Erneuter Großeinsatz wegen Terrorgefahr: Islamistische Gefährder in Niedersachsen verhaftet

Großrazzia gegen salafistische Szene in Göttingen in den frühen Morgenstunden des 9. Februar (Symbolfoto). Foto: bjoern / flickr (CC BY 2.0)
Großrazzia gegen salafistische Szene in Göttingen in den frühen Morgenstunden des 9. Februar (Symbolfoto).
Foto: bjoern / flickr (CC BY 2.0)
9. Februar 2017 - 18:30

In der Nacht auf Donnerstag kam es im Rahmen einer groß angelegten Razzia im niedersächsischen Göttingen zu erneuten Verhaftungen salafistischer Gefährder. Bei diesem Einsatz gegen die radikalislamische Szene in der knapp 119.000 Einwohner zählenden Universitätsstadt, bei dem rund 450 Beamte im Einsatz waren, wurden zwei islamistische Gefährder festgenommen, wie auch welt.de berichtet.

Algerier und Nigerianer verhaftet

Bei diesem Großeinsatz sind nach Angaben der Sicherheitskräfte elf Objekte in Göttingen sowie ein Gebäude in Nordhessen durchsucht worden.

Der Einsatz erfolgte im südlichen Göttingen im Stadtteil Geismar. Auf dem im Quartier Zietenterrassen liegenden Elisabeth-Heimpel-Weg, wurden gegen fünf Uhr Früh Wohnungen in den Blöcken einer Wohnhausanlage durchsucht. Bewohner, die durch den Lärm des Polizeieinsatzes geweckt worden waren, wurden auf Zuruf der Einsatzkräfte aufgefordert, sich sofort wieder zurück in ihre Wohnungen zu begeben, schilderte eine Anwohnerin gegenüber der Hessischen Niedersächsischen Allgemeinen.

Bei den Verhafteten handelt es sich um einen Terrorverdächtigen 27-jährigen algerischen sowie einen 23-jährigen nigerianischen Staatsbürger. Beide als Gefährder eingestuften Personen sind mit ihren Familien in Göttingen wohnhaft. Seit längerem werden sie der salafistischen Szene in der niedersächsischen Stadt zugerechnet.

Wachsende Herausforderung durch Islamisten

Anfang dieses Jahres wurden die Staatsschutzstellen Göttingen und Hildesheim personell aufgestockt. Diese Maßnahme der niedersächsischen Polizei hätte bereits einen Hinweis auf möglicherweise verstärkte Aktivitäten der Salafistenszene Göttingens geben können.

Nach Aussage von Niedersachsens Polizeipräsident Uwe Lührig sei dies aufgrund „wachsender Herausforderungen durch Islamisten“ notwendig geworden. Aus den sogenannten "Hotspots" der Szene wie Göttingen oder Hildesheim seien schließlich auch zahlreiche radikale Islamisten in Krisengebiete wie Syrien ausgereist, um dort an Kampfhandlungen teilzunehmen.

Es seien auch Ermittlungsgruppen für „offene und verdeckte polizeiliche Maßnahmen" eingesetzt worden, so Lührig."Trotzdem werde uns der Kampf gegen diese dynamische Szene weiterhin viel abverlangen", führte er weiter aus.

Das Aufgabenspektrum der Polizei habe durch aktuelle Herausforderungen wie internationalen Terrorismus eine neue Dimension erlangt, so Lührig.

Verdacht eines geplanten konkreten Anschlags bestand

Wie aus Ermittlerkreisen zu erfahren war, hatte es im Vorfeld des Einsatzes, Hinweise auf einen bevorstehenden Anschlag gegeben. „Die Hinweise auf einen möglicherweise konkret bevorstehenden terroristischen Anschlag hätten sich in den vergangenen Tagen verdichtet“, so die Stellungnahme des Göttinger Polizeipräsidenten. 

Ein sehr schnelles Vorgehen gegen die Gefährder und deren engstes Umfeld hätte die Ermittler zu raschem Eingreifen veranlasst, wie aus Polizeikreisen bekannt wurde.

Wichtiger Schlag gegen salafistische Szene in Niedersachsen

An dem Göttinger Großeinsatz waren Beamte der dortigen Polizeidirektion, ein Spezialkommando des Landeskriminalamts Niedersachsen (SEK) sowie die niedersächsische Bereitschaftspolizei in einer Gesamtstärke von 450 Beamten beteiligt.

Die Polizei konnte damit möglicherweise einen bevorstehenden Terroranschlag verhindern. Konkretere Aussagen zu den genauen Plänen der beiden verhafteten Islamisten wollte man von Seiten der Göttinger Polizeisprecherin Julia Hunold noch nicht tätigen. Auch konnte noch nicht in Erfahrung gebracht werden, ob und in welchem Umfang Beweismaterial sichergestellt werden konnte.

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