Immer mehr Übergriffe auf Personal und Fahrgäste: Die ÖBB haben ein wachsendes Sicherheitsproblem.

Foto: Bild: Pechristener / Wikimedia (CC-BY-SA-3.0)
Österreichische Bundesbahnen: Bereits 490 Sicherheitsfachkräfte im Einsatz

Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) haben ein gravierendes Sicherheitsproblem. Zuletzt wurden immer wieder Übergriffe auf Fahrgäste, aber auch ÖBB-Personal in Bahnhöfen und Zügen medial bekannt. Der zuständige Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ) spricht in einer Anfragebeantwortung an FPÖ-Abgeordneten Walter Rauch in diesem Zusammenhang sogar von einem "Service-und Sicherheitspakt 2017" bei den ÖBB.

Neben dem Einsatz von Polizeikräften auf sensiblen Fahrstrecken und auf gefährdeten Bahnhöfen (etwa dem Wiener Westbahnhof) werden aktuell bereits 490 ÖBB-Sicherheitsfachkräfte eingesetzt, – ein weiterer Ausbau im Jahr 2017 ist geplant:

Die Exekutive bestreift im Rahmen ihres Exekutivdienstes Züge und schult das Zugpersonal, damit diese bereits im Zug vor Ort deeskalierend eingreifen können. Die ÖBB ergänzen die Aktivitäten der Polizei mit einem eigenen Sicherheitsdienst, der seit Anfang 2015 deutlich aufgestockt wurde. Aktuell sind 490 Security-Mitarbeiter österreichweit im Einsatz, ein weiterer Ausbau ist bereits fixiert und Teil des Service-und Sicherheitspaktes 2017.

ÖBB-Sicherheitsdienst bekommt Körper-Kameras

Neben dem Einsatz der Polizei und der ÖBB-Sicherheitsfachkräfte setzt man auch auf externe Sicherheitskräfte bei der Bahn, um die steigende Gefahr für Personal und Fahrgäste einzudämmen. Vor allem die Einhaltung der Hausordnung in den Bahnhöfen und tätlicher Widerstand bei Fahrscheinkontrollen machen der Bundesbahn Probleme:

Die Begleitung des ÖBB Zug-Personals durch externe Security-Kräfte wird seit 2010 im Bedarfsfall durchgeführt.  Auf definierten Streckenabschnitten sind auch Security-Kräfte in den Zügen unterwegs. Aktuell läuft ein Pilotbetrieb für den Einsatz von Body-Cams beim ÖBB Sicherheitspersonal. Es kann ganz klar festgehalten werden, sowohl das subjektive Sicherheitsgefühl, als auch die objektive Sicherheit der Fahrgäste ist gegeben. Allerdings hat sich in den letzten Wochen gezeigt, dass es vermehrt zu Konflikten im Zuge der Fahrscheinkontrollen und bei der Einforderung der Einhaltung der Hausordnung kam.

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