Kern setzt auf die denunziatorische Kraft des indoktrinierten Bürgers

Diese Art von "Zivilcouragierten" würde sich besonders gut für Kerns Zensurprojekt eignen. Seine Solidarität mit dem intoleranten Linksextremismus hat Kanzler Kern bereits bekundet. Foto: Wochenblick
Diese Art von "Zivilcouragierten" würde sich besonders gut für Kerns Zensurprojekt eignen. Seine Solidarität mit dem intoleranten Linksextremismus hat Kanzler Kern bereits bekundet.
Foto: Wochenblick
20. Januar 2017 - 8:00

Das Denunziantentum liegt dem Menschen seit jeher im Blut. Es ist ein negativer Charakterzug, der sich sehr leicht positiv aufladen lässt. Der Vernaderungsenergie des Bürgers haben sich daher praktisch alle totalitären Systeme bedient – immer verbunden mit der Zusicherung, er leiste damit einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft. Für die Wahrheit, für die Reinheit oder wie immer man es bezeichnete.

Darauf setzt nun auch Österreichs Kanzler Christian Kern, er will  „Blockwarte“ bzw. „Stasi-IM“ auf die sozialen Medien loslassen und nennt sie, der Zeit angepasst, „digitale Zivilcourage-Messenger. Unzensuriert.at hat darüber berichtet:

Zensurgefahr! Kern will staatlich geschulte Erzieher in die sozialen Medien schicken

Natürlich sind das keine Roboter, wie das Adjektiv „digital“ suggeriert, sondern Menschen aus Fleisch und Blut mit Freund- und Feindschaften und – hier besonders wichtig – politischen Ansichten, die im staatlich organisierten und finanzierten Ausbildungsplan für diese ehrenamtliche Aufgabe wohl besonders genau überprüft werden, damit sich die Investition im Sinne des Auftraggebers auch bezahlt macht.

Diese Ausbildung findet im Rahmen von drei Tagesseminaren statt und vermittelt Wissen und Kompetenzen im Bereich Gegenrede und Produktion von Gegennarrativen. Weiters werden technische Skills zum Umgang mit Plattformen sowie rechtliche Grundlagen vermittelt. Auch Falschmeldungen und deren Entkräftung sollen ein Teil der Ausbildung sein.

So steht es wörtlich in Kerns Plan. Klar: Wenn die politische Einstellung passt, lässt es sich nach drei Tagesseminaren im gleichgesinnten Kreis gleich viel professioneller vernadern und denunzieren. Wer die schon jetzt aktiven „zivilgesellschaftlichen“ Facebook-Wächter kennt, der weiß auch wie das abläuft. Sollte das Posting eines Andersdenkenden nicht für eine Anzeige reichen, dann schickt man es eben dem Arbeitgeber, dem Vermieter oder übermittelt Name und Adresse des Schreibers zumindest an die lokale Antifa zur weiteren Bearbeitung.

Die dort aktiven Kräfte hat der Kanzler ja bereits Ende Oktober ins Herz geschlossen, als sie – teilweise gewalttätig – gegen den Kongress der „Verteidiger Europas“ in Linz auf die Straße gingen und – ganz im Sinne einer positiven Debattenkultur – ein Verbot der Veranstaltung forderten.

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