Weniger Ausländer erhalten in Linz insgesamt 200.000 Euro mehr Mindestsicherung als österreichische Staatsbürger

Fragwürdige Rechenkünste legte ein anonymer Informant in Linz offten: Ausländer erhalten mehr Mindestsicherung als Einheimische. Foto: Alexas_Fotos / pixabay.com
Fragwürdige Rechenkünste legte ein anonymer Informant in Linz offten: Ausländer erhalten mehr Mindestsicherung als Einheimische.
Foto: Alexas_Fotos / pixabay.com
24. Januar 2017 - 8:46

Die oberösterreichische Wochenzeitung Wochenblick bekennt sich im Besonderen zur „journalistischen Ethik und Freiheit“, weswegen es ihr ein Anliegen ist, Merkwürdigkeiten und Mißstände in unserem Land aufzuzeigen, die anderen Zeitungen oftmals gar keinen Artikel wert sind. Ob es damit zusammenhängt, dass sich die meisten anderen österreichischen Medien dem Journalistenverein Presserat mehr verpflichtet sehen, als dem Bürger die volle Wahrheit zuzumuten, sei einmal dahingestellt.

Bürger sollten die Wahrheit wissen

Jedenfalls dürfte der Wochenblick mittlerweile einen guten Ruf im Investigationsjournalismus haben, weswegen er von mutigen Bürgern mit Informationen bedacht wird, welche die Behörden lieber geheim halten würden, aber den österreichischen Bürger trotzdem nicht vorenthalten werden sollten.

Detaillierte Auflistung der Mindestsicherungsbezieher  

So geschah es, dass ein Insider aus dem Magistrat Linz ein seltsames Zahlenspiel entdeckt hatte und diese Daten dem Wochenblick zuspielte. Es handelt sich dabei um die Kosten der Mindestsicherung, die ergeben, dass in der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz Ausländer mehr Mindestsicherung als österreichische Staatsbürger erhalten.

Aus verständlichen Gründen möchte der Mann/die Frau namentlich nicht genannt werden, da zu befürchten ist, dass die Behörde die weitergegebenen Informationen als Dienstvergehen ahnden könnte. Jedenfalls lieferte er eine detaillierte Auflistung der Bezieher sowie der daraus resultierenden Kosten der Mindestsicherung. Diese Kosten, in denen ebenso die Kosten für die Krankenversicherung schon eingerechnet sind, beziehen sich auf das 3. Quartal des Jahres 2016.

200.000 Euro mehr für weniger Ausländer

Und nun die bekanntgewordenen Aufwendungen für die Mindestsicherung in Linz:  2.172 Personen mit österreichischer Staatsbürgerschaft erhalten ca. 1,7 Millionen Euro, 2.163 ausländische Staatsbürger lukrieren etwa 1,9 Millionen Euro.

Obwohl mehr österreichische Staatsbürger Mindestsicherung erhalten, bekommen sie ca. 200.000 Euro weniger als die ausländischen Staatsbürger. Zu den ausländischen Staatsbürgern zählen EU-Bürger, sonstige Drittstaatsangehörige und anerkannte Flüchtlinge, aber auch sogenannte subsidiär Schutzberechtigte. Diese sind Personen, deren Asylantrag zwar abgelehnt wurde, die aber aus gewissen Gründen nicht abgeschoben werden können.

Zu den österreichischen Staatsbürgern zählen freilich auch die eingebürgerten Migranten.

Argumente der Stadtregierung  

Man darf nun gespannt sein, welche Argumente den zuständigen Behörden beziehungsweise den verantwortlichen Linzer Politikern zu dieser Diskrepanz einfallen.

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