Firma bot Flüchtlingen Jobs an: Einer von hundert ist geblieben

Weil es noch keine Wohnsitzauflagen gab, zogen viele Flüchtlinge trotz Jobzusage wieder weiter. Foto: Tjebbe van Tijen / flickr (CC BY 2.0)
Weil es noch keine Wohnsitzauflagen gab, zogen viele Flüchtlinge trotz Jobzusage wieder weiter.
Foto: Tjebbe van Tijen / flickr (CC BY 2.0)
24. Januar 2017 - 7:36

Mit gutem Willen wollte der Baukonzern Papenburg im Zuge der Flüchtlingskrise hundert Flüchtlinge im Unternehmen einschulen. Lastwagenfahrer, Betonwerker, Baumaschinisten und Bauhelfer kann die Firma gut gebrauchen und bot den Asylwerbern in Halle/Saale darum eine Qualifizierung und später eine Lehrstelle an.

Leichtere Arbeit gesucht

Das Projekt stieß auf großes mediales Echo, sogar Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) war zum Startschuss gekommen und beglückwünschte das Vorhaben. Lange sollte es allerdings nicht dauern. Denn schon nach kurzer Zeit und Einschulung verließen die Asylwerber die Firma wieder.

Sie ließen sich vom Arbeitsamt ihre Schulung bestätigen und reisten weiter, weil es noch keine Wohnsitzauflagen gab. Wer aber blieb, suchte sich alternative Bildungsangebote mit weniger anstrengender Arbeit aus, informierte das Jobcenter.

Zu viele Analphabeten

Einen einzigen von anfänglich hundert Flüchtlingen hat die Firma Papenburg noch in ihrem Unternehmen. Der junge Syrer wird gerade zum Industriekaufmann ausgebildet. Falls das zu schwer für ihn wird, auch als Bürohelfer, schildert die Geschäftsführerin gegenüber dem ZDF.

Hochqualifizierte Flüchtlinge seien in Deutschland ohnehin eine Seltenheit, bestätigte schon im Vorjahr die Arbeitsagentur. Viele kämen ursprünglich aus dem Maghreb-Staaten und seien nicht einmal ausreichend alphabetisiert.

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