Nächster Affront um einen Kern-Berater: Robert Misik wünscht sich CIA-Putsch gegen Trump

Robert Misik, unter anderem Berater von Kanzler Kern, wünschte Donald Trump via Twitter, dass er geputscht wird. Nach Kritik ruderte der Journalist nun zurück. Foto: Heinrich-Böll-Stiftung / Wikimedia (CC BY-SA 2.0)
Robert Misik, unter anderem Berater von Kanzler Kern, wünschte Donald Trump via Twitter, dass er geputscht wird. Nach Kritik ruderte der Journalist nun zurück.
Foto: Heinrich-Böll-Stiftung / Wikimedia (CC BY-SA 2.0)

Robert Misik, seines Zeichens Publizist, Blogger, Falter- und Standard-Redakteur und ganz nebenbei noch in Kanzler Kerns Diensten als Berater tätig, leistete sich einen Affront der Sonderklasse auf seinem Twitter-Account. Hat er dort doch unverhohlen davon geträumt, dass es wohl für den US-Gehemindienst CIA angebracht wäre, in punkto Präsident Donald Trump die sogenannte Allende-Nummer abzuziehen.  

„Allende Nummer des CIA“ gegen Trump wäre angebracht

Der US-amerikanische Geheimdienst CIA führte in Chile ab 1963 im Rahmen einer US-Intervention zahlreiche verdeckte Operationen durch. Deren Zielsetzung war es, die Wahl des ultralinken Sozialisten Salvador Allende zum Staatspräsidenten zu verhindern. Auf Grund der Erfolglosigkeit dieser Operationen ging man dazu über, die linke Regierung gezielt zu destabilisieren, was schließlich zum Militärputsch vom September 1973 und der Machtergreifung von Diktator General Augusto Pinochet führte, der daraufhin eine Militärjunta errichtete.

Die Putschisten wurden nachweislich von der CIA mit Waffen versorgt. Noch im Verlaufe des Putsches, während der Erstürmung des Palastes am 11.September 1973, wurde Präsident Allende ebendort zum Selbstmord genötigt.

Dieses unrühmliche Kapitel, herbeigeführt durch die massive Intervention auch der US-amerikanischen Regierung, wird nun vom Berater des österreichischen Kanzlers als „Traum einer Lösung des Trump Problems“ gesehen.

Allgemeine Empörung ob stilloser Entgleisung des Kanzler-Beraters

Empörung greift bereits um sich: So hat sich auf eben diesem Twitter-Account des umtriebigen Herrn Misik bereits Isabelle Daniel von der Zeitung Österreich beschwichtigend dazu geäußert, indem sie meinte, er (Trump) müsse doch „mit rechtsstaatlichen Mitteln“ besiegt werden.

Auch HC Strache (FPÖ) äußerte sich dazu auf seinem Facebook-Profil unter anderem wie folgt: 

Bundeskanzler Kern lässt sich von einer Person beraten, die einen gewaltsamen Putsch gegen Trump und dessen Tötung herbeisehnt. Sowas ist in keiner einzigen Situation moralisch vertretbar.

Massive Kritik von Herbert Kickl

Ebenfalls empörte sich Herbert Kickl, Generalsekretär der FPÖ, in einer Aussendung zu dieser Entgleisung unter anderem mit folgenden Worten:

Wenn der engste Berater, Redenschreiber und Biograf von Bundeskanzler Christian Kern, der Hobbyintellektuelle Robert Misik, auf Twitter zum Militärputsch gegen den demokratisch gewählten US-Präsidenten aufruft, dann muss man sich schon fragen, was da im österreichischen Kanzleramt so abgeht.

Der „ultralinke Mann im Ohr des Kanzlers“

Von seinen Koalitionspartnern Reinhold Mitterlehner (ÖVP) und Hans Jörg Schelling (ÖVP) wird der Kanzler gerne in die „Nähe des Kommunismus“ gerückt oder als „linker Ideologe“ bezeichnet. Woher das kommt, mag man sich zwangsläufig fragen. Auch einige rote Wirtschaftsgranden zeigen sich über Kerns „Linksruck“ zutiefst schockiert.

Versucht man dies zu hinterfragen, stößt man alsbald und unweigerlich auf einen scheinbar einflussreichen Berater an des Kanzlers Seite: Robert Misik.

Der umtriebige Publizist, wie bereits erwähnt neben Falter und Profil auch für den Standard tätig und eifrigst “bloggend“, ist hinlänglich als hervorragender Stilist aber auch für seine „tiefrote“ Überzeugung bekannt. In seinen Videoblogs analysiert er sowohl „die krächzende global kapitalistische Maschine“, stellt aber auch Überlegungen an, wie wohl „das Monster Globalisierung zu bändigen“ wäre.

Misik – ein „Mainstream-Sozialdemokrat“?

Für manch einen in der SPÖ steht Misik eindeutig zu weit links außen. Wen würde es verwundern, lädt er sich doch gerne Sahra Wagenknecht von der deutschen Linken oder den ehemaligen griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis /Syriza) als Gäste zu diversen Veranstaltungsreihen des Bruno-Kreisky-Forums, als dessen Kurator er fungiert, ein. Für Kanzler Kern kann es aber gar wohl nicht weit genug nach links gehen, derlei marxistische Töne sind anscheinend die passende Fundamentierung für den von ihm gewählten Weg.

Laut Eigendefinition sieht sich Misik allerdings „historisch gesehen als Mainstream-Sozialdemokrat“, was heute als ziemlich links interpretiert werden würde, so Misik.

Kern und Misik seit Jahrzehnten befreundet

Der Kanzler und sein beratender Publizist kennen einander seit 30 Jahren. So war es auch nicht verwunderlich, dass Kern für ein Buch Misiks eine besonders ausschmückende Widmung für den Buchumschlag verfasste.

Misik selbst sieht sich allerdings keineswegs als Kanzler-Berater, man wäre sich lediglich in vielen Punkten einig und würde sich austauschen.

Kanzler biedert sich bei Ultralinken an

Resumierend mag wohl doch eine Strategie Kerns durch die Beraterschaft (oder den Austausch) Misiks zu erkennen sein.

Seit Langem sieht die SPÖ ihre Stammwählerschaft im Arbeitermilieu  schwinden, man hat sich dieser Klientel zu sehr entfremdet. Eine Abwanderung vor allem in das Lager der FPÖ, wo man sich mit seinen Ängsten und Nöten verstanden fühlt, zeigte sich bei jeder Wahl der letzten Jahre.

Möglicherweise versucht der Kanzler mit einem „Ultralinksruck“ und tatkräftiger Hilfe von Berater Misik, dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten.

Misik rudert zurück und spricht von "Scherz"

Auf Grund der massiven Kritik soll es sich nun laut Misik um einen "Twitter-Scherz" gehandelt haben. Der Kurier greift dieses Ausweichmanöver postwendend auf und erklärt, die FPÖ sei sozusagen dem twitternden "Scherzbold" Misik auf den Leim geangen. Demnach dürfte also in Zukunft jeder ungestraft per Social Media zu Gesetzesbrüchen und Gewalt aufrufen, da es sich ja im Ernstfall ohnehin nur um Scherze handelt.

Warum also all die Aufregung um "Hasspostings" und nicht zeitgerecht gelöschte Kommentare? Möglicherweise muss sich da auch die Richterschaft nun Anleihen bei "ultralinken" Publizisten holen, um in ihrer Urteilsfindung effizienter zu werden.

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