Recherchenetzwerk Correctiv soll als private Zensurbehörde auf Facebook angebliche „Falschmeldungen“ entlarven

Bald schlägt auf Facebook die "Fake News"-Polizei zu. Foto: Carlos Latuff - http://twitpic.com/6azzhu / Wikimedia public domain
Bald schlägt auf Facebook die "Fake News"-Polizei zu.
Foto: Carlos Latuff - http://twitpic.com/6azzhu / Wikimedia public domain
26. Januar 2017 - 11:00

„Kampf den Falschmeldungen“ lautet der neue Schlachtruf des Establishments und der Lückenpresse, um von eigenen Fehlleistungen abzulenken. Als Schlachtfeld im Kampf gegen alternative Medien hat man das soziale Netzwerk Facebook ausgewählt. Dort will man mit der Rechercheplattform Correctiv eine Wahrheits-Polizei etablieren, die künftig angebliche oder tatsächliche Falschmeldungen (Fake News) als solche entlarven und markieren soll. Die der anderen natürlich und nicht die eigenen.

Wer oder was ist Correctiv?

Correctiv bezeichnet sich als erstes gemeinnütziges Recherchezentrum im deutschsprachigen Raum. Correctiv-Geschäftsführer David Schraven definiert das Recherchenetzwerk als gemeinnützig und unabhängig von Politik und Wirtschaft. Man fühle sich nur seinen Lesern und Nutzern verantwortlich, so Schraven. Hauptfinanzquellen sind Spenden von Bürgern und Zuwendungen von Stiftungen. Offiziell stellt Correctiv seine Rechercheergebnisse kostenlos zur Verfügung.

In einem Interview mit meedia.de über die künftige Tätigkeit für Facebook befragt, erklärte Schraven, dass man vorerst unentgeltlich nicht für Facebook, sondern auf Facebook arbeiten werde. Man werde sich darum kümmern, dass Lügen und Falschmeldungen auf Facebook als solche markiert werden. Später erwarte man sich allerdings, für die Tätigkeit entlohnt zu werden.

Darauf angesprochen, ob man auch Meldungen etablierter Medien auf deren Wahrheitsgehalt prüfen werde, antwortete Schraven sinngemäß, dass dies nicht angedacht sei. Etablierte Medien würden sich ohnehin selbst kontrollieren bzw. vom Presserat kontrolliert werden. Deswegen könne man sich die Arbeit an dieser Stelle wohl sparen.

Wie unabhängig ist Correctiv?

Die Redaktion des Senders RT-Deutsch hat sich die Mühe gemacht zu überprüfen, wie es mit der angeblichen „Unabhängigkeit“ von Correctiv bestellt ist und kam zu erstaunlichen Erkenntnissen. Abhängig ist man dort nämlich von Zuwendungen und Zuschüssen namhafter Stiftungen und Unternehmen. Ohne diese müssten die vorgeblich "unabhängigen" Rechercheure zusperren.

Correctiv-Leitung bestens mit Mainstream-Medien vernetzt

Geschäftsführer David Schraven war laut Correctiv-Homepage in seinem journalistischen Berufsleben bereits bei der linken taz sowie der Süddeutschen Zeitung beschäftigt. Als freier Journalist war er bei der zum Axel-Springer-Konzern gehörenden Welt-Gruppe tätig. Bis 2014 war Schraven zudem Verantwortlicher des Ressorts Recherche bei der Funke Mediengruppe. Correctiv-Chefredakteur Markus Grill hat eine Karriere bei der Illustrierten Stern und dem Magazin Spiegel hinter sich.

Hauptfinanzquelle Zuwendungen und Zuschüsse

Aus der Gewinn- und Verlustrechnung von Correctiv geht laut RT-Deutsch hervor, dass die Plattform im Jahr 2015 1,7 Millionen Euro aus Zuwendungen und Zuschüssen lukrieren konnte. Davon entfielen alleine rund 1,5 Millionen Euro auf Zuwendungen einer „Brost-Stiftung“. Erich Brost war Mitgründer der WAZ-Mediengruppe, die später zur Funke-Mediengruppe, dem drittgrößten Verlagshaus Deutschlands, wurde und für die David Schraven in verantwortlicher Position tätig war. Immerhin 27.000 Euro war die „gemeinnützige“ Tätigkeit von Correctiv einer Stiftung des amerikanischen Finanzhais George Soros wert.

2016 erhielt die unabhängige Rechercheplattform, die Medien ihre Ergebnisse kostenlos zur Verfügung stellt, unter anderem Zuwendungen von RTL, ZDF und Google.  

Produziert Correctiv selbst „Fake News“?

Im Jahr 2015 wurde Correctiv-Reporter Marcus Bensmann für die Recherche und Ausarbeitung des Correctiv-Portals über den Abschuss des Malaysia-Airlines-Fluges MH17 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. In der Folge deckte der investigative Reporter Billy Six jedoch bei eigenen Recherchen in der Ukraine zahlreiche Ungereimtheiten in der vom Establishment preisgekrönten Bensmann-Reportagegeschichte auf.

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