Hinter Gittern darf es Häftlingen in einem österreichischen Gefängnis wie in Simmering an nichts fehlen.

Foto: Bild: Plani / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
Teure Medikamente und Luxus-TV für Häftlinge – aber kein Geld für Winterbekleidung des Wachpersonals

Auch wenn man als österreichischer Fernseh-Konsument so frei ist und auf den ORF pfeift, hat man die vom Staatsender eingehobene Gebühr (GIS) zu entrichten, will man nicht mit einem Fuß im Kriminal stehen.

Kommentar von Unzensurix

Allerdings, wenn man bereits mit beiden Füßen im Kriminal steht, also im Häfen sitzt, hat man es in dieser Hinsicht schon einmal besser. Wie ein Insider der Kronen Zeitung übermittelte, wird in der Justizanstalt Simmering mit zweierlei Maß gemessen.

Erstens gibt es da einmal den Justizwachebeamten, dem eine wasserdichte Jacke fürs Schneeschaufeln im eisigen Gefängnishof aus Kostengründen verwehrt worden ist.

Insassen besser als Opfer behandelt

Und zweitens gibt es die Bewohner dieser Haftanstalt, die gerade dort ihren Hauptwohnsitz haben, weil sie diverse Verbrechen gegen Leib, Leben, Eigentum anderer etc. begangen haben und deswegen eine Gefängnisstrafe abzusitzen haben. Wie diese abläuft, kommentierte der Insider mit dem Satz, „Insassen werden wieder einmal bevorzugter behandelt als jedes von deren Opfern“.

80 TV-Sender in HD-Qualität für Häftlinge

Dazu erzählte er aus dem Häfen-Alltag jener Personen, die eigentlich dafür eine Gefängnisstrafe aufgebrummt bekamen, weil sie anderen Personen Schaden zugefügt haben.

Seit einiger Zeit ist es so, dass Häftlinge sich in ihren Zellen die Zeit mit 80 Sendern, natürlich in höchster HD-Qualität, auf den wohl modernsten Geräten verreiben dürfen.

Steuerzahler kommt für Gesundheit der Gefangenen auf

Und wenn einem das Schicksal im Häfen so mitspielt, dass man erkrankt oder sogar bereits erkrankt die Haft antreten musste, dann ist auch die medizinische Versorgung die beste der Besten, weil ja nicht die eigene Krankenversicherung dafür bezahlt, die ein Medikament aus Kostengründen verweigern kann, sondern der Staat Österreich (also natürlich die Steuerzahler) für die Gesundheit der Häfenbrüder aufkommt.

Von 450 Insassen der Justizanstalt Simmering sollen etwa 60 an der schwer behandelbaren Infektionskrankheit Hepatitis C erkrankt sein, die in einem hohen Maße im Suchtgiftmilieu (unreine Spritzen) grassiert. Um diese Krankheit zu behandeln wird in der Justizanstalt eines der teuersten Hepatitis-Arzneimittel namens Harvoni 90 mg den erkrankten Häftlingen verabreicht.

Eine Tablette pro Tag um 715 Euro

Eine 28-Tabletten-Packung dieses Medikaments kostet derzeit 20.026 Euro und 2 Cent, womit eine Tablette, der Tagesbedarf eines Patienten, mehr als 715 Euro kostet.

Dass deswegen eine neue Winterjacke für einen Justizwachebeamten nicht im Budget für österreichische Gefängnisse enthalten ist, scheint bei diesen enormen Kosten möglicherweise für bestimmte Politiker gerechtfertigt.

Ob der österreichische Steuerzahler das Luxus-Leben von Gefängnisinsassen gerne finanziert, ist zwar fraglich, steht aber offensichtlich nicht zur Debatte. Wichtig dürfte für den derzeitigen Strafvollzug nur sein, dass es den „armen“ Tätern gut geht. Denn dass hinter jedem Täter ein Opfer steht und wie es diesem eventuell bei seiner medizinischen Versorgung geht, wird  auch nur in den seltensten Fällen, und dann sicher nicht von rot-grünen Politikern, debattiert.

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