg und humanitärer Katastrophe im Jemen

UNICEF schlägt Alarm. Täglich sterben im Jemen als Folge des Krieges Kinder an Unterernährung. Foto: Screenshot YouTube / RT
UNICEF schlägt Alarm. Täglich sterben im Jemen als Folge des Krieges Kinder an Unterernährung.
Foto: Screenshot YouTube / RT
12. Jänner 2017 - 10:00

Seit beinahe zwei Jahren tobt im Jemen ein brutaler Krieg. Von den westlichen Medien werden der internationale Konflikt und dessen fatalen Folgen für die Zivilbevölkerung allerdings weitgehend totgeschwiegen.

Humanitäre Katastrophe

Von der Weltöffentlichkeit ignoriert, tobt im Jemen seit März 2015 ein Krieg, dem bereits tausende Menschen zum Opfer gefallen sind. Geführt wird dieser Krieg hauptsächlich gegen die Zivilbevölkerung und zivile Ziele. Die UNICEF berichtet, dass die Mangelernährung der Bevölkerung einen neuen Höchststand erreicht habe. Hauptleidtragende sind dabei Kinder. 80 Prozent leiden an chronischer Unterernährung, an deren Folge alle 10 Minuten ein Kind stirbt.

Dies ist für westliche Mainstream-Medien jedoch kein Thema, da im Hintergrund die Regierungen der USA, Großbritanniens und Frankreichs an dieser humanitären Katastrophe mitbeteiligt sind und Russland diesmal nicht als Sündenbock herangezogen werden kann.

Saudi-arabische Allianz bombt Jemen in Schutt und Asche

Begonnen hat die Militärintervention am 26. März 2015 unter dem Namen „Decisive Storm“. Einer von Saudi-Arabien angeführten Kriegsallianz gehören Ägypten, Bahrain, Katar, Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate, Jordanien, Marokko, der Sudan und der Senegal an. Logistisch unterstützt wird die Allianz von den Vereinigten Staaten von Amerika, Frankreich und Großbritannien.

Bekämpft wird die aufständische Bewegung der Huthis, die ihrerseits zwar schiitisch dominiert ist, aber in ihrer Gesamtheit einen repräsentativen Querschnitt der jemenitischen Bevölkerung verkörpert. Anders als in Syrien gelten in den Augen der Nato-Staaten jedoch die Rebellen als böse und der vertriebene autoritäre Herrscher als gut.

Großbritannien verkaufte verbotene Streumunition

So wie in Syrien sind auch im Jemenkrieg Saudi-Arabien und die NATO federführend. Kriegsverbrechen der „Allianz“ sind seit Beginn des Konflikts beinahe an der Tagesordnung. Einen Bombenangriff auf eine Trauerfeier im Oktober 2016, bei dem 140 Menschen ums Leben kamen, versuchte Saudi Arabien als „Irrtum“ darzustellen. Und wiederholt wurden von der Allianz verbotene Streubomben abgeworfen – geliefert von Großbritannien an Saudi-Arabien.

Jemen: Spielball nahöstlicher Geopolitik

Ausgangspunkt des Konflikts war im September 2014 ein Aufstand der jemenitischen Bewegung der Huthi gegen den autoritär herrschenden Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi. In der Folge musste der von den USA und Saudi-Arabien unterstützte jemenitische Präsident seine Macht mit den Huthis und einer Koalition von Stämmen aus dem nördlichen Jemen teilen. Als dieser die Abmachung rückgängig machen und den Jemen wieder allein regieren wollte, wurde er von den Aufständischen vertrieben. Seither versucht die von Saudi-Arabien geführte Allianz unter Mithilfe der USA, Großbritanniens und Frankreichs, die ursprünglichen Machtverhältnisse wiederherzustellen. Unterstützt wird die saudische Allianz auch von den islamistischen Terrororganisationen Islamischer Staat (IS) und Al-Kaida.

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